Formel 1 Rosberg erobert die WM-Führung zurück

Nico Rosberg gewinnt den Großen Preis von Singapur und übernimmt damit auch die WM-Führung.

(Foto: AFP)

Dem Mercedes-Pilot gelingt beim Großen Preis von Singapur ein Start-Ziel-Sieg. Damit übernimmt er die WM-Führung von Lewis Hamilton, der im Nachtrennen Dritter wird.

Nico Rosberg hat im Nachtrennen von Singapur die WM-Führung zurückerobert. Der deutsche Mercedes-Pilot feierte nach einem dramatischen Finale mit 0,4 Sekunden Vorsprung den Sieg in seinem 200. Formel-1-Rennen. Rosberg ließ sich weder von überhitzten Bremsen an seinem Auto noch von einem brachialen Last-Minute-Angriff durch den zweitplatzierten Daniel Ricciardo im Red Bull aufhalten.

Teamkollege Lewis Hamilton schaffte es im zweiten Silberpfeil wenigstens noch aufs Podest. Der Brite wurde Dritter vor Kimi Räikkönen im Ferrari und musste damit seine WM-Führung an Rosberg abgeben. In dem zu Beginn durch einen Startunfall von Nico Hülkenberg ereignisreichen Großen Preis von Singapur fuhr Sebastian Vettel im Ferrari nach einer strategischen Meisterleistung vom letzten Startplatz aus noch auf Rang fünf.

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An der Spitze gelang Rosberg bei dem Nachtrennen sein erster Erfolg auf dem 5,065 Kilometer langen Marina Bay Street Circuit von Singapur. Durch den 22. Sieg seiner Karriere verdrängte er Hamilton nach vier Grand Prix wieder vom ersten Platz in der Fahrer-Wertung. Nach 15 von 21 Rennen hat Rosberg nun acht Punkte Vorsprung auf Hamilton.

Das Rennen beginnt turbulent: Hülkenberg scheidet nach einem Unfall aus, dann taucht ein Arbeiter auf der Strecke auf

Beim Versuch, sich von Rang acht nach vorn zu arbeiten, kollidierte Nico Hülkenberg in seinem Force India beim Start mit dem Toro Rosso von Carlos Sainz. Sein Aufwärtstrend mit zuletzt fünf Top-Ten-Platzierungen wurde durch den Unfall abrupt gestoppt. Danach musste zum 13. Mal im insgesamt neunten Singapur-Rennen das Safety Car auf die Strecke. In der dritten Runde war Hülkenbergs Wagen, der in die Seitenwand an der Start- und Zielgeraden eingeschlagen war, entfernt, es ging weiter.

Rosberg dürfte allerdings seinen Augen nicht getraut haben, als vor ihm kurz darauf ein Streckenarbeiter in seinem orangenen Overall auftauchte. Zum Glück passierte nichts, der Posten konnte sich rechtzeitig hinter die Leitplanke retten. Vor einem Jahr hatte sogar ein Zuschauer die Strecke überquert. Nach dem turbulenten Beginn tat sich erstmal weniger auf dem Stadtkurs in der asiatischen Metropole. Vettel hatte sich schnell auf den 13. Rang vorgearbeitet, nachdem er vom Ende des Feldes hatte starten müssen.

Vorneweg fuhr Rosberg, er musste ebenso wie Hamilton auf Rang drei auf die Bremstemperatur achten. Ricciardo versuchte unterdessen, den Rückstand auf Rosberg so gering wie möglich zu halten. Auf Hamilton fuhr Rosberg zunächst einen Vorsprung von rund 10 Sekunden raus. "Ich habe keine Ahnung, was passiert", funkte der Brite nach 14 von 61 Runden etwas hilflos an die Box. Denn nun begann bereits das Taktikspiel.

Hamilton und Räikkönen liefern sich einen harten Zweikampf um Platz drei

Überraschenderweise kam Ricciardo vor Rosberg in die Box, mit ihm Hamilton. Eine Runde später holte sich Rosberg neue Reifen, weshalb kurz Räikkönen die Spitze übernahm. Wichtig aber war aus der Sicht des Deutschen, dass er vor Ricciardo und Hamilton blieb. Immer verzweifelter klangen derweil die Funksprüche von Lewis Hamilton. Die überhitzten Bremsen machten dem Briten schwer zu schaffen. Und von Platz vier machte Räikkönen nach seinem ersten Stopp Druck. Mit einem spektakulären Manöver zog der finnische Weltmeister von 2007 schließlich an Hamilton vorbei.

Mit einem cleveren Boxenstopp schnappte sich der Brite aber wenig später wieder Rang drei. An der Rennspitze kam ebenfalls richtig Spannung auf. Denn durch einen weiteren Reifenwechsel konnte Ricciardo Runde um Runde gegenüber Rosberg aufholen, der nach Rücksprache mit seinem Team auf einen dritten Boxenstopp verzichtet hatte.

Der Australier fuhr teilweise drei Sekunden schneller pro Runde, Mercedes schaltete von der Box aus die volle Leistung des Motors frei. Es wurde knapp, am Ende entschieden vier Zehntelsekunden zugunsten von Rosberg.

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