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FC Bayern gewinnt beim FC Arsenal:Arsenal reagiert aggressiv

Dem 2:0 ging jedoch eine schlichte englische Spezialübung voraus: ein Eckball. Kroos trat ihn auf den Schädel des heransprintenden Daniel van Buyten, dessen Kopfball Keeper Szczesny nur notdürftig abwehrte. Aus kurzer Distanz staubte, natürlich, Müller ab, diesmal mit einem Scherenschlag fast im Sitzen. 0:2 nach 21 Minuten. Wenger schaute jetzt schmerzverzerrt, als habe er Arsen eingenommen.

Arsenal reagierte mit roher Gewalt, ein paar Tritte mussten die Münchner einstecken; Areta hätte beim Angriff auf Mandzukics Beine auch Rot statt Gelb sehen können (23.). Die Bayern konterten mit verhaltenem Spielaufbau, um bei Bedarf blitzschnell umzuschalten. Ein wenig zu nachlässig wirkte das jedoch vor der Pause, Arsenal setzte sich am Münchner Strafraum fest, ohne jedoch gefährlich zu werden.

Die größte Chance besaßen wieder die Deutschen, die noch einmal zielstrebig anrannten. Doch nach Philipp Lahms Flanke verpasste Mario Mandzukic hauchdünn mit seinem Kopfball das 0:3 (45.). Zuvor hatte sich Schweinsteiger, vermutlich allzu gern, seine dritte gelbe Karte abgeholt, wegen Meckerns. Er fehlt damit im nun mäßig spannenden Rückspiel in drei Wochen und ginge unbelastet ins Viertelfinale.

Zur Pause schienen sich also nur noch wenige Fragen zu stellen: Würden sich auch Dante und Javier Martínez schlauerweise ihre dritte Gelbe abholen? Pfeifen die 60 000 nach dem Schlusspfiff noch lauter als schon zur Halbzeit? Tritt Wenger noch während des Spiels zurück?

Ja, das klang hochnäsig, und auch die Bayern ließen sich im Gefühl einer großen Überlegenheit verleiten zu ein paar Nachlässigkeiten. Torwart Manuel Neuer verstärkte diesen Eindruck beim 1:2 durch Lukas Podolski (56.), als er beim Eckball unentschlossen den Strafraum erkundete - und dann doch wieder den Rückzug bevorzugte. Podolski nickte die aufprallende Kugel zum ersten Münchner Gegentor seit annähernd zwölf Pflichtspiel-Stunden ein.

Die Bayern hatten somit Arsenal wiederbelebt, ebenso die Kulisse der 60 000. Die Gastgeber erspielten sich ein Übergewicht, Podolski erarbeitete sich kurz vor seiner Auswechslung gegen Lahm eine gute Schusschance (68.). Podolskis Ersatzmann Giroud stand dann vorm prompten 2:2, als van Buyten und Dante den Franzosen unzureichend beschatteten. Neuer parierte.

Auch Heynckes reagierte, nach Robben (für den wirkungslosen Ribéry) ersetzte der defensivere Luiz Gustavo Kroos. Auf Halten spielen, das schien das Signal zu sein. Doch wie schon in Wolfsburg (2:0) brachte sich Robben verdienstvoll ein, er setzte Lahm in Szene, der querlegte auf Mandzukic.

Der Kroate fabrizierte mit Sagna einen Pressschlag, im hohen Bogen landete der Ball hinter der Linie, womit Mandzukic sein erstes Tor überhaupt in diesem Wettbewerb gutgeschrieben wurde (77.). Der Rest war ein beschwingtes Schaulaufen. Fortsetzung in drei Wochen.

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