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Fußball:"Wenn, dann soll er uns das Geld schenken"

Aigner wechselt den Verein nach dem Abstieg übrigens ablösefrei. Gültige Verträge besitzen immerhin noch Felix Uduokhai und Marin Pongracic; dass die hochveranlagten Innenverteidiger in der Regionalliga weiter für 1860 spielen, dürfte ausgeschlossen sein, aber zumindest sind hier Einnahmen zu erwarten. Darüber hinaus wird die Profifußball-KGaA laut Fauser auf "Sponsorenzahlungen und Drittmittel" angewiesen sein - aller Voraussicht nach auch auf einige Millionen Euro von Ismaik, der mit der Verweigerung einer Zahlung von rund elf Millionen Euro erst dazu beitrug, dass Sechzig nun in der vierten Liga spielt.

Präsident Robert Reisinger und Vizepräsident Hans Sitzberger betonten gegenüber der SZ, dass weitere Darlehen zum Überleben, so wie sie Ismaik zuletzt im Überfluss gab, und somit eine weitere Überschuldung der KGaA für sie nicht in Frage kommen. "Eine Fortsetzung der Schuldenpolitik der Vergangenheit wird es mit mir nicht geben", sagte Reisinger, "die KGaA wird mit mir keine weiteren Darlehen aufnehmen." Und der langjährige Sponsor Sitzberger formuliert dasselbe etwas pointierter: "Wenn, dann soll er uns das Geld schenken."

Das hat Hasan Ismaik bislang in sechs Jahren so gut wie nie getan. Nicht einmal bei zukunftsgerichteten Investitionen in Spieler, Trainer oder Geschäftsführer, die im Gegensatz zu Aufräumarbeiten ja Spaß machen. Immer nur lieh er seiner eigenen Firma Geld. Diesmal jedoch geht es um die Existenz jener Firma, deren Fortbestand ihm weit mehr am Herzen liegen muss als den e.V.-Vertretern.

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TSV 1860 München

Das Kioyo-Protokoll

Seit 2004 spielte 1860 München in der zweiten Liga. Seitdem gab es einen Fisch, der vom Kopf stinkt und jede Menge Wahnsinn. Eine Rückschau zum Abschied vom Profifußball.