French Open Kerber erreicht als einzige deutsche Spielerin das Achtelfinale

Die frühere Tennis-Weltranglisten-Erste Angelique Kerber hat als erste deutsche Spielerin das Achtelfinale der French Open in Paris erreicht.

(Foto: AFP)

Die 30-Jährige bezwingt die Niederländerin Kiki Bertens 7:6 (7:4), 7:6 (7:4). Julia Görges hat gegen Serena Williams keine Chance. Auch für Andrea Petkovic ist das Turnier beendet.

Angelique Kerber steht bei den French Open in Paris in der Runde der letzten 16. Die an Postion zwölf gesetzte Kielerin setzte sich am Samstag in einem engen Match gegen die niederländische Sandplatzspezialistin Kiki Bertens (Nr. 18) 7:6 (7:4), 7:6 (7:4) durch. Im Achtelfinale trifft die ehemalige Nummer eins der Welt nun auf Caroline Garcia (Frankreich/Nr. 7).

Kerber hatte in ihrem dritten Match beim Turnier am Bois de Boulogne von Beginn an keineswegs fehlerfrei agiert. Bei Bertens, die Kerber 2016 in der ersten Runde von Roland Garros besiegt und anschließend das Halbfinale erreicht hatte, war die Quote allerdings noch ein wenig höher. Im Tiebreak bewies die Deutsche dann zudem im entscheidenden Moment Nervenstärke. Im zweiten Satz ließ Kerber zwar erneut einige Chancen liegen, war aber weiterhin die etwas stabilere Spielerin. Nach 1:44 Stunden verwandelte die zweimalige Grand-Slam-Siegerin ihren ersten Matchball. In den ersten beiden Runden hatte Kerber für ihre ungefährdeten Siege im deutschen Duell gegen Mona Barthel sowie gegen die Rumänin Ana Bogdan jeweils genau 60 Minuten gebraucht.

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Görges gegen Serena Williams ohne Chance

Julia Görges (Bad Oldesloe) verlor ihr Duell gegen Serena Williams deutlich und verpasste damit den Einzug ins Achtelfinale. Die 29-Jährige unterlag der US-Amerikanerin in Runde drei 3:6, 3:6. Während Williams nun ein Duell mit der Russin Maria Scharapowa erwartet, hat Görges in Paris weiterhin nur 2015 die Runde der letzten 16 erreicht. Görges fand im gesamten Match kaum ein Mittel gegen den starken Aufschlag der 23-maligen Grand-Slam-Gewinnerin.

Williams, die nach 13-monatiger Babypause in Paris ihr Comeback bei einem Major-Turnier gibt, genügte deshalb ein Break zum Gewinn des ersten Satzes. Insgesamt war die frühere Weltranglistenerste in allen Belangen die bessere Spielerin.Im zweiten Durchgang nutzte Görges zwar ihren einzigen Breakball der gesamten Partie, musste aber auch selbst zweimal den Aufschlag abgeben. So war das Match nach 1:15 Stunden beendet. In der ersten Runde hatte Görges die ehemalige Top-10-Spielerin Dominika Cibulkova (Slowakei) und anschließend die Belgierin Alison van Uytvanck ausgeschaltet.

Petkovic verpasst das Achtelfinale

Andrea Petkovic ist in der dritten Runde der French Open ausgeschieden. Die Darmstädterin verlor am Samstag in Paris 5:7, 0:6 gegen die Tennis-Weltranglisten-Erste Simona Halep aus Rumänien. Petkovic hielt im ersten Satz stark dagegen, musste sich nach dem 0:1 im zweiten Durchgang aber am rechten Knie behandeln lassen. Nach 1:28 Stunden verbuchte Halep im achten Duell mit Petkovic den siebten Erfolg. Vor vier Jahren hatte sie sich in Paris im Halbfinale durchgesetzt. Halep trifft im Achtelfinale am Montag auf die Belgierin Elise Mertens. Als letzte deutsche Starterinnen im Turnier mussten am Samstag noch Angelique Kerber und Julia Görges antreten.

