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Elf des Bundesliga-Spieltags:Javier Martínez zahlt Ein-Euro-Stücke zurück

Der teuerste Zugang der Bundesliga-Geschichte refinanziert dem FC Bayern seine Ablösesumme - mit einem Fallrückzieher. Der Rest der Liga trägt Trauer: Jürgen Klopp fühlt sich missverstanden, Rafael van der Vaart ist verletzt, Markus Babbel ist ein schlechter Trainer. Und Dennis Aogo bewirbt sich beim DFB um eine Geldstrafe.

des Spieltags

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Rafael van der Vaart

Fortuna Duesseldorf - Hamburger SV

Quelle: dapd

Der teuerste Zugang der Bundesliga-Geschichte refinanziert dem FC Bayern seine Ablösesumme - mit einem Fallrückzieher. Der Rest der Liga trägt Trauer: Jürgen Klopp fühlt sich missverstanden, Rafael van der Vaart ist verletzt, Markus Babbel ist ein schlechter Trainer. Und Dennis Aogo bewirbt sich beim DFB um eine Geldstrafe.

Die Elf des Spieltags.

Rafael van der Vaart: Was hatten sie beim Hamburger SV nicht alles getan, um Rafael van der Vaart zurück in die Bundesliga zu holen. Sie überwiesen 13 Millionen Euro an Tottenham Hotspur - Vereinsrekord -, warfen ihre gesamte Finanzplanung über den Haufen, hofierten ihn und gaben ihm seine alte Rückennummer 23 zurück. Alles nur, damit der Verein in der Jubiläumssaison nicht absteigt. Doch im elften Bundesliga-Spiel nach seiner Rückkehr passierte es: Nach einem Laufduell griff sich der 29-Jährige schreiend an den Oberschenkel, ging zu Boden und musste ausgewechselt werden. Muskelfaserriss. "Es ist keine Verletzung, mit der man in einer Woche wieder spielen kann", klagte van der Vaart. Es werde "schwer, dieses Jahr noch mal zu spielen". Das Spiel verlor der HSV übrigens auch noch - 0:2 in Düsseldorf. Was für ein gebrauchtes Wochenende.

(mane)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Dennis Aogo

Fortuna Duesseldorf - Hamburger SV

Quelle: dapd

Dennis Aogo: Hatten seine Gedanken ausgesetzt? Oder denkt Dennis Aogo wirklich so? Weil HSV-Fans im Spiel gegen Düsseldorf abermals mit Pyrotechnik hantierten, droht dem Klub eine Geldstrafe. Trainer Thorsten Fink entschuldigte sich sofort, sein Spieler Aogo sah das Ganze etwas anders. "Es war schön anzusehen", sagte der Linksverteidiger bei Sky: "Das hat ja nicht nur immer negative Seiten. Es war ein bisschen ärgerlich, dass das Spiel verzögert angefangen hat. Mich hat es weiter nicht gestört." Aogo scheint nicht verstanden zu haben, dass die Pyrotechnik-Debatte gerade dabei ist, dem ganzen deutschen Fußball schweren Schaden zuzufügen. Wenn der DFB also noch eine Geldstrafe übrig hat: Süddeutsche.de wüsste jemanden, der eine verdient.

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Gerald Asamoah

SpVgg Greuther Fürth - 1. FC Nürnberg

Quelle: dpa

Gerald Asamoah: Gerald Asamoah ist ein fröhlicher Mensch, das erlebte man einst in Hannover, lange auf Schalke, kurz bei St. Pauli und nun in Fürth. Wenn Asamoah beim Grinsen seine blitzeblanken Beißerchen offenbart, fällt es schwer, schlechte Laune zu bewahren. Meistens jedenfalls. Dass seine Beißerchen auch in wütenden Momenten eindrucksvoll zur Geltung kommen können, zeigte er im Franken-Derby gegen den 1. FC Nürnberg. Mitspieler Sercan Sararer hatte den Ellenbogen etwas zu eifrig im Zweikampf eingesetzt und flog - weil bereits mit Gelb verwarnt - vom Platz. Asamoah fand das gar nicht lustig und blökte, dass einem um das Gehör von Sararer Angst und Bange werden musste. Dass er selbst die beste Torchance der Fürther vertändelt hatte, könnte Asamoah zusätzlich frustiert haben. Folgenreicher als das Gebrüll des Stürmers wird für Sararer aber wohl etwas anderes werden: Bereits in der ersten Hälfte hatte er Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer angespuckt - eine Strafe des DFB wird nicht lange auf sich warten lassen.

