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Hazards Attacke gegen Balljungen:Harter Tritt in die Rippen

Chelsea-Profi Eden Hazard erwischt bei einem Ligapokalspiel einen frechen Balljungen mit dem Fuß - und erinnert damit an üble Fouls aus der Vergangenheit. Hamburgs Guerrero senste einen Torhüter um, Toni Schumacher setzte einst zu einem richtig bösen Kick an. Unübertroffen aber: Roy Keane. Die schlimmsten Fouls im Überblick.

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Swansea City v Chelsea - Capital One Cup Semi-Final Second Leg

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Chelsea-Profi Eden Hazard erwischt bei einem Ligapokalspiel einen frechen Balljungen mit dem Fuß - und erinnert damit an üble Fouls aus der Vergangenheit. Hamburgs Guerrero senste einen Torhüter um, Toni Schumacher setzte einst zu einem richtig bösen Kick an. Unübertroffen aber: Roy Keane.

Die schlimmsten Fouls im Überblick.

Diese kuriose Untat beschäftigt in diesen Tagen wohl jeden Fußballfan auf der Insel - dabei ist eigentlich nichts Schlimmes passiert. Der belgische Offensivwusler Eden Hazard (re.) vom FC Chelsea sah Rot, weil er im Ligapokal-Halbfinale einen Balljungen von Swansea City malträtiert hatte. Der 17-jährige Charlie Morgan hatte Hazard geärgert, indem er die Kugel nicht zeitig rausrücken wollte. Er warf sich auf den Ball und begrub ihn unter sich - ein wenig sah das aus wie beim Balgen auf dem Schulhof. Doch Hazard wollte sich die Zeitschinderei nicht gefallen lassen und trat nach dem Spielgerät. Als der Balljunge plötzlich gekrümmt auf dem Feld lag, folgte der Platzverweis. Mittlerweile haben sich die Streithähne ausgesprochen, trotzdem erhält der Profi eine drastische Sperre. Pikant am Rande: Bereits vor der Partie hatte Morgan über ein mögliches Zeitschinden bei dem Spiel getwittert.

Hamburger SV - VfB Stuttgart - Guerrero

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Es war die vielleicht übelste Szene der vergangenen Bundesliga-Saison - Hamburgs Stürmer Paolo Guerrero nahm richtig Ablauf, sauste in Richtung Eckfahne und senste Stuttgarts Keeper Sven Ulreich im Flug von hinten um. Den 24. Spieltag erlebte der Peruaner logischerweise nicht über 90 Minuten, er musste mit Rot vom Platz, während dem Torhüter der Schwaben zum Glück nichts passierte. Schon tags darauf musste Guerrero bei Trainer Thorsten Fink zur Aussprache antreten. Weil er bis dahin noch nie vom Platz geflogen war, plädierte Fink für eine milde Bestrafung - andere in der Liga wollten den Stürmer gleich für zehn Spiele gesperrt sehen. Letztlich legte sich das DFB-Sportgericht auf eine siebenwöchige Sperre fest. 

Es war nicht der erste Ausraster Guerreros. Schon Ende 2010 fiel er bei der Partie gegen Hannover mit einem Flaschenwurf gegen einen Fan auf. 

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Wie es dazu kam? Das Spiel war schlecht, grottenschlecht, und weil die Hamburger schon seit Wochen so oder so ähnlich spielten, sahen sich einige Zuschauer dazu berechtigt, die Profis beim Hinausgehen arg zu beschimpfen. "Geh doch nach Peru zurück" - "Arschloch" - solche Dinge will der Peruaner Guerrero gehört haben. Und als ihm sein Mitspieler Joris Mathijsen einen Brüller zeigte, holte Guerrero tatsächlich in bester Baseball-Manier aus und traf den Mann mitten im Gesicht.

Ein Grenzübertritt im Verhältnis Spieler zu Zuschauer, den man so in der Bundesliga noch nicht gesehen hat.

