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Handball-EM:Spanien und Kroatien im Finale

Hat allen Grund zum Jubeln: Spaniens Alex Dujshebaev Dovichevaeva

(Foto: AFP)

Der Titelverteidiger von 2018 gewinnt in Stockholm das zweite Halbfinale gegen Slowenien - und folgt Kroatien ins Endspiel. Beim Super-G wird Andreas Sander bester Deutscher, Thomas Dreßen patzt.

Handball-EM: Kroatien und Titelverteidiger Spanien stehen bei der Handball-EM im Finale. Der zweimalige Olympiasieger Kroatien um den überragenden Kieler Domagoj Duvnjak besiegte Norwegen in einem hochklassigen Handball-Krimi nach zweimaliger Verlängerung 29:28 (26:26, 23:23, 12:10) und greift am Sonntag (16.30 Uhr) nach seinem ersten EM-Titel. Spanien zog durch das 34:32 (20:15) gegen Slowenien zum dritten Mal in Folge ins Finale ein.

Mann des Abends bei Kroatien vor 16 573 Zuschauern in der umfunktionierten "Tele 2"-Fußballarena in Stockholm war Kapitän Duvnjak mit acht Treffern. Bei den Norwegern, die zuvor alle Spiele gewonnen hatten, traf der künftige Kieler Sander Sagosen am häufigsten (zehn Tore).

Im Team der Spanier, die wie die Kroaten der deutschen Mannschaft bis dato die einzigen Niederlagen im Turnierverlauf beigebracht hatten, waren Angel Fernandez, Raul Entrerrios und Alex Duschebajew (sechs Tore) am erfolgreichsten.

Bereits am Samstag spielen Norwegen und Slowenien um Bronze. Die deutsche Mannschaft duelliert sich mit Portugal um Rang fünf.

Super-G, Kitzbühel: Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen hat bei der ersten Rennrückkehr an die Stätte seines größten Triumphs den Super-G gründlich verpatzt. Beim Erfolg des Norwegers Kjetil Jansrud lag der Abfahrtsgewinner von 2018 nach 42 Läufern abgeschlagen und mit einem deutlichen Rückstand von 1,51 Sekunden auf dem 17. Platz. "Ich bin einen Scheißdreck zusammengefahren", sagte der 26-Jährige unverblümt: "Ich bin eine Linie gefahren, die wir so nicht besichtigt haben, dann war es eine Kettenreaktion."

Für die positive Überraschung aus deutscher Sicht sorgte Andreas Sander (Ennepetal/+0,99) auf dem guten achten Rang. Für den 30-Jährigen war es das bisher beste Ergebnis in diesem Weltcup-Winter. Titelverteidiger Josef Ferstl (Hammer/+2,10) missglückte die Einfahrt in der Traverse völlig, mit Startnummer 1 wie bei seiner Vorjahres-Siegfahrt landete der 31-Jährige diesmal unter ferner liefen. Jansrud (34) stößt mit dem Triumph vor den zeitgleichen Alexander Aamodt Kilde (Norwegen) und Matthias Mayer (Österreich) in den illustren Kreis derer vor, die am Hahnenkamm Abfahrt und Super-G gewonnen haben. Dreßen hat trotz der schlechten Leistung keine Bedenken für den Klassiker am Samstag (11.30 Uhr). "Ich weiß, dass ich in der Abfahrt schnell bin, da weiß ich, wie die Richtung ist", sagte der Mittenwalder.

Abfahrt, Bansko: Im ersten Weltcup-Rennen nach der harten Kritik von Alpinchef Wolfgang Maier hat Viktoria Rebensburg ein Spitzenergebnis klar verpasst. Mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf ihre Teamkollegin Kira Weidle, die trotz eines Fehlers Achte wurde, kam die 30 Jahre alte Skirennfahrerin am Freitag bei der Abfahrt in Bansko nur auf Platz 22. Nur in zwei Weltcup-Rennen dieses Winters war sie schlechter platziert. Auf Siegerin Mikaela Shiffrin aus den USA fehlten Rebensburg 2,79 Sekunden. Rang zwei auf der eisigen und anspruchsvollen Strecke in Bulgarien holte sich Federica Brignone aus Italien vor der Schweizerin Joana Hählen. Maier hatte Rebensburg zu Wochenbeginn vorgeworfen, zu wenig und nicht hart genug zu trainieren. Rebensburg betonte, sie wolle erst intern ein klärendes Gespräch suchen, bevor sie sich inhaltlich zu den Vorwürfen äußern werde.

