FC Bayern in der Einzelkritik:Lewandowski jagt Gerd Müller und Rummenigge

Der Pole verballert viel, schiebt sich in der ewigen Bayern-Rangliste aber trotzdem nach vorne. Rafinha spielt nach seiner Trainer-Kritik und Thomas Müller müllert wieder. Der FC Bayern in der Einzelkritik.

Von Christopher Gerards, Mönchengladbach

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Manuel Neuer

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Jörg Schüler/Getty Images

Nach grippalem Infekt rechtzeitig genesen. Hatte wie schon mehrfach in dieser Saison selten die Hände am Ball. Der erste gefährliche Schuss flog a) vorbei und kam b) nach einer Abseitsstellung. Hatte in der ersten Hälfte aber mehrfach die Füße am Ball, was in der Regel ohne größere Zwischenfälle ausging. Beim Gladbacher 1:2 hatte er dann weder Hände noch Füße am Ball, wobei die Ursache dafür eher in der Innenverteidigung lag. Später dann wieder mit wenig Hand-Ballkontakten, was bedeutete, dass Gladbach seltener bei ihm vorbeischaute.

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Rafinha

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Jörg Schüler/Getty Images

Hatte sich zuletzt über seine Lage in München beklagt ("Der Trainer ist nicht korrekt zu mir"), was ihm unter anderem eine öffentliche Ermahnung von Niko Kovac einbrachte. Diesmal war der Trainer so korrekt, ihn in Abwesenheit von David Alaba links hinten verteidigen zu lassen. Offfensiv weniger aktiv als Kimmich auf der anderen Seite. Spielte anfangs einige risikolose Pässe, später aber auch ein paar, die nicht ankamen. Zollte ansonsten dem Linienrichter klatschend und zeigefingerausstreckend zwei Mal Respekt für mutmaßlich richtige Einwurf- und Abstoßentscheidungen. Insgesamt korrekte Leistung.

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Niklas Süle

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Jörg Schüler/Getty Images

In der Anfangsphase wie die meisten Mitspieler ohne größere Probleme. Zeigte hier und da Schwächen bei eigenem Ballbesitz. Später konnte Stindl zwischen ihm und Boateng durchschlüpfen und die bis dahin beste Gladbacher Chance vergeben. Als Stindl wenig später eine ähnlich gute Gladbacher Chance nutze, hatte die Vorlage den Weg durch Süles Beine genommen. In der zweiten Halbzeit wieder ohne größere Wackler.

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Jérôme Boateng

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Quelle: Martin Meissner/AP

Wie beim 1:0 gegen Hertha BSC wieder Teil der Start-Innenverteidigung. Zunächst relativ unauffällig, verlängerte ein Mal den Ball suboptimal, passte dann einen soliden langen Ball. Beim Gegentor war er Stindls Gegenspieler, was diesen - siehe Verwendung des Begriffs "Gegentor" - nicht am 1:2 hinderte. Sah später Gelb für ein Handspiel vor dem Strafraum. Wie Süle aber auch mit entspannterer zweiter Hälfte.

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Joshua Kimmich

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Quelle: Christoph Stache/AFP

Kam durch die Woche, ohne dass grippale Infekte oder Sehnenverletzungen bei ihm bekannt geworden wären - was ihn unterschied von einigen Kollegen. War fit genug, um häufig mit nach vorne zu rennen. Hinten einmal gemein ausgetrickst. Später wieder mit vorne, wo er per Flanke das 4:1 einleitete. Fiel kurz vor Schluss im Zweikampf mit Wendt, was seinem Team einen Elfmeter brachte. Stand bisher jede Bundesliga-Minute auf dem Feld und hat noch zehn Spiele, um die Saison komplett zu machen.

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Javi Martinez

Borussia Mönchengladbach - Bayern München

Quelle: Federico Gambarini/dpa

Der Münchner Vorzeige-Spieler der vergangenen Woche, in der ihm erst ein ziemlich gutes Spiel gegen Liverpool gelang und dann das Tor des Tages gegen Hertha BSC. Zeigte die passende Fortsetzung, indem er direkt per Kopf das nächste Tor erzielte. Übrigens nach nicht mal zwei Minuten. Setzte beim vorherigen Zweikampf ein bisschen seinen Arm ein, was zu Diskussionen führte - aber der Videoschiedsrichter schaltete sich nicht ein, weil gerade alles klappt bei Martinez. Sehr passend: Selbst ein Ball, der sonst schon mal auch beim Gegner ankommt, kam kurz darauf beim Mitspieler an. Musste später aber einsehen, dass halt nicht alles klappt: Ein Kopfball flog direkt in die Arme von Sommer.

