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FC Bayern in der Einzelkritik:Der Croupier und sein Honigkuchenpferd

Toni Kroos verteilt die Bälle der Bayern geschickt und trainiert schon das Ausschießen von Tannenbaumkerzen, Dante spielt fröhlich und fehlerfrei und Franck Ribéry duelliert sich mit einem Doppelgänger. Die Spieler des FC Bayern beim 2:0 gegen Freiburg in der Einzelkritik.

Maik Rosner, Freiburg

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FC Bayern in der Einzelkritik:Manuel Neuer

Manuel Neuer, FC Bayern München

Quelle: dpa

Toni Kroos verteilt die Bälle der Bayern geschickt und trainiert schon das Ausschießen von Tannenbaumkerzen, Dante spielt fröhlich und fehlerfrei und Franck Ribéry duelliert sich mit einem Doppelgänger. Die Spieler des FC Bayern beim 2:0 gegen Freiburg in der Einzelkritik.

Aus dem Stadion von Maik Rosner

Manuel Neuer: Stand phasenweise einsam wie eine Schwarzwald-Tanne im Freiburger Dauerregen und hätte beinahe Zeit gehabt, eine kleine Wanderung auf den ganz nahen Hausberg Schauinsland zu unternehmen. Hätte sich dort vermutlich so einsam gefühlt wie die Bayern nun an der Tabellenspitze als Herbstmeister. Blieb deshalb in seinem Tor, schaute den Kollegen zu und half in wenigen Momenten dabei, den inoffziellen Titel abzusichern. Wie gegen den allerdings gefährlichen Abschluss von Max Kruse nach einer Stunde. Insgesamt aber unterfordert vor Dortmund.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Philipp Lahm

Philipp Lahm, Dante, FC Bayern München

Quelle: dpa

Philipp Lahm: Dürfte seinen Namen ungewöhnlich häufig gehört haben. Stand nämlich unwissentlich mit einem Namensvetter auf dem Platz, weil der Freiburger Oliver Sorg von seinem Teamkollegen Jonathan Schmid gerne mal in Anlehnung an Lahm "Philipp" gerufen wird. Der echte Lahm ließ sich davon aber wenig beeindrucken und gefiel gleich mehrfach als Kopfballspieler. Außerdem gewohnt umsichtig und fleißig auf seiner rechten Seite, mied aber das Risiko. Bereitete mit einem weiten Pass das 2:0 vor. Wirkt sicher genug für Dortmund.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Holger Badstuber

SC Freiburg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Holger Badstuber: Hat vorerst den zweiten Platz in der Innenverteidigung neben Dante erobert, wobei ihm auch der zwischenzeitliche Muskelfaserriss des Kollegen Jérôme Boateng durchaus behilflich war. War nicht übermäßig gefordert von den Freiburgern. Durfte deshalb mit dem Gefühl nach Hause reisen, auch gegen den BVB erste Wahl neben Dante zu sein. Scheint eingespielt vor Dortmund.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Dante

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Quelle: AP

Dante: Wurde von Trainer Jupp Heynckes vor dem Spiel dermaßen gelobt, dass man mit einem noch fröhlicheren Dauergrinsen rechnen konnte als das ohnehin bei ihm die Regel ist. Sei "nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken" und spiele "fast fehlerfrei", hatte Heynckes gelobhudelt. Dante bestätigte seinen Ruf auf halblinks in der Innenverteidigung und gab eine Art fehlerfreies Honigkuchenpferd, das vorne auch noch einen Ball an die Latte köpfelte. Zwar nicht treffsicher, dafür aber fröhlich genug für Dortmund.

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FC Bayern in der Einzelkritik:David Alaba

David Alaba, FC Bayern München, Jan Rosenthal

Quelle: dpa

David Alaba: Wird derzeit so überschwänglich gelobt von Franck Ribéry wie sonst nur Dante von Jupp Heynckes. Wirke allein durch seine Präsenz belebend auf ihn, hatte der Franzose gesagt, was fast schon einer Liebeserklärung gleichkam. Musste sich demnach den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig nach vorne und damit für Ribéry getan zu haben. Wollte offenbar Fehler und Risiko vermeiden wie der Kollege Lahm auf der anderen Seite. Darf sich aus Bayern-Sicht steigern gegen Dortmund.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Javi Martínez

Javi Martínez, FC Bayern München, Fußball, Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Javi Martínez: Durfte zum dritten Mal in Folge von Beginn an auflaufen, was er allerdings vor allem der Verletzungspause des Kollegen Luiz Gustavo zu verdanken hat. Stand dabei geschickt wie eine Spinne vor der Abwehr und webte ein unsichtbares Fangnetz für die Freiburger. War mit seinem Stellungsspiel eine wichtige Sicherung für den etwas offensiveren Kroos. Spinnt sonst aber nicht rum vor dem deutschen Clásico.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Xherdan Shaqiri

