Günther Steiner

Unter den Teamchefs ist der Südtiroler ein echter Held, auch wenn der Haas-Rennstall nicht unbedingt im Mittelpunkt steht. Seit der Streamingdienst Netflix seine Formel-1-Serie ausstrahlt, kennt eine weltweite Fangemeinde das harte Berg-Englisch des Motorsportfachmanns. Steiners Sprüche und Flüche (und auch sein Akzent) sind Kult. Der 54-Jährige verfolgt seine Ideallinie, hart, aber nicht uncharmant - und für die Branche unglaublich uneitel. Beim Rennen in Kanada bekamen die Netflix-Regisseure frisches Material. Sein Pilot Kevin Magnussen beschwerte sich, dass er noch nie in einem so schlechten Auto gesessen habe. Der Däne hatte wohl vergessen, dass er es war, der den Haas-Ferrari am Nachmittag in die Mauern gesetzt hatte. Sein Renningenieur blieb trotzdem höflich: "Niemand von uns ist glücklich mit dem Tempo, wir haben die ganze Nacht lang das Auto repariert." Dann schnappte sich Steiner erneut das Funkgerät: "Es reicht. Genug ist genug." Magnussen, der gern den harten Wikinger gibt, dürfte nach dem vorletzten Platz kleinlaut in die Box zurückgekommen sein ...

Bild: AFP 10. Juni 2019, 11:282019-06-10 11:28:55 © SZ.de/tbr