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Golf:Shane Lowry zeigt etwas Besonderes

Spieth spielte dann den dritten Ball in den Sandbunker, es sah aus wie bei einem Amateur für einen Moment. Dabei war er Titelverteidiger und hatte dreieinhalb Runden die Maßstäbe gesetzt. Nun musste er sich eine 7 notieren, vier Schläge über Par. In der Fachsprache heißt das Quadruple Bogey.

Langers Chancen waren vor seiner Schlussrunde groß, wie er selbst meinte. Aber nur eine halbe Stunde nach seinem ersten Abschlag war er aus der Spitzengruppe herausgefallen. Er startete mit einem Bogey an der Bahn eins, sein Annäherungsschlag war zu unpräzise. Er benötigte einen Putt aus dem Vorgrün sowie zwei Putts, statt vier Schlägen brauchte er also fünf.

Auf der zweiten Bahn hätte er diesen Schlagverlust ausgleichen können, aber er verschob einen Putt aus vier Metern zum Birdie. Spieth begann in der letzten Zweier-Gruppe mit Smylie Kaufmann (USA) mit einem souveränen Par und legte ein Birdie nach. Damit waren schon früh aus zwei Schlägen Unterschied zwischen Spieth (-4) und Langer (Even Par) vier Schläge Unterschied geworden. Etwas Besonderes hätte Langer jetzt gebraucht, so etwas wie Shane Lowry auf der 16. Bahn gelang.

Spieth kollabiert mit seinem Spiel

Der Ire lochte an dem Par 3 mit einem Ass ein, es war das erste beim diesjährigen Masters. Aber nicht das einzige. Davis Love III, der Ryder-Cup-Kapitän der USA beim Duell in diesem Herbst, legte an selbiger Stelle noch eines nach. Und später glückte noch dem Südafrikaner Louis Oosthuizen dieses Kunststück, auch an der 16. Bahn. Oosthuizens Ball wurde gar von einem schon auf dem Grün liegenden Ball abgelenkt und plumpste ins Loch. Drei Holes-in-One auf dem selben Loch auf nur einer Runde, das gab es seit der ersten Austragung des Masters 1934 noch nie. Langer strauchelte weiter, sogar ein Doppelbogey (zwei über Par) an dem kurzen, aber kniffligen Par 4 der dritten Bahn. "Es kommt auch darauf an, was die anderen machen", hatte Langer vor der vierten Runde gesagt. Sie machten dann: weniger Fehler.

Als Spieth seine ersten neun Bahnen absolviert hatte, sahen die vorderen Plätze so aus: Spieth (-7), Willett (-2), Kjeldsen (-1), Dustin Johnson (-1). Diese vier Profis waren die einzigen, die zu diesem Zeitpunkt unter Par lagen. Langer? Er lag nach zehn Bahnen bei +4 und auf Rang 19.

Der oft zitierte Werbespruch, dass das Masters am Sonntag auf den zweiten neun Bahnen erst beginne ("Sunday at the Masters"), traf dann tatsächlich wieder zu. "Das tut weh", sagte Spieth später und räumte ein: "Das wird noch etwas dauern." Bis er diesen Sonntag verarbeitet hat, meinte er. Spieth habe zu schnell die nächsten Schläge gemacht, befand er, er habe "keinen extra breath" genommen, nicht mal durchgeschnauft. Er hat noch zu seinem Caddie Michael Geller gesagt: "Ich glaube, wir kollabieren." Er wollte sich wachrütteln und Hilfe suchen. Es half nicht.

"Sie haben mir gerade gesagt, ich kann mein Grünes Jackett nicht mitnehmen", sagte Spieth lächelnd und voller Selbstironie zum Abschluss. Er, der Golden Hell erlebte, bewies Klasse im Umgang mit seiner Niederlage.

© SZ.de/ska
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