FC Bayern in der Einzelkritik:Kimmich glänzt als gelehriger Liebling

Manuel Neuer geht dem "Maulwurf" auf den Grund. Joshua Kimmich beeindruckt in ungewohnter Position und Lewandowski rückt bis auf eine Regenwurmlänge an Aubameyang heran. Der FCB beim 2:0 gegen Hoffenheim in der Einzelkritik.

Aus dem Stadion von Maik Rosner

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Arsenal FC v FC Bayern Munchen - UEFA Champions League

Quelle: Getty Images

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Manuel Neuer

Hat gerade in einem Interview erzählt, dass er bei den Terroranschlägen von Paris am 13. November die Vibrationen der Detonationen am Boden wahrgenommen hatte. War nun anders als damals im Stade de France beim Länderspiel gegen den EM-Gastgeber kaum beschäftigt und hätte genug Zeit gehabt, die vergleichsweise läppischen Aktivitäten des Maulwurfs beim FC Bayern zu erfühlen. Stellte diesen in seinem Strafraum aber nicht und konzentrierte sich vielmehr darauf, sich im nasskalten Dauerregen nicht zu erkälten. Musste nur einmal eingreifen, bei einem Abschluss von Andrej Kramaric kurz vor der Pause. Erledigte dies trotz Unterkühlung tadellos. Dürfte sich auch künftig nicht mit der Fahndung nach dem Maulwurf beschäftigen. Es gibt ja weitaus Schlimmeres.

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Quelle: AP

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Joshua Kimmich

Rückte wegen der Absenzen in der Abwehr von Jérôme Boateng und Javier Martínez in die Startformation und agierte in der Dreierkette auf der für ihn ungewohnten Position des Rechtsverteidigers. Vertrat dort zudem Rafinha, der nach seiner jüngsten Blessur zunächst auf der Bank saß. Tat dies mit einer beachtlichen Routine und stärkte damit seinen Status als einer der gelehrigen Lieblinge des Trainers, trotz eines zwischenzeitlich recht leichtsinnigen Fehlpasses im Aufbau. Ist für Pep Guardiola ja fast so etwas wie ein Sohn, wie der Katalane einmal sagte. Steht nicht im Verdacht, dieses Vertrauen als Maulwurf zu untergraben.

Bayern München - VfB Stuttgart

Quelle: dpa

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Holger Badstuber

Darf sich plötzlich als der neue Abwehrchef fühlen, was schon deshalb erstaunlich ist, weil er wegen diverser schwerer Verletzungen in den vergangenen zwei Jahren meist eher so etwas war wie der Chef unter den Rehapatienten. Zeigte nun in seiner neuen Rolle viel Präsenz und eine hohe Passsicherheit, auch bei weiten Diagonalschlägen, einmal abgesehen von seinem ersten Langstreckenpass, der erst im Unterrang der Arena einen Abnehmer fand. Sonst meist sehr souverän. Dürfte vorerst der neue erste Verteidiger bleiben, nicht allein aus Mangel an Alternativen.

Bayern Munich v Hoffenheim - German Bundesliga

Quelle: REUTERS

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David Alaba

Wurde zuletzt bei einem Freizeitausflug zum Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel gesichtet und dort Zeuge einiger schwerer Unfälle. Erlebte nun bald selbst eine unfreiwilligen Bodenkontakt, aber ohne Folgeschäden. Stürzte sich danach weiter ähnlich wagemutig in die Zweikämpfe wie die Skifahrer die legendäre Abfahrtspiste herunter. Fand zuweilen auch noch Zeit, die Offensive zu unterstützen. Blieb von weiteren Unfällen verschont, einmal abgesehen von einer kurios verunglückten Ballannahme, bei der er sich selbst tunnelte. Soll künftig wie die Kollegen auf Ausflüge in seiner Freizeit verzichten und stattdessen lieber regenerieren.

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Quelle: AP

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Xabi Alonso

Verzichtete diesmal meist auf seinen gewohnten Pendelverkehr zwischen Mittelfeld und Verteidigung. Rückte auch bei Hoffenheimer Ballbesitz kaum einmal in die Abwehrkette, was aber auch deshalb selten passierte, weil die Gäste nicht oft in Ballbesitz waren. Ließ kurz vor der Pause den Torschuss von Kramaric zu, weil er dem Antritt nicht folgen konnte. Schoss kurz nach der Pause selbst einmal sehenswert, Torwart Oliver Baumann konnte aber parieren. Leistete sich zudem einen verunglückten Rückpass ins Toraus. Schob das Spiel ansonsten mit gewohnter Ruhe an. Stolperte über keinen Maulwurfshügel.

