Fußball:Belgien stürmt mit 4:0 gegen Ungarn ins EM-Viertelfinale

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Toulouse (dpa) - Mit einem Offensiv-Spektakel hat Belgien die überraschend erfolgreiche EM-Reise von Ungarn-Trainer Bernd Storck beendet und sich eindrucksvoll im Kreis der Turnierfavoriten zurückgemeldet.

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Toulouse (dpa) - Mit einem Offensiv-Spektakel hat Belgien die überraschend erfolgreiche EM-Reise von Ungarn-Trainer Bernd Storck beendet und sich eindrucksvoll im Kreis der Turnierfavoriten zurückgemeldet.

Die Roten Teufel feierten in Toulouse einen auch in dieser Höhe verdienten 4:0 (1:0)-Sieg und treffen nun im Viertelfinale auf Wales mit seinem Starstürmer Gareth Bale.

Vor 28 921 Zuschauern trafen Toby Alderweireld in der 10. Minute, Michy Batshuayi (78.), der vor allem in der zweiten Halbzeit stark auftrumpfende Eden Hazard (79.) und Yannick Carrasco (90.+1) für das Team von Trainer Marc Wilmots. „Wir sind einfach sehr glücklich. Es ist noch zu früh, um weiter zu denken. Wir schauen von Spiel zu Spiel. Aber wir haben die Qualität, um weit zu kommen“, sagte Hazard.

Für Ungarn war es die erste Niederlage bei dieser EM. Storck bedankte sich nach dem bitteren EM-Abschied als Erstes bei seinem Assistenten Andreas Möller, während Mittelfeldspieler Gergo Lovrencsics bilanzierte: „Es tut uns für unsere Fans Leid, dass wir so hoch verloren haben. Aber wir können Frankreich mit Stolz verlassen.“

Die Belgier feierten dagegen ausgelassen ihren größten Erfolg seit dem Finaleinzug 1980. Angetrieben von Hazard und 75-Millionen-Mann Kevin De Bruyne, die beide wesentlich engagierter und lauffreudiger agierten als in den Vorrundenspielen, beschäftigten sie die Ungarn und sorgten früh für Gefahr im Strafraum. Nachdem Ungarns Torwart-Oldie Gábor Király zunächst noch gegen Romelu Lukaku (6.) und De Bruyne (7.) abwehren konnte, war er beim Tor von Alderweireld nach einer scharfen Freistoß-Flanke von De Bruyne machtlos.

Die Taktik der Ungarn war damit früh hinfällig. Die lieber auf Konter lauernde Storck-Mannschaft musste nun notgedrungen mehr für den eigenen Spielaufbau tun. Doch dem Überraschungsteam der Vorrunde fiel wenig ein, zumal der Bremer Laszlo Kleinheisler kurzfristig verletzt ausfiel und durch Adam Pinter nicht gleichwertig ersetzt werden konnte.

Den Belgiern spielte das in die Karten. Sie praktizierten eindrucksvoll ihr gefürchtetes schnelles Umschaltspiel, mit dem sie die ungarische Defensive mehrfach überrumpelte. Einen stark verbesserten Eindruck machte dabei vor allem der quirlige De Bruyne. Die Pässe der belgischen Nummer zehn sorgten immer wieder für Gefahr.

Nur die Effektivität ließ lange zu wünschen übrig. De Bruyne (15./30.) sündigte gleich zweimal und hatte dann Pech, als Király (35.) einen Freistoß des Ex-Wolfsburgers mit den Fingerspitzen an die Latte lenkte. Auch drei Minuten später blieb der frühere Hertha-Torwart, mit 40 Jahren ältester EM-Teilnehmer der Geschichte, im Privatduell mit dem Mittelfeldmann von Manchester City Sieger.

Die mangelhafte Chancenverwertung wäre für die Belgier kurz vor der Pause fast zum Bumerang geworden. Erst zielte Lovrencsics aus der Distanz einen Tick zu hoch, dann Balázs Dzsudzsák knapp daneben. Auf der Gegenseite war es wieder Király, der sein Team mit einem Reflex gegen Dries Mertens im Spiel hielt. „Wir haben alles gegeben, aber wir waren wohl etwas müde“, stellte Király nach dem Abpfiff fest.

Nur 24 Sekunden nach der Pause war Király bei einem Hazard-Schuss erneut zur Stelle. Doch in diesem Takt ging es nicht weiter, denn der Außenseiter legte nun zu und stürzte die Belgier einige Male in Verlegenheit. Vor allem bei einem abgefälschten Schuss von Pinter (66.) musste sich Thibaut Courtois vom FC Chelsea mächtig strecken.

Erst spät machte der Favorit alles klar. Zunächst setzte sich Hazard mit einem feinen Solo auf der linken Seite durch und dann den eingewechselten Batshuayi mustergültig ein. Der Stürmer von Olympique Marseille musste frei vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten. 60 Sekunden später belohnte sich Hazard für seinen starken Auftritt, als er Király mit einem platzierten Schuss aus 16 Metern keine Chance ließ. Carrasco setzte in der Nachspielzeit noch eins drauf.

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