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Fußball-Bundesliga:Gladbach wirft Trainer Schubert raus

Am Ende ging alles ganz schnell. Ein letztes Gespräch, ein paar Formalitäten, dann war die Zeit von Trainer André Schubert bei Borussia Mönchengladbach abgelaufen. "Wir sind gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, unsere Zusammenarbeit jetzt zu beenden", sagte Sportdirektor Max Eberl nach dem desaströsen Ende eines turbulenten Jahres.

Über die Nachfolge will die Borussia "zu gegebener Zeit" informieren. Schon unmittelbar nach dem bitteren 1:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg hatte sich die Trennung abgezeichnet: Mit nur einem Sieg aus den vergangenen elf Ligaspielen ist der Champions-League-Teilnehmer in Abstiegsgefahr geraten. "Jeder kann die Tabelle lesen. Jeder sieht, wie wir gerade Fußball spielen. 16 Punkte nach 16 Spielen - die nackten Zahlen sprechen für sich", sagte Eberl unmissverständlich.

Schubert sprach bereits am Mittwoch davon, dass "ein neuer Impuls von außen" die richtige Maßnahme für den Klub sein könnte. Der Verein werde "immer wichtiger und größer sein als der Einzelne", sagte er. Schubert, der schon am Dienstag auf Durchhalteparolen verzichtet hatte, bedankte sich für "eine großartige Zeit mit tollen Menschen", es klang nach Wehmut.

Kommt nun Dieter Hecking?

Am Ende hatte Schubert nicht nur die Fans, sondern auch die Fakten gegen sich. Erst Ende September hatte der 45-Jährige seinen auslaufenden Vertrag bis 2019 verlängert, anschließend ging es rapide bergab. Besonders auswärts gab es nichts zu holen: Im Kalenderjahr 2016 verlor seine Mannschaft zwölf von 16 Gastspielen.Der Kredit seines starken Starts war daher längst aufgebraucht.

Nach dem Rücktritt von Lucien Favre im September 2015 hatte Schubert den Job übernommen und die Borussia vom letzten Platz in die Champions League geführt. Zuletzt aber klappte nicht mehr viel. "Es tut mir persönlich sehr leid, auch für die Fans. Ich bin sehr enttäuscht", sagte Schubert.

Als möglicher Nachfolger geisterte zuletzt immer wieder der Name Dieter Hecking, der vor Kurzem beim VfL Wolfsburg entlassen wurde, durch den Borussia-Park. Groß ist die Auswahl ohnehin nicht. Auch Arie van Lent wäre eine Option. Der Ex-Profi der Gladbacher führt derzeit mit der Regionalliga-Mannschaft der Fohlen die Tabelle an und könnte von der vierten in die erste Liga befördert werden - so wie einst Schubert. Zumindest bei den Fans gilt der Niederländer als äußerst beliebt.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc

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