EM 2021:Goran for President

EM 2021: Ein letzter Dank: Goran Pandev, 37, bringt gegen die Niederlande sein 122. und letztes Länderspiel hinter sich.

Ein letzter Dank: Goran Pandev, 37, bringt gegen die Niederlande sein 122. und letztes Länderspiel hinter sich.

(Foto: Kenzo Tribouillard/AFP)

Nordmazedoniens Rekordspieler Goran Pandev verabschiedet sich wehmütig aus der Nationalmannschaft. Die Fans feiern ihn, die Mitspieler stehen Spalier - und sogar der Gegner hat ein Geschenk dabei.

Von Ulrich Hartmann

Die Tränen von Goran Pandev hatten nichts mit der 0:3-Niederlage zu tun. Es war auch nicht Nordmazedoniens Vorrunden-Aus, das ihn am Montagabend in Amsterdam so rührte. Pandev ist Nordmazedoniens Beckenbauer, Pelé und Cruyff in einem. Etwa 2000 lautstarke mazedonische Fans in der Johan-Cruyff-Arena hatten ein Banner vorbereitet, auf dem "Grande Pandev" stand. Bei der Hymne vor dem Spiel gegen Gastgeber Niederlande schaute Goran, der Große, schon recht wehmütig drein. Als er allerdings vor dem Gegentor zum 0:1 vom Niederländer Daley Blind recht hart attackiert worden war, schaute er bitterböse. Das konnte er auch immer sehr gut. Als er in der 69. Minute ehrenhalber ausgewechselt wurde, trottete er weinend durch das Spalier seiner Mitspieler.

Goran Pandev hat seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet. Vor dem Spiel überreichten ihm die Niederländer ein Oranje-Trikot mit der Rückennummer 122. Sie verrät die Anzahl seiner Länderspiele. Bis ins hohe Alter von 37 Jahren und elf Monaten hat er das Nationaltrikot getragen und ist jetzt mit großem Vorsprung Rekordspieler Mazedoniens. Gegen Österreich im ersten Gruppenspiel hat er den ersten EM-Treffer seines Landes erzielt. Noch so ein Meilenstein für die Ewigkeit.

Eigentlich hatte Pandev damit geliebäugelt, nach dieser EM seine komplette Karriere zu beenden. Aber jetzt überlegt er, vielleicht doch noch ein Jahr dranzuhängen. Sein Vertrag in Genua läuft aus. Er hat fast seine gesamte Karriere in Italien gespielt. 2010 hat er mit Inter Mailand gegen Bayern München die Champions League gewonnen. In Nordmazedonien sehen sie ihn schon als künftigen Präsidenten des Fußballverbands. Das wäre vermutlich eine wirkungsvolle Therapie gegen Abschiedsschmerz.

© SZ
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