bedeckt München
vgwortpixel

Fußball:Die neuen Regeln der Branche

Andreas Hinkel geht es wie Thomas Hitzlsperger, 29, wie Timo Hildebrand, 32, wie Gerald Asamoah, 32, oder David Odonkor, 27. Sie alle sind mehr oder weniger hoch dekorierte Fußballer, einige von ihnen laufen in Sönke Wortmanns "Sommermärchen" durchs Bild, aber im Moment könnte man höchstens ein Dokudrama "Arbeitslos! Was nun?" mit ihnen drehen.

FC Sevilla - Training vor UEFA-Cup-Finale - Andreas Hinkel

Einst Nationalspieler, derzeit ohne Verein: Andreas Hinkel.

(Foto: dpa)

Und das Schlimmste ist, dass sie die Regeln ihrer Branche nicht mehr verstehen. In Schottland hat Hinkel die englische Premier League genau verfolgt, und er erinnert sich an einen Spieler namens Hitzlsperger, der beim späteren Absteiger West Ham United in verblüffender Verfassung aus einer Verletzungspause zurückkehrte.

"Wahnsinn", sagt Hinkel, "der Hitz hat Tore geschossen und vorbereitet, er hat überragende Spiele gemacht und West Ham fast noch gerettet. Und einer wie er findet keinen Job!"

Jeder dieser Spieler hat seine eigene Geschichte, aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind in einem Alter, in dem man von Jürgen Klopp nicht mehr verpflichtet und von Joachim Löw nicht mehr berufen wird. "Ich glaube, dass die Meisterschaft des BVB und die Erfolge der Nationalelf den Markt verändert haben", sagt Hinkel.

Und auch der Spielerberater Jörg Neblung, der zurzeit den Torwart Hildebrand an den Mann zu bringen versucht, registriert "eine Schieflage im Markt" und eine "überproportionale Wertschätzung für junge Spieler".

Wer zurzeit einen Vertrag haben möchte, ist gut beraten, wenn er zwischen 18 und 22 ist, wenn er eines der heiligen Klubinternate besucht hat, wenn er sich mit lautem Hurra in hochintensive Trainingseinheiten stürzt oder wenigstens schnell und pressingtauglich ist wie Ciprian Marica. Wenn er nie verletzt war und nie verletzt sein wird. Wenn er schlau und mündig ist und trotzdem Klopp oder Löw an den Lippen hängt. Und wenn er einen Wert darstellt - wenn man ihn also schön ins Schaufenster stellen und irgendwann meistbietend verkaufen kann.

DFB-Pokal

Viertligist blamiert den VfL Wolfsburg