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Diego Maradona

Der König der Fußballer ist auch der König aller Fußball-Missetäter. Der geniale Kicker hat eine lange Liste an Sündenfällen produziert, hier einige Höhepunkte: 1991 wird er in Neapel wegen Besitz und Weitergabe von Kokain zu 14 Monaten auf Bewährung verurteilt, 1994 schießt er mit einem Luftgewehr vor seinem Anwesen bei Buenos Aires auf wartende Journalisten. Auch hier folgte eine Bewährungsstrafe. Bei der WM 1982 sieht er nach einem üblen Tritt gegen den Brasilianer Batista die rote Karte (Bild), bei der WM 1994 wird er des Dopings überführt. 1999 verliert Maradona einen Vaterschaftsprozess, er soll eine Minderjährige geschwängert haben. Zwei Jahre später wird er in Rom von italienischen Steuerfahndern empfangen, immer noch soll er aus seiner Zeit beim SSC Neapel dem Fiskus mehr als 30 Millionen Euro schulden. Antwort Maradona schon im Jahr 2001: "Das ist alles eine große Lüge." Italiens Behörden nahmen ihm damals zwei Armbanduhren im Wert von 42.000 Euro ab.

In Spanien entschuldigte er sich hingegen sogar bei König Juan Carlos. Nachdem er noch im Trikot des FC Barcelona wegen eines üblen Tritts von Bilbaos Andoni Goikoetxea monatelang ausgefallen war, zettelte er 1984 im Endspiel um den spanischen Pokal gegen Athletic Bilbao eine Massenschlägerei an, die an chinesische Kung-Fu-Filme erinnerte.

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Eric Cantona

Bärtig stand Eric Cantona zuletzt neben einem Fußballplatz aus Sand. Als Trainer der französischen Beachsoccer-Nationalmannschaft führte er seine Mannschaft zu einem sensationellen Weltmeistertitel in Brasilien, dem Erfinderland des Sandkickens. Fast vergessen ist auch, dass er in England als einer der herausragenden Fußballer der Fußball-Geschichte gilt; 2005 wählten ihn die Fans zum besten Premier-League-Spieler aller Zeiten, die Anhänger von Manchester United kürten ihn zum Spieler des Jahrhunderts ihres Vereins.

Unvergessen ist indes sein Kung-Fu-Tritt gegen Matthew Simmons (Bild). Als Cantona 1995 im Gastspiel bei Crystal Palace des Feldes verwiesen wurde, trottete der Franzose wütend vom Spielfeld, Simmons rief rassistische Beleidigungen von der ersten Reihe der Tribüne, woraufhin Cantona ihn mit den Stollen voraus zurechtwies. Cantona wurde ein halbes Jahr gesperrt und musste 100 Stunden Sozialarbeit verrichten.

Bei einer danach einberufenen Pressekonferenz sagte Cantona nur einen Satz: "Die Möwen folgen dem Boot, weil die glauben, dass die Sardinen wieder ins Wasser geworfen werden." Warum er diesen Satz sagte und was er damit sagen wollte, verriet Cantona nicht.

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Toni Schumacher

Der deutsche Torwart hat später einmal gesagt, er sei erleichtert gewesen, dass sich Patrick Battiston nur den Halswirbel gebrochen und zwei Zähne verloren hatte. Allein aus dieser Erleichterung heraus habe er kurz nach dem Halbfinale der WM 1982 gegen Frankreich gesagt: "Wenn es nur das ist, bin ich gerne bereit, ihm Jacketkronen zu kaufen."

Toni Schumacher hatte in diesem Spiel den Franzosen nicht nur brutal ins Krankenhaus geschickt, sondern während der anschließenden Verletzungsunterbrechung sich nicht entschuldigt, sondern weiter Kaugummi gekaut und scheinbar ungeduldig auf die Ausführung seines Torabstoßes gewartet.

Auch, weil die Franzosen dieses Spiel noch im Elfmeterschießen verloren, war der Kölner Torwart danach das Sinnbild des hässlichen Deutschen. Alte Ressentiments brachen wieder auf, die noch zwei Jahre später, während der EM in Frankreich, gärten. Nach dem Vorrunden-Aus der Deutschen schrieb die sonst seriöse Zeitung Libération: "Dieses wilde Tier, das der deutsche Fußball ist, verdiente, im eigenen Urin ertränkt zu werden."

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Roy Keane

Von richtig harten Fußball-Männern heißt es, sie merken sich Gegenspieler, die ihnen einmal weh getan haben. Und sie warten auf ihre Chance zur Revanche. In diesem Sinne ist Roy Keane (Bild links), früher Kapitän von Manchester United und der irischen Nationalmannschaft, der härteste aller harten Fußball-Männer.

