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FC Bayern in der Einzelkritik:Boateng rastet gepflegt aus

Der Verteidiger rügt seine Vorderleute nach dem x-ten Fehlpass, Xabi Alonso merkt man das Alter an und Joshua Kimmich spielt wie ein Schweizer Taschenmesser. Der FC Bayern in der Einzelkritik.

Von Martin Schneider, Frankfurt

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Eintracht Frankfurt - FC Bayern München

Quelle: dpa

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Manuel Neuer

Fing irgendwann in der ersten Halbzeit an, den Rasen zu pflegen. Hat ja Routine darin, sich irgendwie zu beschäftigen, während sein Team vorne ohne ihn spielt und so reparierte er am Mittelkreis Löcher im Grün. Hätte so gern mehr Zeit zum Gärtnern gehabt. Aber da schlug erst der Schuss von Chandler an seinen Pfosten, dann fischte er einen Kopfball von Alex Meier aus dem Winkel und sah dann, wie der Schuss von Szabolcs Huszti im Tor einschlug. Reklamierte beim 2:2 vergebens Abseits. Hatte vielleicht den grünen Daumen, aber keine weiße Weste.

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Philipp Lahm

Verlor unter der Woche einen Wettbewerb im Maßkrug-Stemmen gegen David Alaba und Holger Badstuber. Spielte gegen die Eintracht manchmal wirklich so, als würde er einen Krug mit sich rumschleppen. Man hat schon die ganze Saison den Eindruck, als wäre das einst leichter gegangen beim ewig fehlerfreien Kapitän. Hatte mit Ante Rebic allerdings auch einen Gegenspieler, der sich so hyperaktiv in jeden Zweikampf warf, als hätte er einen Maßkrug Kaffee getrunken.

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Jérôme Boateng

Rastete ziemlich genau in der 39. Minute einfach mal gepflegt aus. Sprang mit beiden Beinen hoch wie ein bockiges Kind auf dem Spielplatz - was er dem Kollegen Thiago nach seinem x-ten Fehlpass mitzuteilen hatte, hätte er aber auf einem Spielplatz vermutlich nicht so gesagt. Musste für seine Verhältnisse viel zu viele ordinäre Zweikämpfe führen und hätte lieber das Spiel sortiert. Traf aber eben auf einen Gegner, der so giftig spielte wie das eine Kind, das immer allen anderen die Sandburgen kaputt macht. Rastete gegen Ende des Spiels fast minütlich aus. Als das nichts brachte, versuchte er vorne, selbst das 3:2 zu schießen. Klappte nicht.

Eintracht Frankfurt - Bayern München

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Mats Hummels

Ist wie Jérôme Boateng nicht mehr an das gewöhnliche Verteidiger-Handwerk gewohnt. Malt lieber Pässe in den Rasen, die dann zum Beispiel David Alaba finden, der dann Arjen Robben ein Tor auflegt. Den schnöden Defensiv-Kopfball ist er gar nicht mehr gewohnt. Wenn es für den FC Bayern so weitergeht, wird er wohl Hermann Gerland um Einheiten am Kopfball-Pendel bitten müssen.

Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

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David Alaba

Ist per Jobbeschreibung Außenverteidiger, worin unbestreitbar das Wort "Verteidiger" drinsteckt. Ist aber wegen der dauerdominanten Spielweise des FC Bayern besser darin geworden, Flanken zu schlagen als Flanken zu verhindern. Beweisstück A für diese These: Legte Arjen Robben das 1:0 auf. Beweisstück B: Gegen den technisch starken Fabian oft nicht in der Lage, lange Bälle in den eigenen Strafraum zu verhindern. Hat zwei Möglichkeiten. Entweder mehr Tore vorbereiten oder wieder zweikampfstärker werden.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München

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Xabi Alonso

Ist es nun soweit, dass man Xabi Alonso endgültig das Alter anmerkt? Ist laut Geburtsurkunde 34 Jahre alt, auf dem Platz sah man das aber höchstens gegen die Atléticos dieser Welt. Nun auch gegen die Frankfurts? Sollte ja unweit des Frankfurter Flughafens der Lotse des Bayern-Spiels sein, hatte aber wirklich Schwierigkeiten im Dauerfeuer der Eintracht die Orientierung zu behalten. Ging zur Halbzeit, für ihn kam Renato Sanches, die Lotsen-Tätigkeit übernahm Joshua Kimmich. Der ist unbestreitbar jünger als der alte Baske, hatte aber die gleichen Schwierigkeiten.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München