Maximilian Marterer hat derweil seine Chance genutzt und sich bei den French Open erstmals für das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers qualifiziert. Der 22 Jahre alte Tennisprofi aus Nürnberg schaltete am Samstag in der dritten Runde Außenseiter Jürgen Zopp aus Estland aus, der als Lucky Loser nach verpasster Qualifikation nachträglich ins Hauptfeld gekommen war. Nach dem 6:2, 6:1, 6:4 gegen Zopp trifft Marterer in Paris am Montag auf Rekordsieger und Titelverteidiger Rafael Nadal. Der Spanier gewann am Samstag 6:3, 6:2, 6:2 gegen den Franzosen Richard Gasquet.

"Ich hab' ein echt gutes Match gemacht. Das ist jetzt schon ein unglaubliches Turnier für mich", sagte Marterer bei Eurosport. "Gegen Rafa zu spielen, war schon immer ein großer Traum für mich. Es wäre schön, wenn er in Erfüllung gehen könnte."Marterer brauchte zwei Tage nach seinem überraschenden Erfolg über den kanadischen Aufsteiger Denis Shapovalov nur eine Stunde für die 2:0-Satzführung. Der Weltranglisten-70. machte viel weniger Fehler als der ebenfalls druckvoll spielende Zopp, der schon einmal die Nummer 71 der Welt war, jetzt aber nur noch an Position 136 geführt wird.

Mischa Zverev verliert gegen Kevin Anderson

Zopp spielte im dritten Satz besser, half beim entscheidenden Break zum 4:3 für Marterer aber erneut kräftig mit. Nach 1:39 Stunden nutzte der von Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann betreute Linkshänder gleich seinen ersten Matchball.Alexander Zverev trifft im Achtelfinale am Sonntag auf den Russen Karen Chatschanow. Die Nummer 38 der Tennis-Welt gewann das am Samstag fortgesetzte Drittrunden-Spiel gegen den Franzosen Lucas Pouille 6:3, 7:5, 6:3. Die Partie war am Freitagabend wegen Regens beim Stand von 1:1 im dritten Satz abgebrochen und vertagt worden.

Gegen den 22 Jahre alten Chatschanow hat Zverev bisher einmal gespielt, 2016 gewann der Weltranglisten-Dritte beim Hallenturnier in St. Petersburg. Zverev hatte am Freitag mit seinem Fünf-Satz-Sieg gegen Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina erstmals in Paris die Runde der letzten 16 erreicht. Für Chatschanow ist es schon das zweite Achtelfinale bei den French Open nach dem vergangenen Jahr.Bei den Damen überzeugte die zweimalige French-Open-Siegerin Maria Scharapowa aus Russland beim 6:2, 6:1 gegen die frühere Weltranglisten-Erste Karolina Pliskova aus Tschechien. Scharapowa trifft nun entweder auf die deutsche Nummer eins Julia Görges oder in einem Duell einstiger Nummer-eins-Spielerinnen auf Serena Williams aus den USA. Auch Wimbledonsiegerin Garbiñe Muguruza und US-Open-Siegerin Sloane Stephens aus den USA kamen weiter.

Anders Mischa Zverev, der es nicht schaffte, wie sein Bruder Alexander ins Achtelfinale einzuziehen. Der 30 Jahre alte Hamburger verlor in der dritten Runde 1:6, 7:6 (7:3), 3:6, 6:7 (4:7) gegen Kevin Anderson. Der US-Open-Finalist aus Südafrika ist in Paris an Nummer sechs gesetzt. Bei einem Sieg wären Alexander und Mischa Zverev erst das dritte Bruderpaar in der Geschichte des Profitennis gewesen, das bei einem Grand-Slam-Turnier im Achtelfinale steht. Gegen Anderson hielt Zverev erst ab dem zweiten Satz mit und drehte dort im Tiebreak einen 0:3-Rückstand mit sieben Punkten in Serie. Nach 2:47 Stunden stand das Aus jedoch fest.