In einem Zweikampf mit Alf-Inge Håland zog sich Keane einmal selbst einen Kreuzbandriss zu, woraufhin ihn Håland aufforderte, nicht zu simulieren. Vier Jahre später trafen sich die beiden wieder auf dem Spielfeld. Und Roy Keane schlug zurück: Kurz vor Schluss trat er Haaland derart übel gegen das Knie, dass der schon bald darauf mit dem Fußballspielen aufhören musste. In seiner kurz darauf erschienenen Autobiographie brüstete sich Keane sogar: "Ich habe ihm richtig einen verpasst, und gesagt: 'Das ist für dich, du Scheißkerl!' Ich habe gar nicht auf die rote Karte des Schiedsrichters gewartet. Ich bin gleich vom Platz gegangen."

Sein Teammanager Sir Alex Ferguson indes hielt eisern zu seinem Fußball-Attentäter: "Keane ist unheimlich wichtig für uns. Mit seiner Art Fußball zu spielen, bringt er uns nach vorne."

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Paul Gascoigne

Paul Gascoigne (Bild rechts) weiß selbst, dass etwas nicht mit ihm stimmte. In seiner Biographie "Gazza" schrieb er: "Ich führte ein behämmertes Leben, ich war ein behämmerter Typ." Er litt unter Depressionen, betäubte sich mit allerlei Drogen von Bier bis Kokain und glitt mehrfach nur knapp am Tod vorbei.

Bisweilen fand der Männerbetrieb Fußball seine Eskapaden aber auch witzig. Zum Beispiel, als er seinem Mitspieler bei Tottenham Hotspur, Gary Mabbutt, die Hose runterzog - just in dem Moment, als dieser einen Siegerpokal in die Höhe stemmte. Oder als er ein Video für eine Unternehmensberatung beendete mit den Worten: "Frohe Weihnachten, ihr beschissenen Wichser."

Nicht mehr alle Lacher bekam er mit dem Scherz, Newcastle-Mitspieler Tony Cunningham ein Solariums-Abo zu schenken - Cunningham war farbig. Der Spaß hörte endgültig auf, als er seine Ehefrau Sheryl krankenhausreif schlug. Er selbst bereute das sogar: "Darauf bin ich alles andere als stolz."

Und so machten sich mitunter andere lustig über den Rüpel aus Nordengland. Von George Best etwa ist überliefert: "Ich sagte Gazza, dass sein IQ niedriger sei als seine Trikotnummer. Da fragte er mich, was denn ein IQ sei."

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Thorsten Legat

Auf dem Platz gefürchtet wegen seiner unerbittlichen Zweikämpfe und enormen Physis war Thorsten Legat auch neben dem Platz gefürchtet wegen seiner unerbittlichen Zweikämpfe und enormen Physis. Über die Feier nach der deutschen Meisterschaft 1993 mit Werder Bremen sagte er: "Da war ich wie ein Wildpferd, da hat mich anderthalb Tage niemand halten können." In der Silvesternacht 1996 schlug der Profi in Bochum einen Mann krankenhausreif.

Später kündigte ihm der VfB Stuttgart fristlos, weil er während eines Streits mit dem dunkelhäutigen Mitspieler Pablo Thiam auf dessen Trinkflasche "Negersaft" schrieb. Er musste zuletzt 1000 Euro an eine karitative Einrichtung zahlen, weil er bei einem Streit mit Jugendlichen auf einem Parkplatz in Remscheid ein Samurai-Schwert gezogen hatte.

Legat hatte aber auch durchaus seine amüsante Seite. Während seiner Zeit bei Schalke 04 zog er einmal die Hose bis unter die Achseln hoch (Bild, Legat in der Mitte), die Aktion blieb zunächst unbemerkt und erschien sogar im Sonderheft zur Saison. Kommentar Legat: "Was soll ich machen? Wenn mir zwei Kollegen 1000 Mark für die Aktion bieten, dann wäre ich ja doof, wenn ich es nicht machen würde. Leider musste ich das Zehnfache an Strafe zahlen." (Spiegel)

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Vinnie Jones

Vinnie Jones hatte einen furchteinflößenden Beinamen, der allerdings seine Spielweise ziemlich genau versinnbildlichte: die Axt. Der 1965 geborene Jones gehörte in den achtziger und neunziger Jahren vor allem beim FC Wimbledon zu den Spielern, mit denen man nichts zu tun haben wollte. Schon gar nicht als Gegenspieler. Mit einem bösen Tackling beendete er die Karriere von Gary Stevens von den Tottenham Hotspurs.

