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FC Bayern:Hainer geht davon aus, dass Flick seinen Vertrag erfüllt

Bayern-Präsident Hainer

Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern, würde Hansi Flick gerne länger als Trainer in München sehen.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Der Bayern-Präsident glaubt, dass der Coach bleibt. Florian Wellbrock schwimmt über 400 Meter Freistil Weltjahresbestzeit. Ruderer Oliver Zeidler gewinnt EM-Gold, der Achter wird Vierter.

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FC Bayern, Trainer: Präsident Herbert Hainer erwartet, dass Hansi Flick auch in den kommenden Spielzeiten Trainer des FC Bayern München ist. Auf die Frage, ob Flick seinen bis 2023 laufenden Vertrag erfüllen werde, sagte Hainer am Sonntag im TV-Talk Sky90: "Davon gehe ich fest aus". Der frühere Adidas-Chef verwies auf seine Vergangenheit in der Wirtschaft. "Ich bin das gewohnt, dass Verträge auch erfüllt werden", sagte der 66-Jährige, der als Präsident seit anderthalb Jahren Nachfolger von Uli Hoeneß ist. Flick ist ein Top-Kandidat für den im Sommer neu zu besetzenden Posten des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw.

Angesprochen auf das schwierige Verhältnis zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic sprach der Aufsichtsratsvorsitzende Hainer von einem "vermeintlichen Konflikt". "Das sind zwei meinungsstarke Typen, das finde ich auch ganz okay", sagte Hainer. "Die müssen auch kein Liebespaar sein, wichtig ist, dass sie professionell zusammenarbeiten und für den erfolg des FC Bayern München." Das würden beide machen. Intern sei das Verhältnis im Verein intakt.

Schwimmen: Mit einer Jahresweltbestzeit über 400 m Freistil hat Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock knapp 100 Tage vor den Olympischen Spielen ein Zeichen an die internationale Schwimm-Konkurrenz gesendet. Der 23-Jährige unterbot beim Qualifikationswettkampf in seiner Heimatstadt Magdeburg in 3:44,35 Minuten schon im Vorlauf die Olympianorm auf seiner Nebenstrecke. Auch sein 19 Jahre alter Trainingskollege Lukas Märtens blieb unter der geforderten Zeit.

"Das ist eine schöne neue Bestzeit, ich bin auch mit dem Ergebnis im Finale sehr zufrieden. Diese Geschwindigkeit zu haben, ist eine gute Voraussetzung für die langen Strecken", sagte Wellbrock, der bereits über 1500 und 800 m sowie für das Freiwasserrennen über zehn Kilometer qualifiziert war. Unter der Olympia-Norm über 400 m Freistil blieb auch die 18-jährige Isabel Gose (Magdeburg), die mit der persönlichen Bestzeit von 4:06,11 Minuten siegte. Über 1500 m erfüllte Celine Rieder (Neckarsulm) in 16:09,00 Minuten die Tokio-Vorgabe.

Rudern, EM: Der Deutschland-Achter hat zum Auftakt in die Olympia-Saison einen bitteren Rückschlag kassiert und den neunten EM-Titel in Folge verpasst. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) musste sich in Varese/Italien beim Sieg von Olympiasieger Großbritannien mit Platz vier begnügen. Einer-Weltmeister Oliver Zeidler (Ingolstadt) holte dagegen zum zweiten Mal in seiner Karriere EM-Gold.

Der Achter, der zuletzt dreimal nacheinander Weltmeister geworden war, dominierte das Rennen auf den ersten 1000 m, fiel im Schlussspurt aber noch hinter die zweitplatzierten Rumänen und die Niederlande zurück. Für das deutsche Paradeboot war es die erste Pleite in Finalrennen bei Titelkämpfen seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio.

Zeidler ließ der Konkurrenz keine Chance und setzte sich mit einer halben Bootslänge Vorsprung gegen Vorjahressieger Sverri Nielsen (Dänemark) und den Polen Natan Wegrzycki-Szymczyk durch. Der Senkrechtstarter war erst 2016 vom Schwimmen zum Rudern gewechselt und wurde bereits drei Jahre später Welt- und Europameister. Jason Osborne und Jonathan Rommelmann (Mainz/Krefeld) gewannen wie im Vorjahr Silber. Das Duo, das 2019 noch EM-Gold geholt hatte, landete im Leichtgewichts-Doppelzweier im Finale hinter Weltmeister Irland und sicherte dem DRV in den olympischen Klassen die erste Medaille des Tages. Der Frauen-Doppelvierer holte zudem Bronze.