GNK Dinamo Zagreb v FC Bayern Munchen - UEFA Champions League

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Philipp Lahm

Hatte nach Boatengs langwieriger Verletzung zumindest latent erkennen lassen, einen Wintertransfer für gar nicht so unvernünftig zu halten, da das übrige Abwehrpersonal in der Vergangenheit ja häufiger mit maladen Muskeln zu kämpfen hatte. Dürfte sich nach dem weiteren und zumindest vorübergehenden Ausfall des Kollegen Martínez in seiner Sorge bestätigt fühlen. Agierte nun als offensiverer Partner von Alonso und half mit seinen quirligen Vorstößen, die Abwehr kaum einmal in Stress geraten zu lassen. Unterstützte die Verteidigung zudem durch seinen situativen Dienst als viertes Glied der Abwehrkette auf der rechten Seite. Bereitete Robert Lewandowskis 2:0 in der 64. Minute hübsch vor. Nicht nur deshalb auffälliger als Alonso.

FC Bayern Muenchen v 1899 Hoffenheim - Bundesliga

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Arjen Robben

Verspürte offenbar besonders viel Bewegungsdrang, nachdem er vor neun Tagen in Hamburg noch lange Zeit auf der Bank gesessen hatte. Warf gleich einmal seine körpereigene Nähmaschine an und rannte voller Tatendrang in schnellen Trippelschritten auf die Hoffenheimer Abwehr zu. Zeigte zudem rasch sein weitere Spezialität, die Schlenzer mit links nach dem Spurwechsel von rechts außen in die Mitte. Hatte bald drei Versuche angehäuft, die allerdings allesamt zu hoch angesetzt waren. Blieb zudem zuweilen hängen mit seinen Dribblings. Lebte seinen Bewegungsdrang aber weiter aus.

FC Bayern Muenchen v 1899 Hoffenheim - Bundesliga

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Douglas Costa

Begann im Zentrum, tauschte nach 25 Minuten aber auf Guardiolas Geheiß die Position mit Kingsley Coman. Versuchte fortan, seine Antrittsstärke verstärkt auf dem linken Flügel einzubringen. Wurde jedoch mehrfach von seinem Schuhwerk ins Schlingern gebracht. Ein Maulwurf wurde jedenfalls auch in seinem Terrain nicht gesichert. Setzte aber auf links zunehmend Impulse und leitete mit einem doppelten Übersteiger samt Antritt und flacher Hereingabe Lewandowskis 1:0 ein. Zwar noch ein gutes Stück von seinem Spektakelstil der Hinrunde entfernt, aber scheinbar wieder auf dem Weg dorthin.

FC Bayern Muenchen v 1899 Hoffenheim - Bundesliga

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Kingsley Coman

Musste sich nach seiner Rochade mit Costa meist durchs Dickicht des Zentrums wühlen, was ihm allerdings nur bedingt gelang. Wünschte sich vielleicht eine Heckenschere, um sich etwas Platz verschaffen zu können. Blieb innen unauffälliger als außen. Sehnte sich nach seinem angestammten Betätigungsfeld an der Seitenlinie. Musste diese in der 62. Minute überqueren - bei seiner Auswechslung.

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Thomas Müller

Eiferte Robben bald nach und schwang sich zu einem Privatduell mit Hoffenheims Torwart Oliver Baumann auf. Ging aus zwei Abschlüssen rasch hintereinander jedoch jeweils als zweiter Sieger hervor. Ließ sich davon aber nicht beirren und fahndete weiter nach unerschlossenen Räumen. Kam aber nicht auf den unorthodoxen Gedanken, ins Erdreich abzutauchen und den Kopf erst in Tornähe wieder listig herauszustrecken, um so zum Torerfolg zu kommen. Durfte nach 67 Minuten unter die warme Dusche.

FC Bayern Muenchen v 1899 Hoffenheim - Bundesliga

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Robert Lewandowski

War lange Zeit so unsichtbar wie der ominöse Maulwurf, überzeugte das Publikum dann aber von seinem Wühlerinstinkt und Torgeruchssinn. Tastete sich in der 32. Minute bei Costas Antritt an den Fünfmeterraum heran und drückte das flache Zuspiel zielsicher ins Hoffenheimer Tor. Zeigte ähnliche Qualitäten nach Lahms Zuspiel, das er mit einem kurzen Antritt samt Lupfer zum 2:0 verwertete. Ist nach seinen Saisontreffern 18 und 19 nur noch eine Regenwurmlänge von Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang entfernt, der schon 20 Tore erzielt hat.

FC Bayern Munchen v GNK Dinamo Zagreb - UEFA Champions League

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Thiago

Löste in der 62. Minute Coman ab. Schnickste und dribbelte, passte und trickste, allerdings ohne entscheidende Wirkung. Fühlt sich auf dem Platz eindeutig wohler als auf der Bank.

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Quelle: AFP

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Arturo Vidal

Kam in der 67. Minute für Müller und führte sich mit einem Drehschuss an den Pfosten ein. War auch sonst präsent. Hat offenbar ebenfalls wenig Lust, häufiger auf der Bank zu sitzen.

FC Bayern Muenchen - Season Opening

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Juan Bernat

Ersetzte Costa in der 88. Minute und erlebte seine Rückkehr nach seiner Muskelverletzung.

© SZ.de/jbe
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