Jones hält den Rekord für die schnellste gelbe Karte in England mit einem Foul nach drei Sekunden. 13 Platzverweise kassierte Jones, berühmt wurde er allerdings 1987 wegen seines grimmigen Griffs in den Unterleib des angehenden Stars Paul Gascoigne.

1992 stellte er ein Video namens "Soccer's hard men" zusammen, in dem er die schmutzigsten und unfairsten Fouls vorstellte und wie man sie am besten auf dem Feld einsetzt. Sein Wimbledon-Präsident bescheinigte ihm danach ein "Mücken-Hirn". Später machte Jones Karriere in Werbe- und Spielfilmen wie im Actionfilm "X-Men". Wegen privater Auseinandersetzungen musste er außerdem einmal Sozialstunden leisten (Streit mit einem Nachbarn) und bekam Flugverbot (Streit mit einem Mitpassagier).

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Werner Lorant

Wer als Beinamen "Beinhart" führt, hat sich automatisch für einen Platz unter den Fußball-Rowdys qualifiziert. Werner "Beinhart" Lorant hat vor allem als Trainer in München ein reiches Repertoire seines psychologischen Sachverstandes hinterlassen. Ein paar Auszüge hiervon: "Was soll ich mit den Spielern reden, ich bin doch kein Pfarrer." - "Die Spieler sollen rennen und das Maul halten." - "Der Schiri kann froh sein, dass ich ihm keine geschmiert habe." - "Ihr seid doch alles Würste, ihr habt uns mal wieder alle beschissen." (Richtung Schiedsrichter)

Er war bekannt als beinharter Verteidiger, und dann als beinharter Trainer. Einmal ist er allerdings zu weit gegangen, da gab er bei einem Jugendspiel den beinharten Vater. Als ein Gegenspieler des TSV Ebersberg seinen Sohn Tobias vom TSV Dorfen hart angegangen hatte, rannte Lorant auf das Spielfeld und wurde gegen den Übeltäter handgreiflich. Gegen einen D-Junioren. Lorant kam mit einem Verweis vom Bayerischen Fußball-Verband davon, entschuldigte sich bei allen Beteiligten und hielt ein Training für die D-Junioren aus Dorfen und Ebersberg.

Bild: Eine Szene aus dem Jahr 1973, Werner Lorant im weißen Dress von Rot-Weiss Essen.

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Joey Barton

Der Karrierebeginn von Joey Barton (blaues Trikot) war im Nachhinein wohl ein Zeichen: Als ihn sein Trainer Kevin Keegan bei Manchester City erstmals einwechseln wollte, fand Barton sein Trikot nicht. Jemand hatte es von der Ersatzbank gestohlen. Das war 2002, Barton war 20.

Später wurden die Nachrichten über Barton hässlicher: Bei der Weihnachtsfeier 2004 geriet er mit seinem Teamkollegen James Tandy aneinander, die Auseinandersetzung endete damit, dass Barton seinem Widersacher die brennende Zigarette aufs Auge drückte. Barton musste 135.000 Euro Strafe zahlen. Ein paar tausend Euro mehr musste Barton überweisen, als er bei einer Klubreise nach Thailand einen 15-jährigen Fan seines Ex-Klubs FC Everton, der ihn provozierte, verprügelte.

Das Ende bei Manchester City geriet ebenfalls zum Skandal: Im Training ging er auf Mitspieler Ousmane Dabo los, fügte dem Franzosen Rissverletzungen und Prellungen im Gesicht und eine Netzhautablösung zu. Diesmal schritt sogar der Staatsanwalt ein: sechs Monate Haft wegen Körperverletzung. Davon musste Barton tatsächlich 74 Tage einsitzen und wechselte zu Newcastle United. Der Trainer dort hieß: Kevin Keegan. "Ich glaube an Joey", sagte Keegan. Zum Training flog Barton übrigens mit einem Privatflieger ein, weil er unter nächtlichem Arrest in einer Klinik für Verhaltenstherapie stand.

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Ernst Middendorp

Das Image des Trainers Ernst Middendorp klärt eigentlich alle Fragen: Ekel-Ernst. Einem Radio-Reporter befahl er einst: "Knien Sie nieder, Sie Bratwurst!" Er musste allerdings zur Kenntnis nehmen, dass die gesiezte Wurst stehen blieb.

