Euroleague:Perfekte Momentaufnahme

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Euroleague: Bester Berliner: Tamir Blatt (re.) zieht unaufhaltsam zum Korb.

Bester Berliner: Tamir Blatt (re.) zieht unaufhaltsam zum Korb.

(Foto: Simone Lucarelli/Independent Photo Agency/Imago)

Die Berliner Basketballer machen mit dem Sieg in Mailand und Rang vier in der Euroleague den gelungenen Saisonstart perfekt - die Auswahl hat gegenüber manchen Top-Teams noch einen großen Vorteil.

Von Ralf Tögel, München

Dieser Blick auf die Euroleague-Tabelle dürfte den Berliner Basketballern gefallen: Das Team von Trainer Israel Gonzalez ist nach zwei Spieltagen (und zwei Siegen) Vierter in der europäischen Königsklasse, der in dieser Saison eine nie da gewesene Qualitätsnähe zur amerikanischen Eliteliga NBA attestiert wird. Am Wochenende bezwang Alba auswärts Olimpia Milano 80:74 nach Verlängerung, eines jener mit vielen Euros aufgemotzten Teams, das Kenner zum Kreis der Titelanwärter zählen.

Besonders bemerkenswert war dabei, dass den Gästen aus Berlin in Spielgestalter Maodo Lo der kreative Kopf fehlte; er passte wegen einer Sprunggelenkverletzung. Auch Distanzschütze Marcus Eriksson fehlte verletzt, in Center Ben Lammers hatte sich ein weiterer Schüsselspieler krank abgemeldet. Alles kein Problem, wie Gonzales hernach feststellte: "Ich bin sehr stolz auf die Spieler, wie sie gespielt und gekämpft haben, es war unglaublich."

Berlin hat eine eingespielte Mannschaft, nur Oscar da Silva hat den Klub Richtung Barcelona verlassen

Das ebnete wahrhaftig der Pfad zum Sieg, denn während die Gastgeber, wie das Gros der Topteams in der kontinentalen Beletage, wegen üppiger wirtschaftlicher Möglichkeiten Saison für Saison ihren Kader signifikant umbauen und zu Saisonbeginn noch mit Abstimmungsproblemen zu kämpfen haben, greift der spanische Alba-Trainer auf eine eingespielte Auswahl zurück. Lediglich Oscar da Silva verließ den Klub zuletzt Richtung Barcelona; zudem scheinen sich die einzigen beiden Zugänge nahtlos ins System einzupassen: Sowohl der neuseeländische Center Yanni Wetzel (26 Jahre, zehn Punkte gegen Mailand) wie der italienische Jung-Nationalspieler Gabriele Procida (20, acht) übernahmen Verantwortung. Bester Akteur war der Point Guard Tamir Blatt aus Israel, der 13 Punkte und neun Vorlagen sammelte.

Gonzalez weiß freilich, dass derartige Momentaufnahmen nur einen flüchtigen Genuss zulassen. Gleichwohl ist der Saisonstart, auch wegen der drei Siege nach drei Spielen in der Bundesliga, perfekt gelungen. Diesen können die Berliner bereits am Montag ausbauen, im ersten K.-o.-Spiel der Saison. Dann gastieren die Telekom Baskets Bonn zum Pokalachtelfinale in der Arena am Ostbahnhof (19 Uhr, Magentasport). Der Saisonstart für Alba, er könnte sogar noch schöner werden.

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