(ska)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Markus Babbel

TSG 1899 Hoffenheim v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Markus Babbel: Die Formulierung "grandios scheitern" bekommt in Form von Markus Babbel eine ganz neue, weil positive Bedeutung. Der Hoffenheim-Trainer ist mit dem 1:2 gegen Leverkusen mit seinem Team auf Platz 16 abgerutscht - Relegationsplatz. Seit Wochen wird Babbel öffentlich infrage gestellt, doch er stellt sich der Kritik. Und macht dabei Zugeständnisse, die es in der Bundesliga äußerst selten zu hören gibt. "Im Moment bin ich ein schlechter Trainer, weil die Resultate nicht stimmen. Es wird sehr schnell über einen geurteilt, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Ich kenne das Geschäft, da bin ich schon lange genug dabei", sagt Babbel bei Sky. Ein Felix Magath hätte das so wohl nicht über die Lippen bekommen.

(ska)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Jürgen Klopp

1. FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund

Quelle: dapd

Jürgen Klopp: So heftig war Dortmunds Trainer noch nie angegangen worden, und er zeigte sich deutlich angefasst. Im Radio hatte sich DFB-Schiedsrichter-Funktionär Lutz-Michael Fröhlich über Klopps Verhalten an der Seitenlinie echauffiert, sagte gar: "Das Verhalten, was da an den Tag gelegt wird zum Teil, hat so ein aggressives Potenzial, das daraus gewaltsame Exzesse an der Basis durchaus erwachsen können." Klopp als Grund für Gewalt im deutschen Amateurfußball? Das wollte der Coach nicht so stehen lassen. "Es ist nicht schön, wenn dein Name im Zusammenhang mit so etwas genannt wird", sagte Klopp. Deutlicher wurde BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Das ist unterste aller Schubladen, das ist Polemik und das können wir nur aufs Schärfste zurückweisen." Fortsetzung folgt.

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Lorenz-Günther Köstner:

VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen

Quelle: dpa

Lorenz-Günther Köstner: "LGK" ist ein komischer Kauz, und das ist ausschließlich positiv gemeint. Der Coach des VfL Wolfsburg hat manche Angewohnheit, die ihn von normalem Bundesligapersonal unterscheidet. Nach dem 1:1 zwischen dem VfL und Werder Bremen wurde Köstner gefragt, ob er sich Tipps bei Klaus Allofs geholt habe. Zur Erinnerung: Allofs war wenige Tage zuvor nach 13 Jahren in Bremen unter großem Tamtam nach Wolfsburg gewechselt, kannte den Gegner natürlich blendend. Was tat Köstner? Wo mancher Kollegen auf der Suche nach einer politisch korrekten Antwort mit einem Knoten in die Zunge aufgewacht wäre, sagte Köstner: "Klaus hat mir nichts aufgedrängt. Aber ich wäre als Trainer schlecht beraten gewesen, hätte ich nicht gefragt."

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Lukas Schmitz

VfL Wolfsburg - SV Werder Bremen

Quelle: dapd

Lukas Schmitz: Der junge Bremer war kaum zu bremsen. Lukas Schmitz war mit der gelb-roten Karte von Schiedsrichter Schmidt alles andere als einverstanden, Trainer Thomas Schaaf musste seinen Schützling zurückhalten, sonst wäre dieser dem Referee womöglich an die Gurgel gesprungen. "Dass der Schiedsrichter das pfeift, ist falsch", zürnte Schmitz, Schaaf pflichtete ihm bei: "Das ist unfassbar. Ich habe kein Verständnis dafür. Lukas spielt klar den Ball." Der Platzverweis wird in zwei Wochen vergessen sein, nicht jedoch die erste medienwirksame Meinungsverschiedenheit zwischen Schaaf und seinem alten Kumpel Klaus Allofs, jetzt in Diensten des VfL Wolfsburg. Allofs hatte gegen den Platzverweis nämlich überhaupt nichts einzuwenden, lächelte vielsagend in die Kameras. Hätte Allofs diese Szene vor zwei Wochen nicht noch ganz anders bewertet? 