Als er im März 2007 zum dritten Mal bei Arminia Bielefeld anheuerte, setzte er wieder einmal auf "brutale Psychospiele" mit seinen Profis ("Ich spreche unter der Woche wenig, verbreite Unsicherheit, bin unberechenbar, provoziere"). In dieser Zeit wurde er mit 1,82 Promille Alkohol am Steuer erwischt und musste ein Flugzeug wegen angeblich unflätigen Benehmens verlassen.

Middendorps Kommentar: "Wenn die Vereinsführung der Meinung sein sollte, dass sie besser einen Pastor als Trainer einstellt, soll sie das tun. Aber das hätte sie sich vorher überlegen müssen." (Die Welt)

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Kieron Dyer und Lee Bowyer

Nun zu etwas ganz Besonderem: Nicht Gegenspieler, nein, Mitspieler gingen sich hier an den Kragen. Beim Spiel Newcastle United gegen Aston Villa 2005 prügelten sich plötzlich die beiden United-Profis Kieron Dyer (Bild rechts) und Lee Bowyer (Bild links) in der Mitte des Platzes. Die Gegenspieler von Aston Villa mussten die beiden trennen, Dyer und Bowyer wurden vom Platz gestellt. Der Verein sperrte Lee Bowyer zusätzlich zu den drei Wochen Verbandsstrafe sechs Wochen und forderte 250.000 Pfund, weil er als Anstifter identifiziert worden war.

Bowyer hatte schon einmal Probleme gehabt. Bei seinem Debüt 2003 bei West Ham protestierten die Londoner Fans gegen sein Mitwirken mit Plakaten: "West Ham Fans gegen Rassismus." Bowyer soll zuvor einen asiatischen Studenten attackiert, ein anderes Mal sich beschwert haben, von einem Pakistani bedient zu werden.

Fotos: dpa

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Sunday Oliseh

Der Nigerianer Sunday Oliseh (links) soll ein umgänglicher Typ sein. Auch mit dem Iraner Vahid Hashemian (rechts) habe er sich gut verstanden, damals beim VfL Bochum. Bis zum Auswärtsspiel Ende Februar 2004 in Rostock. Da sind die beiden schon in der Halbzeit aneinandergeraten, nach dem Schlusspfiff hat Torwart Rein van Duijnhoven ihnen geraten, ihren Streit hinter einer verschlossenen Kabinentür zu regeln. Dort soll Hashemian zu mehr Zurückhaltung geraten haben, unter anderem mit der Begründung: "Wir sind hier nicht in Nigeria." Oliseh befand das als rassistische Beleidigung, nahm Anlauf und brach dem Iraner per Kopfstoß das Nasenbein. Der VfL Bochum entließ Oliseh daraufhin.

Bald darauf spielte Oliseh allerdings wieder bei Borussia Dortmund. Seine Strafe hielt sich damit in Grenzen, wenn man das Schicksal von Victor Sproule bedenkt. Der Nordire gab nach einem Spiel in der Alt-Herren-Liga dem schottischen Schiedsrichter einen Kopfstoß und wurde anschließend für 30 Jahre gesperrt.

Fotos: AP, dpa

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Robbie Fowler

In Liverpool ist Robbie Fowler noch unter dem anerkennenden Spitznamen "Gott" bekannt. Vor allem deshalb, weil Fowler von den Fans des FC Liverpool als einer der ihren angesehen wird. Als Fan, der zufällig auf dem Rasen steht. Dort hat der Stürmer unter anderem einmal in vier Minuten und 33 Sekunden drei Tore erzielt.

Das ist die schöne Seite des Robbie Fowler, die andere ist eine obszöne. 1999 legte er sich nach einem Treffer gegen den Lokalrivalen FC Everton auf den Rasen und schniefte auf der Auslinie, ähnlich einem Kokain-Gebrauch. Wenig später gab er sich gegenüber Chelsea-Verteidiger Le Saux ordinär und deutete an, dieser sei homosexuell - während Le Saux' Ehefrau samt Kindern auf der Tribüne saßen. Fowler erhielt eine Sperre von sechs Spielen und eine Geldstrafe von mehreren zehntausend Pfund für beide Vorfälle.

Bild: Ein Plakat zu Ehren von Robbie "God" Fowler im Fanblock des FC Liverpool.