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Joshua Kimmich

Traf in den vergangenen fünf Spielen sechsmal und darum war es nur konsequent von Carlo Ancelotti, ihn statt Robert Lewandowski (null Tore in den vergangenen vier Spielen) zu bringen. War in der ersten Halbzeit im Mittelfeld unauffällig und sollte in der zweiten Hälfte die Sortier-Aufgaben von Xabi Alonso übernehmen. Stand dann in der 61. Minute zufällig mal nach einer Ecke vor dem Tor und staubte zum 2:1 ab. Ein Spieler wie ein Schweizer Taschenmesser. Egal was man gerade braucht, man kann es irgendwo bei Kimmich ausklappen.

Eintracht Frankfurt v FC Bayern Munich - German Bundesliga

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Thiago

An einem guten Tag zerschneidet der Feinfuß gegnerische Abwehrreihen wie ein Kuchenmesser eine Torte, an schlechten spielt er eher wie Zuckerguss. Schön anzuschauen, aber essentiell wichtig ist es nicht. Spielte gegen Frankfurt wie ein missglückter Muffin. Nicht schön und schlägt sogar auf den Magen. Musste sich nach dem fünften missglückten Querpass eine Predigt von Boateng anhören. Fiel sonst durch einen Flugkopfball zurück zu Manuel Neuer und durch ein hohes Bein auf. Später im Spiel weniger unglücklich, aber nie glücklich.

Eintracht Frankfurt v FC Bayern Munich - German Bundesliga

Quelle: REUTERS

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Arjen Robben

Sagte beide Länderspiele für die Niederlande ab, obwohl die Mannschaft akut gefährdet ist, die WM zu verpassen. Robben reichte trotzdem einen Krankenschein ein: Rippenprellung. Lief dann für den FC Bayern mit, nunja, breiter Brust von Beginn an auf und schoss nach zehn Minuten ein Tor. Auch sonst dynamisch, gefährlich und wehrhaft gegen die giftigen Frankfurter. Die Bayern werden froh sein, ihn wieder auf dem Platz zu haben, die Niederlande müssen hoffen, dass er bald wieder für Oranje bereit steht.

Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Kingsley Coman

Muss sich als Flügelflitzer beim FC Bayern mit den ewigen Franck Ribéry und Arjen Robben vergleichen lassen und wenn man ihn gegen eine widerspenstige Mannschaft wie Frankfurt so sieht, dann fehlen dem Franzosen noch ein paar PS. Entwickelte nie die Dynamik des Niederländers, sorgte aber mit einem Distanz-Schuss in der ersten und einem Pfostenschuss in der zweiten Halbzeit für eine der wenigen gefährlichen Szenen der Münchner. Ging dann für Robert Lewandowski.

Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Lars Baron/Getty

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Thomas Müller

In Abwesenheit von Robert Lewandwoski zunächst Sturmspitze und auch wenn Carlo Anelotti unter der Woche sagte, dass dieser Müller viele Positionen spielen kann, behagt es ihm nicht, seinen dünnen Körper gegen Abwehr-Schränke wie Michael Hector und David Abraham zu werfen. Bekam in der ersten Halbzeit kaum einen Ball und war auch nicht in der Lage, sie sich zu erkämpfen. Er ist per Körperbau halt eher Wiesel als Bulle. Als der Pole dann eingewechselt wurde, wuselte er sich dann öfter über die Außen durch und legte Lewandowski in der 72. Minute einen Ball auf, den der auch hätte versenken können. In der Nationalelf läuft es ja wieder, beim FC Bayern noch nicht so.

Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Robert Lewandowski

Wird hauptsächlich fürs Toreschießen bezahlt und wenn man nur danach geht, dann bekommt der FC Bayern in den vergangenen Spielen sehr wenig für sein Geld. Hätte nach feinem Pass von Thomas Müller für die Vorentscheidung sorgen können. Tat das nicht.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München

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Renato Sanches

Weil Arturo Vidal an Jetlag litt, wechselte Carlo Ancelotti den Portugiesen als Beißer ein. Ist erst 19 Jahre alt und muss daher keine schwierigen Spiele für den FC Bayern herumreißen. Hätte aber auch keiner was dagegen gehabt, wenn er mehr dazu beigetragen hätte.

Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Rafinha

Wurde auch noch eingewechselt, konnte aber nicht mehr glänzen.

© SZ.de/fued
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