Basketball, FC Bayern: Schon kurz vor der Schlusssirene klatschte Bayern-Coach Oliver Kostic seine Münchner Basketballer auf der Ersatzbank ab. Nach sechs Niederlagen in Serie sendete der deutsche Meister ein Lebenszeichen in der Euroleague und bescherte seinem Trainer den ersehnten Premierensieg. "Das ist wirklich tolles Teamwork, und ich bin sehr stolz", sagte Kostic nach dem 80:68 am Donnerstagabend gegen das israelische Spitzenteam Maccabi Tel Aviv. Der siebte Sieg im 21. Euroleague-Spiel war für den Nachfolger des freigestellten Dejan Radonjic bedeutsam. Denn Kostic hatte seine ersten vier Partien verloren - darunter war auch die erste Bundesliganiederlage dieser Saison. "Sehr wichtig" sei der Erfolg für das Selbstvertrauen gewesen, befand der 46-Jährige, der zuvor nur in Bulgarien Erfahrung als Chefcoach gesammelt hatte. Seine Spieler würden nun "das Gefühl" zurückbekommen, das sich Arbeit auszahle.

Der Sieg gegen den Final-Four-Anwärter aus Israel, der noch ohne den kurz zuvor verpflichteten früheren NBA-Star Amar'e Stoudemire angetreten war, stellte die beste Leistung der Münchner unter dem neuen Coach dar. "Über 40 Minuten schon", meinte der in dieser Saison von Verletzungen geplagte Flügelspieler Nihad Djedovic. "Das war ein souveräner Sieg." Bis auf eine Leistungsdelle im zweiten Viertel agierten die Bayern konstant und mit viel Gegenwehr. "Es ist schwer, wenn man in einer Phase ist, in der man jedes Spiel verliert", räumte Djedovic bei Magentasport ein. "Es ist ein hoher Druck in unseren Köpfen und wir spüren das jedes Mal, wenn wir auf das Feld kommen." Der Erfolg werde der Mannschaft helfen, "dass wir da einigermaßen rauskommen, weil wir guten Basketball spielen und gute Leute haben", sagte Djedovic weiter, Mit 19 Punkten war er erfolgreichster Werfer der Begegnung.

Die Münchner hatten ihren Rivalen nicht nur bei den Rebounds im Griff, sondern wiesen auch bei den Würfen von jenseits der Dreierlinie mit 47 Prozent eine ausgezeichnete Quote auf. "In den letzten Wochen hat der letzte Schritt gefehlt", sagte Kostic. Diesmal habe seine Star-Truppe diesen endlich gemacht. Kostic freute sich schließlich sogar über einen doppelten Erfolg, wie er es selbst formulierte. Einerseits habe seine Mannschaft auf dem Feld gesiegt, andererseits sei auch Flügelspieler Vladimir Lucic ein Gewinner: Der gegen Tel Aviv fehlende Serbe war erneut Vater einer Tochter geworden. "Das werden wir ein bisschen feiern", sagte Kostic.

Fußball, England: Der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino hat Teammanager Jürgen Klopp und den FC Liverpool einen weiteren Schritt näher zum ersehnten Titelgewinn in der Premier League geschossen. Der Brasilianer erzielte zum Abschluss des 24. Spieltages beim 2:1 (1:0)-Sieg bei den Wolverhampton Wanderers den Siegtreffer in der Schlussphase (84.). Für Liverpool war es bereits der 14. Ligasieg in Folge. Damit liegt der Klopp-Klub bei einem Spiel weniger wieder 16 Punkte vor Titelverteidiger Manchester City.

Kapitän Jordan Henderson (8.) brachte Liverpool nach einer Ecke früh in Führung, drei Minuten später vergab Matt Doherty per Kopf die große Chance zum Ausgleich. In der zweiten Halbzeit machte es Raul Jimenez besser, der nach schlechtem Defensivverhalten der Liverpooler zum Kopfball kam und den verdienten Ausgleich erzielte (51.). Den Traum vom Punktgewinn machte Firmino aber zunichte. Einen Schreckmoment gab es für Klopp kurz vor der Pause: Sadio Mane musste angeschlagen vom Platz (33.). Er zog sich eine Muskelverletzung im hinteren Oberschenkel zu. "Wir wissen noch nichts Genaues", sagte Klopp nach der Partie. Eine genaue Diagnose lag zunächst nicht vor: "Es ist der Muskel. Er hat etwas gespürt. Wir müssen abwarten."

© SZ.de/dpa/sid/ebc/fie
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