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Stig Tøfting

Stig Tøfting (links, im Zweikampf mit Stefan Effenberg) verlor hin und wieder die Kontrolle. Dann prügelte er sich. Zum Beispiel 2002, als er mit einigen Mitspielern der dänischen Nationalmannschaft in einem Restaurant die gelungene WM feierte. Er wollte singen, aber der Inhaber ließ ihn nicht, woraufhin Tøfting ihn niederschlug bis er blutig am Boden lag. Tøfting wurde zu vier Monaten Gefägnis ohne Bewährung verurteilt, weil es nicht das erste Mal war.

Bei seinem Heimatverein Aarhus GF flog er zweimal raus, 2004, weil er sich bei der Weihnachtsfeier mit einem Mitspieler schlug. Ihm werden gute Kontakte zu den Hells Angels nachgesagt, seinen Muskelkörper zieren zahlreiche Tätowierungen. Doch hinter Tøftings Ausfällen steckt eine schlimme Geschichte: Seine Eltern starben als er 13 war und später auch sein Sohn. Er sagte: "Ich habe so viel Schlechtes erlebt, ich möchte endlich in Ruhe gelassen werden."

Foto: AP

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Wayne Rooney

Als Sohn eines Preisboxers war Wayne Rooneys Aufnahme in die Liste der Fußball-Rüpel vorgezeichnet. Mehr Angst hatte er als Kind sogar vor seiner Mutter: "Wenn ich aus der Reihe tanze, ist sie da und gibt mir eins hinter die Löffel", sagte Rooney einmal. Aufgewachsen in einer schroffen Gegend in Liverpool lernte es Rooney, sich zu durchzusetzen. So wurde er jüngster Spieler der Premier League, jüngster Torschütze und auch jüngster Rotsünder.

Bisweilen geht sein Hang zur Selbstverteidigung zu weit. Im WM-Viertelfinale gegen Portugal trat er Verteidiger Ricardo Carvalho in den Unterleib und sah Rot. Sein Mitspieler bei Manchester United, Cristiano Ronaldo, hatte das Foul beim Schiedsrichter reklamiert, weshalb Rooney ihm drohte: "Wenn ich Ronaldo das nächste Mal sehe, breche ich ihn in zwei Teile."

Nun, bis heute ist Ronaldo ganz geblieben, im Gegensatz zu der Restaurant-Einrichtung beim 18. Geburtstag von Rooneys inzwischen angetrauter Frau Coleen McLoughlin. Damals kam innerhalb der Familie Streit auf und am Ende musste die Polizei kommen. Später kam noch einmal eine Handgreiflichkeit Rooneys an die Öffentlichkeit: Beim Essen mit McLoughlin und zwei anderen Paaren soll Michael Gray, Verteidiger bei den Blackburn Rovers, ein paar unflätige Bemerkungen in Richtung der Frauen gemacht haben, woraufhin ihn Rooney auf die Restaurant-Bretter schickte. Rooney beschrieb sich selbst einmal: "Ich bin lustig, romantisch und ein verdammt harter Junge." (Kicker)

Foto: AFP

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Eugen Hach

Vor dem Spiel im Frühling 2000 hatte Aachens Trainer Eugen Hach in seiner bekannt brachialen Art angekündigt: "Wir müssen noch aggressiver sein. Ohne Rücksicht auf Verluste." Oder: "Der Tivoli muss brennen wie eine Fackel." Das hätte den Cottbuser Spielern durchaus eine Warnung sein können, aber sie konnten ja nicht ahnen, was da noch kommen würde. Nach acht Spielminuten schritt Eugen Hach an den Spielfeldrand, legte beide Hände an den Hals von Energie-Stürmer Franklin Bittencourt und drückte zu. Er drückt sogar lange zu. Die Tribünenbesucher waren entsetzt, Hachs eigene Spieler versuchten ihn loszureißen, wüste Tumulte entstanden. Franklin präsentierte nach dem Spiel seine üppigen Würgemale und Blutergüsse am Hals, während Hach zu Protokoll gab: "Es geht um viel, da kracht's auch mal." Und in Richtung Cottbus: "Die Zeit des Ostbonus ist vorbei. Es tut mir Leid - ihr müsst hier nicht so rumjammern, ja." Der DFB verhängt ein dreimonatiges Berufsverbot und 7700 Strafe gegen Eugen Hach.

