Bundesliga:Coman fehlt Bayern wegen Herz-OP

FC Bayern München v Hertha BSC - Bundesliga

Kingsley Coman: Musste am Herzen operiert werden

(Foto: Getty Images)

Der Franzose musste sich am Donnerstag einem Eingriff am Herzen unterziehen, soll aber am Dienstag wieder ins Cardio-Training einsteigen. "Es klingt deutlich dramatischer als es ist", sagt Trainer Nagelsmann.

Julian Nagelsmann lachte. "Doktor Schiwago" hatte sich der Trainer von Bayern München gerade selbstironisch genannt, so kenntnisreich und detailliert hatte er über die überraschende Herz-OP bei Kingsley Coman berichtet. Wie nebenbei schaffte es der Hobby-Mediziner damit, der an sich besorgniserregenden Nachricht jeglichen Schrecken zu nehmen. "Es klingt deutlich dramatischer als es ist", sagte "Dr." Nagelsmann und versicherte: "Ihm geht es sehr gut."

Der Coach verkündete die Neuigkeit fast nebenher, als er zu möglichen Ausfällen für das Bundesliga-Duell mit Aufsteiger VfL Bochum am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gefragt wurde. Coman muss wie Corentin Tolisso (Wade) passen, soll aber "spätestens" in zwei Wochen wieder mit dem Team trainieren können. Weil er zuletzt immer wieder Atemprobleme hatte und über plötzlichen Leistungsabfall geklagt hatte, wurde bei dem Eingriff eine Leitungsbahn zum Herz verödet. "Das ist nicht so krass, das haben mehrere Menschen", sagte Nagelsmann unaufgeregt und witzelte: "Aber es ist ein Unterschied, ob meine größte Anstrengung ist, zum Kühlschrank zu gehen und mir ein kühles Helles zu holen - oder ob ich Leistungssportler bin." Die über die Leiste ausgeführte OP sei nur mit einem "überschaubaren Risiko" verbunden gewesen.

Ähnliches soll für das Bochum-Spiel gelten. Nagelsmann versprach: "Wir werden garantiert niemanden unterschätzen!" Stattdessen gelte es, den "Schwung" aus dem Traumstart in die Champions League in Barcelona (3:0) sowie von der wichtigen Vertragsverlängerung mit Leon Goretzka mitzunehmen. Denn, so betonte der Trainer mit Blick auf Tabellenplatz zwei: "Wir sind aktuell nicht da, wo wir sein wollen."

Deshalb will er es mit der Rotation auch nicht übertreiben. Goretzka gab Nagelsmann vor dem Wiedersehen mit dessen Jugendklub eine Startelf-Garantie. Er habe sich "extrem" über die Unterschrift des Nationalspielers bis 2026 und die warmen Worte über sich gefreut. Wobei, meinte Nagelsmann und schmunzelte, "er kann ja nicht sagen, der Trainer ist unfassbar blind, und ich bleibe nur wegen der Kohle".

Goretzka selbst blickt dem Wochenende mit großer Vorfreude entgegen. "Das ist ein ganz besonderes Spiel, das ist meine Heimatstadt, mein Heimatverein. Es war eine absolute Wohlfühloase für mich", sagte der 26-Jährige: "Ich mache aus der Liebe zu dem Verein kein Geheimnis." Muss er auch nicht: Beide Klubs verbindet eine alte Fanfreundschaft.

Für Nagelsmann ist Goretzkas Ja - ebenso wie jenes von Joshua Kimmich (bis 2025) - "ein sehr gutes Zeichen, nach innen wie nach außen". Das Familiäre im Klub, die guten Drähte der Spieler untereinander und das "Mia san mia" könne "ein Schlüssel sein, um im europäischen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben", sagte er.

Bochum, mahnte Nagelsmann, sei auch nach dem Ausfall von Simon Zoller (Kreuzbandriss) "keine Mannschaft, die nix kann, wo man die Punkte im Vorbeigehen holt". Doch die Vorzeichen für die Bayern, die trotz Oktoberfest-Absage in neuen, dunkelgrünen Wiesn-Trikots auflaufen, sind sehr gut. Im Abschlusstraining habe seine A-Elf 3:0 gewonnen, berichtete Nagelsmann zufrieden, "das gab es ewig nicht und ist ein Zeichen, dass wir gut in Schwung sind". Auch ohne Herz-Patient Coman.

© SZ.de/sid/ska
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