Die Athleten des DRV waren in Varese in zwölf der 14 olympischen Klassen am Start, sechs Boote standen im Finale. Bei der EM im vergangenen Jahr hatten die deutschen Ruderer einmal Gold und dreimal Silber gewonnen.

Basketball, NBA: Dennis Schröder und die Los Angeles Lakers haben den personellen Problemen getrotzt und ihren 33. Saisonsieg in der nordamerikanischen Basketball-Liga eingefahren. Der Meister der NBA gewann am Samstag (Ortszeit) bei den Brooklyn Nets mit 126:101 und liegt als Fünfter der Western Conference weiter auf Playoff-Kurs. Mit LeBron James, Anthony Davis, Marc Gasol, Wesley Matthews und Kyle Kuzma fehlten etliche Leistungsträger. Die Gäste nahmen den Kampf trotzdem an und lagen über weite Strecken in Front. Im Mittelpunkt stand Schröder, der nicht nur wegen seiner 19 Punkte auffiel. Nach einem Zwist zwischen dem Braunschweiger und Kyrie Irving wurde der Nets-Profi im dritten Viertel vom Feld gestellt. Eine folgenschwere Szene, denn die Lakers setzten sich unmittelbar danach dank eines 15:2-Laufs ab und sorgten in dieser Phase für die Entscheidung.

Für Schröder stand fest: "Das war der beste Sieg der Saison. Wir haben gekämpft und wir haben geworfen." Die Toronto Raptors stellten beim 135:115-Erfolg bei Isaiah Hartensteins Cleveland Cavaliers einen neuen Vereinsrekord auf, indem die Kanadier 87 Punkte in der ersten Halbzeit erzielten. Der deutsche Center konnte die Niederlage trotz seiner zwölf Punkte nicht verhindern. Isaac Bonga erzielte bei der 106:134-Pleite der Washington Wizards bei den Phoenix Suns in etwas mehr als vier Minuten keine Punkte.

Fußball, DFB: Dirk Zingler, Präsident von Bundesligist 1. FC Union, hat den Deutschen Fußball-Bund scharf kritisiert und spricht sich für einen Rücktritt von Oliver Bierhoff und Joachim Löw vor der EM aus. "Es ist aus meiner Sicht ein katastrophales, peinliches Bild. Der DFB ist an der Spitze hoffnungslos zerstritten und dadurch führungslos", sagte der Vereinschef der Berliner der Bild am Sonntag.

Die Nationalmannschaft stehe beispielhaft für die Probleme des Verbands. "Ich glaube, es braucht einen kompletten personellen Neuanfang, um wirkliche Veränderungen in Gang setzen zu können", sagte Zingler. "Deshalb gehöre ich auch zu der großen Gruppe von Fußballfans in Deutschland, die es richtig finden würden, wenn Oliver Bierhoff und Jogi Löw noch vor der EM diesen Neuanfang ermöglichen würden. Das würde ihre unumstrittenen Verdienste der letzten Jahre nicht schmälern, sondern einen weiteren hinzufügen."

Nach der 1:2-Niederlage gegen Nordmazedonien in der WM-Qualifikation hatte Löw zuletzt persönliche Konsequenzen vor seinem angekündigten Rückzug als Bundestrainer im Anschluss an die EM ausgeschlossen.

Mit Blick auf die bevorstehende Reform der Champions League forderte Union-Präsident Zingler die deutschen Vertreter in der Exekutive der Europäischen Fußball-Union Uefa und der Europäischen Clubvereinigung ECA zu einer ablehnenden Haltung auf. Diese müssten "mutig sein und klare Kante zeigen. Selbst wenn man weiß, dass man dieses oder jenes nicht mehr verhindern kann, aber zumindest kann man mit einer deutlichen Positionierung den Fans hierzulande zeigen, dass man sie hört und sie achtet", sagte der Vereinschef der Berliner.

Die Uefa will am 19. April über die Reform des Europapokals entscheiden. Dabei geht es unter anderem darum, in welchem Format die Champions League ab 2024 ausgetragen wird. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, dass 36 statt bislang 32 Teams teilnehmen sollen. Die Zahl der Partien pro Saison würde deutlich ansteigen.

© SZ.de/dpa/sid/schm
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