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FC Bayern in den USA:Viele Namen im Gepäck

  • Der FC Bayern reist zu Marketingzwecken in die USA, doch Präsident Hoeneß und Sportchef Salihamidzic bleiben in Deutschland.
  • Es gibt viel zu tun für die Verantwortlichen - die Münchner wollen schließlich unbedingt noch neue Spieler verpflichten.
  • Trainer Niko Kovac spricht aus sportlicher Sicht von "erschwerten Bedingungen" in der Vorbereitung.

Arnold Schwarzenegger werden die Bayern auf ihrer Reise auch treffen, so ist es jedenfalls verabredet. Eine Vergnügungsfahrt wird die anstehende Sommertour des FC Bayern dennoch nicht. Vor der zehntägigen USA-Reise, die an diesem Montag beginnt, spricht Trainer Niko Kovac aus sportlicher Sicht von "erschwerten Bedingungen" in der Vorbereitung, "das muss man ganz klar sagen": zwölf Stunden Flug nach Los Angeles, neun Stunden Zeitunterschied, wenig Zeit für Training, brütende Hitze in den Spielorten Carson bei Los Angeles, Houston und Kansas City (Kansas) und insgesamt mehr als 20 000 Flugkilometer.

"Das wird sicherlich 'ne spannende Reise", sagt Bayern-Profi Thomas Müller und mahnt auch gleich, dass "wir sicherlich auch versuchen müssen, ein paar Einheiten einzulegen". Trainer Kovac strebt eine "optimale Trainingssteuerung" an und sagt mit Blick auf die drei Testspiele gegen den FC Arsenal (18. Juli, 5 Uhr), Real Madrid (21. Juli, 2 Uhr) und den AC Mailand (24. Juli, 3 Uhr/alle MESZ, Sport1 und DAZN): "Die Ergebnisse sind sekundär."

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Primär ist dagegen die Nachricht der Bild-Zeitung, dass Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic anders als ursprünglich geplant nun lieber daheim in Deutschland bleiben. Die Bayern wollen offenbar alle Managementkräfte für mögliche Transfers in München (oder sonstwo auf europäischem Boden) bündeln.

Welche Spieler kommen noch?

Wie immer werden vor solchen Reisen die unterschiedlichen internen Sichtweisen offenbar. Während vom jeweiligen Coach und auch vom Folkloristen Hoeneß stets skeptische Töne zu vernehmen sind, gilt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge allein schon kraft Amtes als Verfechter solcher Trips: "Es gibt keine Alternative zu diesen Reisen", sagte Rummenigge dem Sport-Informations-Dienst, er sehe die Vorbereitung "in keinster Weise belastet. Ganz im Gegenteil: Unsere Spieler mögen solche Reisen". Der FC Bayern müsse sich als "globale Marke" präsentieren, außerdem sei die Tour "top organisiert", von einer Strapaze könne keine Rede sein. Schließlich habe man ja "den Leitspruch: in Bayern zu Hause, in der Welt dahoam".

Den Trainer Kovac interessiert naturgemäß mehr, mit welchen Spielern er in der anstehenden Saison die sportlichen Ziele erfüllen soll. Zwar werden bis auf den 80-Millionen-Euro-Rekordeinkauf Lucas Hernández, der nach einer Knieoperation sein Aufbauprogramm in München fortführt, alle Spieler in den Staaten mit dabei sein und also auch die Zugänge Benjamin Pavard und Fiete Arp erstmals im Bayern-Trikot auflaufen - dennoch werden die Münchner auch jenes Thema an Bord haben, mit dem sie seit Wochen konfrontiert werden: Welche Spieler kommen noch?

Mit jedem Tag, den die Bayern tatenlos verstreichen lassen, müssen sie mehr damit leben, dass die Gerüchte allmählich überschwappen. Neben Leroy Sané und Ousmane Dembélé ist nun auch wieder der Franzose Nicolas Pépé, 24, aus Lille im Gespräch, allerdings möchte wohl auch der FC Arsenal den Flügelspieler verpflichten. Auch Leipzigs Timo Werner, der zuletzt etwas in den Hintergrund der Spekulationen geraten ist, gilt wieder als Option für einen sofortigen Transfer. Man werde sich mit Timo Werner "zeitnah noch mal austauschen", kündigte Leipzigs neuer Sportdirektor Markus Krösche an, "dann wird er eine Entscheidung treffen, und wir werden jede Entscheidung akzeptieren".