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Thiago

Bundesliga - Borussia Moenchengladbach v Bayern Munich

Quelle: Thilo Schmuelgen/Reuters

Hatte sich am Karnevalswochenende gegen eine Verkleidung entschieden (was vermutlich eine Entscheidung war, die ihm Ärger mit der DFL ersparte). War einfach Thiago. Immer anspielbar vor und neben der Abwehr, mit vielen Ballkontakten, oft mit guten Ideen. Nach der Halbzeit mit der Vorlage auf Lewandowski zum 3:1, später allerdings auch mit einem fast folgenreichen Ballverlust.

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James Rodriguez

FC Bayern Muenchen v Hertha BSC - Bundesliga

Quelle: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Sein Arbeitstag begann mit anfliegenden weißen Kugeln aus der Nordkurve, vermutlich den Resten einer Choreo. Hatte sich da gerade zur Eckfahne begeben. Schoss dann den Eckball, welcher direkt zum 1:0 führte. Vermittelte ansonsten den Eindruck, dass was Gescheites rauskommt, wenn er am Ball ist. Auffälligste Ausnahme: seine vergebene Chance nach der Pause.

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Serge Gnabry

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Maja Hitij/Getty Images

Begann zur Abwechslung vorne links, was ihn aber nicht an den gewohnten Tempoläufen hinderte. Flankte vor dem 1:0 mit der richtigen Härte, der richtigen Höhe in die richtige Richtung. Tauchte später einmal vor Gladbachs Torwart Sommer auf, ohne allerdings zu treffen (dazu später mehr im Kapitel Lewandowski). Als Lewandowski dann das 4:1 verpasste, stand er bereit, um auszuhelfen. Erzielte das 4000. Tor in der Bundesliga-Geschichte des FC Bayern.

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Thomas Müller

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Quelle: Martin Meissner/AP

Musste zuletzt vier Mal von Anfang an zusehen, was angesichts diverser Krankmeldungen in der Offensive (Coman, Ribéry) diesmal so gut wie ausgeschlossen war. Kovac entschied sich auf dem rechten Flügel für Müller (statt Woo-yeong Jeong oder Alphonso Davies), was sich als vorteilhafte Entscheidung erwies. Ermöglichte schon in der ersten Minute mit einem guten Zuspiel die erste Chance. Das Zusammenspiel mit Kimmich erlaubte es ihm, schonmal in die Mitte zu ziehen. Schnappte sich dort auch Gnabrys Flanke und traf im Nachschuss. Später fast mit der Vorlage zum 4:1, wobei Lewandowski einen Tick zu lang brauchte.

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Robert Lewandowski

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Quelle: Martin Meissner/AP

Hatte vor dem Spiel drei Mal nicht getroffen, und eine Halbzeit lang sah es so aus, als könnte noch ein viertes Spiel hinzukommen. Die beiden Male, die er sehr aussichtsreich vor Torwart Sommer auftauchte, erzielte er ausdrücklich kein Tor. Später kam ein zu unplatzierter Schuss hinzu. Zeigte immerhin einen guten Steilpass auf Gnabry (der es allerdings Lewandowski gleichtat). Nach der Pause dann mit schöner Drehung bei der Ballannahme und dem 3:1. Seine Zufriedenheit drückte er dadurch aus, dass er den Ball beim Jubel gleich nochmal ins Tor schoss. Hätte sogar noch das 4:1 schießen können (was ihm zwei Mal nicht gelang). Schoss stattdessen per Elfmeter das 5:1. Hat jetzt 121 Bundesliga-Tore für die Bayern erzielt (und damit nur weniger als Gerd Müller und Karl-Heinz Rummenigge, aber zwei mehr als Roland Wohlfahrt).

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Eiwnechselspieler

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Quelle: Christoph Stache/AFP

Renato Sanches: Kam in der 80. Minute für James.

Alphonso Davies: Kam in der 83. Minute für Gnabry.

Woo-yeong Jeong: Erstes Bundesligaspiel für ihn. Hatte vor einer Woche drei Tore gegen den FC Ingolstadt II erzielt, was ihm diesmal nicht gelang. Wurde aber auch erst in der 86. Minute eingewechselt.

© Sz.de/schm
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