bedeckt München

Frauen-Finale in London:Wolfsburg gewinnt die Champions League

Das historische Triple ist perfekt: Gegen den scheinbar übermächtigen Titelverteidiger Olympique Lyon gewinnt der VfL Wolfsburg durch einen Handelfmeter von Martina Müller auch die Champions League. Zuvor hatten die Französinnen 95 Spiele in Serie nicht verloren.

Die Fußballfrauen des VfL Wolfsburg haben ihr Titel-Triple perfekt gemacht und eine Traumsaison mit dem ersten Champions-League-Sieg gekrönt. Gegen den nur scheinbar übermächtigen Titelverteidiger Olympique Lyon setzte sich der deutsche Meister und Pokalsieger am Donnerstagabend vor etwa 17 000 Zuschauern an der Londoner Stamford Bridge nach einer couragierten Leistung mit 1:0 (0:0) durch und trug sich als viertes deutsches Frauen-Team in die Siegerliste des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs ein.

Den umjubelten Siegtreffer erzielte Martina Müller per Handelfmeter in der 74. Minute. Um 22.34 Uhr nahm Spielführerin Nadine Kessler den Pokal aus den Händen von Uefa-Präsident Michel Platini entgegen und reckte ihn stolz in die Höhe. "Der Champions League-Sieg ist die Krönung einer bemerkenswerten Saison des VfL Wolfsburg", sagte Bundestrainerin Silvia Neid: "Wer es schafft, gegen eine internationale Top-Mannschaft wie Lyon zu bestehen, der verdient höchste Anerkennung."

Der Wolfsburger Coup beendete eine Serie von 95 Spielen ohne Niederlage für Lyon. Die Französinnen hatten den Wettbewerb 2011 gegen Turbine Potsdam und 2012 gegen den 1. FFC Frankfurt gewonnen und standen zum vierten Mal in Serie im Finale. 2010 hatte Potsdam als letztes deutsches Team die Champions League gegen Lyon gewinnen können.

Martina Müller tritt an und trifft

Auch Fifa-Chef Joseph Blatter und Platini als Tribünengäste staunten nicht schlecht über den Wolfsburger Schwung. Von Angst vorm großen Konkurrenten war nichts zu sehen. Im Gegenteil: Schon nach vier Minuten strich ein Fallrückzieher von Kessler nur knapp am Lyon-Tor vorbei. Auf Augenhöhe begegneten die Wolfsburgerinnen ihren Kontrahentinnen, gerade physisch hielten sie kompakt dagegen. Alexandra Popp (24.) und Müller (39.) hatten mit Distanzschüssen weitere gute Chancen vor dem Seitenwechsel.

Im eigenen Strafraum rettete einmal Ivonne Hartmann (26.) kurz vor der Torlinie. Vetterlein parierte gegen Lotta Schelin (14./32.) und Amandine Henry (27.), die zuvor schon bei einem Kopfball (12.) Pech gehabt hatte. Da Camille Abily eine große Chance (30.) ungenutzt ließ ging es torlos in die Kabinen. In der zweiten Halbzeit erhöhte Lyon den Druck. Wolfsburg verlegte sich auf's Kontern - es fehlte aber oft an Kraft und Präzision. Aber: In der 67. Minute wäre Müller der Lyon-Abwehr fast entwischt. Torfrau Sarah Bouhaddi passte auf.

Kurz darauf sprang Laura Georges der Ball an die Hand. Schiedsrichterin Teodora Albon aus Rumänien lag mit ihrer Strafstoß-Entscheidung richtig und Müller ließ sich die Chance mit einem satten Schuss in die Tormitte nicht nehmen. Lyon rannte an - Wolfsburgs Abwehr stand aber sicher. Mit dem Schlusspfiff begann für Müller und Co. eine lange Party-Nacht.

© Süddeutsche.de/dpa/ebc
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema