Fußball-EM Wes Hoolahan verwandelt verdient zum 1:0

Der 34-Jährige, der sich nach vier Jahren bei Saint-Germain mit diesem Spiel vielleicht endgültig aus Paris verabschiedet hat, würde ja sicherlich behaupten, er sei mindestens elf Mal besser als jeder Ire. Was er womöglich damit begründen würde, dass er mindestens elf Mal mehr verdient. Dieser Umstand führte allerdings nicht dazu, dass Ibrahimovic die elf Iren alleine besiegen konnte. Im Gegenteil musste er feststellen, dass der Gegner zunächst die bessere Mannschaft war.

Nach 48 Minuten vollendete der starke Wes Hoolahan eine schöne Vorarbeit von Seamus Coleman zum verdienten 1:0. In der ersten Halbzeit hatte die Mannschaft gezeigt, warum auch Weltmeister Deutschland in der Qualifikation nicht gegen sie gewinnen konnte. Hinten robust und schlau verteidigend, nach vorne mit schnellem, geradlinigen Angriffen. John O'Shea, Robbie Brady und Jeff Hendrick mit einem Lattenschuss vergaben die besten Möglichkeiten.

Doch nach der Führung war es mit der irischen Überlegenheit vorbei. In ihrer Not besannen sich nun auch die Schweden auf ihre Stärken. Sie haben nämlich inzwischen ein bisschen mehr zu bieten als nur ihren alten Ibra. Die Generation nach der Überfigur aus Malmö stellt sich erstmals bei einem großen Turnier vor. Trainer Erik Hamrén brachte nun endlich John Guidetti, der die schwedische U21-Nationalmannschaft vor einem Jahr zum EM-Sieg geführt hatte. Mit seinen Kollegen von damals, Oscar Lewicki und Victor Lindelöf, sowie dem nur ein Jahr älteren Leipziger Emil Forsberg übernahmen die Schweden nun das Spiel. Eine Kombination über Forsberg und Guidetti kam dann nach 72 Minuten zu Ibrahimovic, dessen Hereingabe Ciaran Clark ins eigene Tor köpfelte.

Der Punkteteilung könnte dazu führen, dass die beiden Favoriten der Gruppe aus Italien und Belgien nun leichtes Spiel haben, die Plätze eins und zwei unter sich aufzuteilen. Doch im Stade de France kümmerte sich erst mal niemand darum. Am Ende verabschiedeten die Fangruppen ihre Spieler lang und ausgiebig. Und begannen vor den Toren des Stadions gleich wieder mit dem Singen.


Quelle: Opta