Eklat nach Pokalfinale Löw ermahnt Großkreutz wegen Pöbelei

Kevin Großkreutz beging das Pokalfinale in Berlin offenbar auf seine eigene Weise.

(Foto: AFP)

Kevin Großkreutz muss sich von Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff wegen erneuter Eskapaden deutliche Worte anhören. Der Dortmunder soll in Berlin in eine Hotellobby uriniert haben - seine Entschuldigung folgt prompt.

Kevin Großkreutz soll sich nach dem verlorenen Finale im DFB-Pokal mit Borussia Dortmund gegen Bayern München (0:2 nach Verlängerung) im Hotel daneben benommen haben. Nach Informationen von Sport-Bild und Bild am Sonntag habe der Nationalspieler demnach in alkoholisiertem Zustand vor Zeugen gegen eine Säule in der Lobby uriniert. Zudem soll der Spieler einen Hotelgast angepöbelt haben.

Großkreutz entschuldigte sich bereits für den Vorfall: "Ich war total frustriert nach dem Spiel, auch wenn das keine Ausrede sein darf. Wir hatten uns so viel vorgenommen, wollten unbedingt den Pott holen. Ich hatte einen Blackout, es tut mir leid."

Bundestrainer Joachim Löw erfuhr demnach erst nach der Anreise ins DFB-Trainingslager von dem Zwischenfall und ermahnte den Dortmunder in einem Gespräch. "Oliver Bierhoff und ich haben ein ernstes Gespräch mit Kevin geführt. Nationalspieler sind in ganz besonderem Maße Vorbilder, auch neben dem Platz. Daran haben wir ihn erinnert und ihm klargemacht, dass so etwas nicht wieder vorkommen darf", sagte Löw der Bild.

Gleichzeitig verteidigte er seinen Spieler: "Kevin ist noch jung, er ist impulsiv, er hat Herz und Leidenschaft. Das zeigt er, wenn er auf dem Rasen steht. Man muss auch sehen, dass Kevin sich bei der Nationalmannschaft immer einwandfrei verhalten hat."

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"Wir müssen uns noch gedulden"

Mesut Özil fehlt wegen eines Infekts beim Training der deutschen Nationalelf in Südtirol. Viel größere Sorgen machen dem Bundestrainer jedoch Philipp Lahm und Manuel Neuer. Sie sind mittlerweile in Südtirol, doch Löw fordert: "Bloß nichts riskieren."

Großkreutz betonte, dass das Thema "jetzt durch ist" und fürchtet auch keine weiteren Konsequenzen durch den Bundestrainer, der noch drei Spieler aus dem vorläufigen WM-Kader streichen muss. "Ich habe mit dem Trainer gesprochen, es ist alles okay", erklärte Großkreutz: "Ich möchte alles geben und mich beweisen. Es ist mein Ziel, bei der WM dabei zu sein."

Bei Borussia Dortmund haben die Verantwortlichen angeblich bereits mit einer Geldstrafe reagiert. Ähnlich wie Löw äußerte sich DFB-Teammanager Oliver Bierhoff. "Wir haben mit Kevin gesprochen und ihm noch einmal ganz klar gesagt, was wir von einem Nationalspieler erwarten. Er trägt Verantwortung, er muss sich seiner Vorbildfunktion auf und neben dem Platz bewusst sein. So etwas darf nicht passieren", sagte der Nationalmannschaftsmanager dem Kölner Express.

"Er hat sich bei uns entschuldigt und sagte, dass er maßlos enttäuscht war über das verlorene Pokalfinale in Berlin mit Borussia Dortmund. Diese Niederlage hat ihn sehr mitgenommen. Ich weiß, dass der BVB auch schon entsprechend reagiert hat", so Bierhoff weiter. Die Ausführungen des früheren Nationalstürmers ließen aber auch keinen Zweifel an einer deutlichen Rüge für den Dortmunder: "Wir haben ihm gesagt, dass wir so etwas bei der Nationalmannschaft nicht tolerieren. Wir haben ernst mit ihm gesprochen", sagte Bierhoff am Sonntag in der Sendung "Doppelpass" von Sport1. Gleichzeitig führte er an: "Aber man muss sagen, das sind junge Kerle, sehr emotional." Und: "Wir sollten ihn nicht zu sehr fertig machen", so Bierhoff.

Zuletzt war Großkreutz bereits vorgeworfen worden, einem 34 Jahre alten Kölner einen Döner ins Gesicht geworfen zu haben, nachdem er sich augenscheinlich von Bemerkungen in seine Richtung angegriffen gefühlt hatte. Diese Vorwürfe bezeichnete Großkreutz als "unwahr", dem Express sagte er, er habe eine Gegenanzeige wegen Falschaussage erstattet.