Mannschafts-Flüchtlinge im FußballMit der S-Bahn nach Hause

Jens Lehmann schont die Umwelt, Sepp Maier bremst mit der Hand und Diego verlässt vor dem wichtigsten Spiel wortlos die Mannschaftssitzung: Von Helmut Rahn bis Kevin Kuranyi - die schönsten Flüchtlingsgeschichten des Fußballs.

Jens Lehmann schont die Umwelt, Sepp Maier bremst mit der Hand und Diego verlässt wortlos die Mannschaftssitzung: Von Rahn bis Kuranyi - die schönsten Flüchtlingsgeschichten des Fußballs. In Bildern.

Gewiss, Diego ist ein Mann mit dem Gespür für den Augenblick: Er kann gescheite Pässe spielen, die eine Sekunde vorher oder nachher wirkungslos wären. Besondere Augenblicke erleben Fußballer jedoch auch, wenn sie in einem Abstiegsfinale stehen: Wenn die Existenz auf dem Spiel steht, wenn das Wohl des Klubs die Bedürfnisse eines einzelnen Spielers überragt. Tatsächlich? Diego entschied sich für einen anderen Weg. Als er vor dem entscheidenden Saisonspiel seines VfL Wolfsburg erfuhr, dass er nur auf der Bank Platz nehmen soll, verließ Diego augenblicklich die Mannschaftssitzung, verweigerte die Fahrt zum Stadion, ließ seinen Klub im wichtigsten Spiel überhaupt im Stich. Sein Glück war nur, dass Wolfsburg ohne ihn nicht abstieg. Tags darauf erschien Diego zum Training, lief und dribbelte, als sei nichts gewesen. Er kann sich jedoch sicher sein: Trainer Felix Magath ist definitiv nachtragend.

Text: Carsten Eberts und Thomas Hummel

Bild: dpa 16. Mai 2011, 13:592011-05-16 13:59:45 © sueddeutsche.de/ebc/hum