Xherdan Shaqiri, FC Bayern München, Fußball, Bundesliga

Quelle: REUTERS

Xherdan Shaqiri: Hatte auf den ersten Blick eine besonders knifflige Aufgabe zu lösen. Rutschte für Bastian Schweinsteiger in die Startaufstellung und vertrat Toni Kroos. Das muss dem Schweizer erst einmal einer nachmachen. Fand sich ganz in der Nähe seiner alten Heimat Basel ordentlich zurecht und war sowohl an der Entstehung des Elfmeters als auch an einem der schönsten Angriffe des Spiels beteiligt. Schweinsteiger war doch in Freiburg, kuschelte sich in seine Winterjacke, war aber nicht im Kader, bekam eine Pause. Er kuschelte sich in Dortmund-Form. Shaqiri bereitete sich wohl auf seine Joker-Rolle gegen den BVB vor.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Thomas Müller

Thomas Müller, FC Bayern München, Fußball, Bundesliga

Quelle: AFP

Thomas Müller: Hat zuletzt in Lille bereits seine eindrucksvollen Qualitäten als Elfmeterschütze unter Beweis gestellt. Durfte deshalb auch in Freiburg wieder zum Punkt schreiten. Verwandelte den Handelfmeter in der 12. Minute so sicher wie es jetzt Schnee auf dem nahen Feldberg gibt. Bleibt damit der Topscorer der Liga, mit nun acht Toren und sieben Vorlagen. Fit auf den Punkt für Dortmund.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Toni Kroos

Toni Kroos,  FC Bayern München, Fußball, Bundesliga

Quelle: AFP

Toni Kroos: Musste oder durfte Bastian Schweinsteiger auf der Position der Nummer acht vertreten, weil er ja von Xherdan Shaqiri vertreten wurde. War dabei so etwas wie der Croupier des Bayerns-Spiels. Verteilte die Bälle so geschickt wie Jetons im Casino und überzeugte damit zuweilen mit technischen Finessen. Benutzte aber regelkonform seine Füße. Wäre mit denen vermutlich auch in der Lage, alle Kerzen am besonders hohen Weihnachtsbaum auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt auszuschießen. Einzeln, versteht sich. Befindet sich in vorweihnachtlicher Form.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Franck Ribéry

Franck Ribéry,  FC Bayern München, Fußball, Bundesliga

Quelle: dapd

Franck Ribéry: Dürfte seinen Namen ungewöhnlich häufig gehört haben. Stand nämlich wie Philipp Lahm unwissentlich mit einem Namensvetter auf dem Platz, weil der Freiburger Jonathan Schmid von seinem Teamkollegen Oliver Sorg gerne mal ihn in Anlehnung an Ribéry "Franck" gerufen wird. Der echte Ribéry ließ sich davon aber wenig beeindrucken und holte mit einem gelupften Ball an den Arm von Sorg den Handelfmeter heraus. War auch danach ein Gefahrenherd für die Freiburger, schonte aber die letzten fünf bis zehn Prozent. Hat sich warmgelaufen für Dortmund.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Mario Gomez

Mario Gomez, FC Bayern München, Fußball, Bundesliga

Quelle: Bongarts/ Getty Images

Mario Gomez: Imponierte zuletzt ja, als er 27 Sekunden nach seiner Einwechselung ins Tor traf. Zeigte nun, dass er auch für die ganz schnelle Rückkehr in die Startformation zu haben ist. Spielte so, als sei er nie weg gewesen. Was in seinem Fall bedeutet: Blieb oft unauffällig, hatte nur wenige Szenen und schoss einmal aus ausichtsreicher Position zu lasch. Was positiv ausgelegt bedeutet: Ist schon wieder der echte Mario Gomez, der fast immer trifft. Diesmal nicht. In Lauerstellung für Dortmund.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Einwechselspieler: Claudio Pizarro, Rafinha, Anatoliy Tymoshchuk

Einwechselspieler: Claudio Pizarro, Rafinha, Anatoliy Tymoshchuk, FC Bayern München, Fu

Quelle: REUTERS

Claudio Pizarro: Kam in der 58. Minute für Mario Gomez. Bereitete sich wohl wie Shaqiri auf seine Joker-Rolle gegen den BVB vor.

Anatoli Timoschtschuk: Ersetzte in der 64. Minute Shaqiri und sollte dabei helfen, den in der zweiten Halbzeit etwas wackeligen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Entschloss sich für die sicherste Variante und schoss das 2:0 in der 79. Minute. Hätte der Ukrainer dunkle Haare, man hätte ihn für Mario Gomez halten können. Sammelte Spiel- und Torschusspraxis für Dortmund.

Rafinha: Wurde in der 75. Minute für Kroos eingewechselt und durfte sich im rechten Mittelfeld ausprobieren. Sammelte Jubelpraxis vor Dortmund.

(Archivbild)

© SZ.de/ska
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