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Josip Simunic

Für den Schiedsrichter Graham Poll spielte Josip Simunic Schicksal. Der Kroate foulte im Vorrundenspiel der WM 2006 gegen Australien zweimal klar und bekam von Poll deshalb zweimal unstreitbare gelbe Karten. Doch Poll vergaß, Simunic vom Platz zu stellen, weshalb Simunic in der Nachspielzeit so lange herummeckerte, bis er noch eine dritte gelbe Karte von Poll bekam. Fifa-Chef Blatter kritisierte Poll anschließend derart harsch, dass der Brite seine Schiedsrichter-Karriere beendete.

Doch Simunic kann sich nicht nur davonstehlen, er hat auch eine scharfe Zunge und kann bisweilen auch handgreiflich werden. Zu seiner tatkräftigen Seite: Im Training bei Hertha BSC grätschte ihm einmal Pal Dardai in die Beine, Simunic verfolgte den Ungarn über den Platz, rang ihn nieder, schubste ihn zu Boden und stieß ihn noch einmal, als dieser aufstehen wollte. Dardai beschwerte sich: "Der kann doch nicht ganz klar sein. Wäre ich nicht so ein ruhiger Mensch, wäre hier Blut geflossen."

Zur scharfen Zunge: Vor dem EM-Auftaktspiel in Österreich sagte er: "Jeder Österreicher, der technisch besser ist als ich, soll sich bei mir melden. Alle Österreicher gemeinsam haben technisch nicht so viel drauf wie ich."

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Craig Bellamy

"The nutter with the putter" - der Verrückte mit dem Golfschläger. Vor einem Champions-League-Spiel 2007 in Barcelona stritt sich Craig Bellamy mit seinem Liverpooler Teamkollegen John Arne Riise, weil dieser in einer Bar nicht Karaoke singen wollte. Am Ende griff Bellamy den Norweger mit einem Golfschläger an und verletzte ihn an den Beinen. Der frühere Trainer Bobby Robson sagte daraufhin über den Waliser: "Er ist ein Mensch, der alleine in einem Raum eine Schlägerei anfangen kann. Er ist der durchgeknallteste Spieler, den ich je trainiert habe." Dabei hatte Bellamy Robson nie angegriffen, im Gegensatz zu Robsons Assistenztrainer, dem er einen Stuhl nachgeworfen hatte. Und Robsons Nachfolger Graeme Souness nannte Bellamy öffentlich einen Lügner.

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Norbert Meier

Das Jahr 2005 endete wie alle Jahre mit Rückblicken auf allen Kanälen. Und all diese Rückblicke benötigen auch Inhalt für die Kategorie "Bösewicht des Jahres" - in jenem Jahr hieß der Bösewicht auf allen Kanälen Norbert Meier. Es war das Geburtsjahr des "Kopfstoß-Meiers".

Anfang Dezember hatte der Trainer Meier an der Seitenlinie ein hitziges Spiel seines MSV Duisburg gegen den 1. FC Köln verfolgt. Acht Minuten vor Schluss foulte der Kölner Albert Streit in der Nähe der Seitenlinie einen seiner Spieler. Meier ruft dem Kölner einige Worte zu, Streit baut sich vor dem kleineren Trainer auf, geht mit aggressivem Blick Nase an Nase. Dann stößt Meier mit der Stirn Richtung Streit und stürzt selbst schreiend zu Boden, wälzt sich auf dem Rasen. Auch Streit fällt, Tumulte entstehen. Der entrüstete Streit sieht Rot, Meier muss den Innenraum verlassen. Der Trainer beging anschließend zu allem Überfluss den Fehler, selbst in der Pressekonferenz noch seine Unschuld zu beteuern. Obwohl die Fernsehbilder längst in Superzeitlupe den Tathergang filetiert und Meier als Angreifer enttarnt hatten. Meier erhielt vom DFB ein dreimonatiges Berufsverbot, der MSV entließ ihn.

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Zinedine Zidane

Wie ein Stier in der Arena nahm Zinedine Zidane seinen Gegenspieler Marco Materazzi auf die Hörner. Obwohl nichts zu hören war im lauten Berliner Olympiastadion kurz nach 22 Uhr in der Verlängerung des WM-Finals, glaubte man doch während der Wiederholung am Fernseher ein Rumms zu vernehmen. Rumms! Und Marco Materazzi war zu Boden gestreckt.