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Javier Martínez

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Quelle: AP

Javier Martínez: 40 Millionen Euro - die Bürde für einen Spieler, der so viel kostet, kann schwerer sein als 40 Millionen Ein-Euro-Stücke. Ein bisschen merkte man Javi Martínez diese 40 Millionen Ein-Euro-Stücke an in den ersten Wochen in München. Doch nun? Da hob einer ab. So leicht, als könnte er schweben. Und befördert den Ball per Fallrückzieher ins Netz. Das erste Tor des spanischen Rekord-Einkaufs für den FC Bayern München. Ob er denn Zlatan Ibrahimovic und Philippe Mexès in der vergangenen Woche gesehen habe bei ihren grandiosen Fallrückziehern? "Ja, aber meins war nicht so schön", sagte Martínez, und da hatte er absolut recht. Dennoch war es schön genug für ein Bundesliga-Einstiegstor. Und bestimmt ein paar Euro-Stücke wert.

(hum)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Mario Gomez

FC Bayern Muenchen v Hannover 96 - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Mario Gomez: 26 Sekunden hat es gedauert. Das Toreschießen ist ja die Spezialdisziplin des Mannes aus Riedlingen südlich der Schwäbischen Alb. Aber nur 26 Sekunden von der Einwechslung bis zum ersten Saisontor? Eine "Gefühlsexplosion" sei die Folge gewesen, sagte Gomez. Und außerdem? "Mario hat die Abwehrspieler müde gelaufen heute und ich hab dann quasi die Früchte gepflückt." Er meinte Mario Mandzukic, seinen Kontrahenten im Angriff um einen Stammplatz, für den Gomez eingewechselt wurde. Mario Gomez bedankt sich also bei Mario Mandzukic für sein erstes Saisontor - was ist eigentlich mit dem FC Hollywood passiert?

(hum)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Martin Kind

Hannover 96 - SC Freiburg

Quelle: dapd

Martin Kind: Martin Kind sagte in München, er habe den Bayern-Bossen freundlich einen Guten Tag gewünscht. Diesen haben die Bayern-Bosse dann zweifellos erlebt, im Gegensatz zum 96-Boss Kind. Der sah das 0:5 seiner Fußballer, es hätte auch ein 0:8 sein können. Er sah seinen hilflosen Trainer Mirko Slomka, mit dem er seit Wochen zäh verhandelt, ob dieser denn nun in Hannover Trainer bleiben will oder nicht. Alle Welt plaudert, dass Slomka eventuell zum FC Bayern oder zum VfL Wolfsburg wechseln werde nach dieser Saison (oder schon früher) und das nervt. Nun sagte Kind, dass sich die Mannschaft negativ entwickle und sich in einer "Leistungsdelle" befinde. Was das über seinen Trainer aussage? Nach München sei er jedenfalls nicht gefahren, um dort "Trainer-Gespräche" zu führen. Die Theateraufführung in Hannover hat seinen letzten Akt längst nicht erreicht.

(hum)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Stefan Aigner

FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt

Quelle: dpa

Stefan Aigner: Schalke-Manager Horst Heldt war unzufrieden. "Die Mannschaft und der Verein kommen in den Medien zu schlecht weg", beschwerte er sich nach dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt. Heldt könnte nun noch unzufriedener werden, aber Stefan Aigner lässt Süddeutsche.de wirklich keine Chance: Der Frankfurter verdrängt jeden Schalker in der "Elf des Spieltags". Es ist keine Seltenheit, dass Fußballer zuvor verursachte Patzer wiedergutmachen - aber Aigner gelang das in nur zwei Minuten. In der elften Minute ließ er sich allzu leicht den Ball abluchsen, Klaas-Jan Huntelaar nutzte das zur 1:0-Führung. Vielleicht hatte Aigner den Rückstand noch gar nicht realisiert, er marschierte nach dem Anpfiff jedenfalls munter in den Schalker Strafraum und köpfte nach einer Flanke das 1:1 - sein fünftes Saisontor. Womöglich steht Heldts Unmut auch damit in Verbindung.

(ska)

© Süddeutsche.de/ebc

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