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Dritte Liga:Borussia Dortmund II spielt zu zwölft

Kuriose Szene in der dritten Liga: Nach einer Konfusion kurz vor Spielende steht die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund mit zwölf Spielern auf dem Platz und gewinnt mit 2:1. Gegner MSV Duisburg verzichtet allerdings auf einen Protest.

Am Dienstagabend waren so viele Fußball-Fans wie schon lange nicht mehr im Stadion des MSV Duisburg. 21.243 Zuschauer, darunter mehr als 1500 Gäste, verfolgten das Drittliga-Heimspiel gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund. Mehr als bei manchem Erst- oder Zweitliga-Spiel. Der MSV verlor das Duell mit 1:2. Doch später wurde weniger über das Ergebnis als über eine kuriose Szene diskutiert.

In der 79. Minute wollte BVB-Trainer David Wagner Koray Günter für den angeschlagenen Jannik Bandowski einwechseln, der am Spielfeldrand behandelt wurde. Als Schiedsrichter Marcel Unger Günter auf den Rasen winkte, betrat allerdings auch Bandowski den Platz, wurde in einen Zweikampf verwickelt und griff somit ins Spielgeschehen ein, bevor er nach 15 Sekunden endgültig den Platz verließ. Die Dortmunder spielten kurzzeitig zu zwölft, weshalb der MSV einen Protest in Erwägung zog.

Tags drauf tagte die sportliche Führung der Zebras, um über einen möglichen Einspruch gegen die Spielwertung zu beraten. Am Nachmittag teilte der MSV mit, dass er keinen Protest einlegt. "Die Bewegt-Bilder der Szene in der 79. Minute geben uns keinen Anlass, eine entscheidende Einflussnahme des bereits ausgewechselten Spielers Jannik Bandowski auf den Spielverlauf beim kurzen Wiederbetreten des Spielfeldes zu erkennen", hieß es in einer Presseerklärung.

Der gescholtene Schiedsrichter Unger verschanzte sich nach dem Spiel laut derwesten.de in der Kabine. Dafür äußerte sich sein Assistent Lasse Koslowski: "Wir haben nichts gesehen. Was sollen wir denn machen?"

Die Duisburger Zuschauer im Übrigen präsentierten sich als der legitime 12. Mann und feierten ihre Mannschaft trotz der Niederlage mit stehenden Ovationen.