Zidane, der vielleicht beste Fußballer zwischen 1995 und 2006, beendete seine Karriere mit dem berühmten Kopfstoß. Ein tragisches Ende, seine Mannschaft verlor kurz danach im Elfmeterschießen gegen Italien. Doch anschließend trug er die Schmach mit Fassung. Zidane entschuldigte sich bei "den Kindern der Welt", sonst sagte er dazu: nichts. Währenddessen machte Materazzi sein Geschäft mit der Frage, was er Zidane wohl gesagt habe, um diesen zu einer solchen Tat zu verführen. Der Italiener brachte sogar ein Büchlein auf den Markt mit der Auflistung dessen, "was ich wirklich zu Zidane sagte".

Letztlich vollzog sich wohl folgender Disput: Materazzi hielt Zidane am Trikot, dieser wendete ein: Du kannst es nach dem Spiel haben. Woraufhin der Italiener antwortete: Deine Schwester wäre mir lieber.

Fotos: AFP

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Frank Rijkaard

Rudi Völler sagte später einmal über Rijkaard: "Es war schade, weil er einfach ein netter Kerl ist." Das ist insofern eine bemerkenswerte Aussage, weil Rudi Völler vom niederländischen Verteidiger mit der vielleicht abscheulichsten Tat auf einem Fußballplatz bedacht wurde: Rijkaard bespuckte Völler. Und das gleich drei Mal.

Die Atmosphäre rund um das WM-Achtelfinale 1990 in Mailand zeugte von Verachtung, Gewalt und vielleicht sogar Hass. Deutschland gegen Holland war zu jener Zeit ein Sicherheitsrisiko, die Rivalität unter Fans und auch Spielern enorm. Bei Frank Rijkaard entlud sich diese Abneigung zum ersten Mal, als er Völler nach 20 Minuten foulte und ihn anschließend in die Locken spuckte. Völler beschwerte sich beim Schiedsrichter, bekam als Antwort aber nur die gelbe Karte.

Sekunden später ging Völler einem hohen Ball nach, Hollands Torwart van Breukelen streckte den Fuß raus, beide lagen am Boden, ein Tumult entstand. Rijkaard zog den am Boden liegenden Völler am Ohr, beide sahen Rot. Beim Hinauslaufen spuckte Rijkaard wieder Richtung Völler, ein drittes Mal im Kabinengang. Die beiden hätten sich vermutlich geprügelt, wäre nicht ein Funktionär der Fifa dazwischengegangen.

Rijkaard entschuldigte sich bald darauf bei Völler, es hieß, dass der Holländer damals auch unter privaten Problemen litt. In der Pause des Achtelfinals hatten sich übrigens Völlers Mitspieler geschworen, "dass wir für den Rudi gewinnen". Sie gewannen dann für den Rudi 2:1. Nach dem Spiel kam es an der Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden an mehreren Orten zu wilden Schlägereien.

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Horacio Troche

Während des WM-Viertelfinals 1966 Deutschland gegen Uruguay mussten zwischenzeitlich englische Polizisten für Ordnung sorgen. Nicht auf den Tribünen, auf dem Spielfeld. Die Spieler aus Südamerika fühlten sich vom Schiedsrichter derart benachteiligt, dass sie völlig die Fassung verloren.

Höhepunkt der Aufregung war die Tat von Horacio Troche. Erst rammte er Lothar Emmerich das Knie in den Magen, woraufhin er des Feldes verwiesen wurde. Auf dem Weg zur Kabine traf er Uwe Seeler und verpasste dem deutschen Stürmer eine krachende Ohrfeige. "Ich wollte ihn provozieren und hoffte, er schlägt zurück", sagte Troche. Doch Seeler blieb ruhig, Deutschland gewann 4:0.

Später kam Troche trotz des Vorfalls in die Bundesliga und spielte bei Alemannia Aachen (im Bild, links). Dort traf er auch wieder auf Seeler und entschuldigte sich für die Ohrfeige: "Eines meiner schönsten Erlebnisse", fand Seeler.

Foto: imago

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Diego

Ruud van Nistelrooy rühmte den Bremer Mittelfeldspieler Diego einmal: "Es ist ein Genuss ihm zuzuschauen." Der Karlsruher Christian Eichner würde das wohl nicht mehr behaupten, trotz all der Fähigkeiten des Brasilianers. Denn im letzten Vorrundenspiel 2008 bekam er Diegos finstere Seite zu spüren. Bei einem Handgemenge sprang Diego in den Tumult und würgte Eichner mit beiden Händen. Diego wurde für vier Spiele gesperrt.

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© Süddeutsche.de/jbe

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