Fußball:Staatsanwaltschaft nimmt Verfahren gegen Boateng wieder auf

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Eintracht Frankfurt v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Jérôme Boateng lief im Liga-Spiel gegen Frankfurt am 20. Februar mit Trauerflor auf.

(Foto: Pool/Getty Images)

Die Staatsanwaltschaft München I hat Ermittlungen gegen Fußballprofi Jérôme Boateng wieder aufgenommen. Es geht um den Verdacht der vorsätzlichen Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft München I hat ein Verfahren gegen den Fußballer Jérôme Boateng wieder aufgenommen. Das bestätigte Oberstaatsanwältin Anne Leiding auf SZ-Anfrage. Es gehe um den Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung im Fall der "Geschädigten Kasia L." , wie die Staatsanwaltschaft schreibt. Die Tat soll sich im Oktober 2019 abgespielt haben, im Dezember wurde ein Verfahren eingeleitet.

Im Juni 2020 wurden die Ermittlungen dann zunächst eingestellt. Die Staatsanwaltschaft sagt, L. hätte keine belastenden Angaben mehr machen wollen, zudem habe man ein anderes Verfahren am Amtsgericht München abwarten wollen. Dort muss sich Boateng ebenfalls wegen des Vorwurfs der Körperverletzung in einem anderen Fall verantworten. Diese Anklage kann corona-bedingt aktuell nicht verhandelt werden. Damals sagten Boatengs Anwälte der SZ, es gehe um einen privaten Sachverhalt, der im Wesentlichen auf unbewiesenen Behauptungen Dritter beruhe.

Nun habe die Staatsanwaltschaft Hinweise auf eine mögliche Fortführung des Verfahrens im Fall L. erhalten. Die Erkenntnisse seien im Rahmen des "Todesermittlungsverfahrens in Berlin" gewonnen worden. L. war Anfang Februar tot in ihrer Wohnung in Berlin aufgefunden worden. Laut Polizei lagen keine Hinweise auf Fremdverschulden vor.

L. und Boateng waren zeitweise ein Paar. Eine Woche vor dem mutmaßlichen Suizid von L. gab Boateng öffentlich die Trennung bekannt. Eine Bitte um Stellungnahme der SZ zur Wiederaufnahme des Verfahrens ließen Boateng und seine Anwältin am Mittwoch zunächst unbeantwortet. Die Wochenzeitung Die Zeit hatte zuerst über den Sachverhalt berichtet und Boatengs Medienanwältin mit den Vorwürfen gegen ihren Mandanten konfrontiert. Aus der Antwort dürfe man aber nicht zitieren, heißt es in dem Text.

Anmerkung der Redaktion: Wir gestalten unsere Berichterstattung über Suizide bewusst zurückhaltend und verzichten, wo es möglich ist, auf Details. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen von Suizidgedanken, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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