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Doping im Radsport:Armstrong droht der Verlust aller Tour-de-France-Titel

Lance Armstrong gibt auf: Der US-Radprofi und siebenmalige Tour-de-France-Sieger will sich nicht mehr gegen die Dopingvorwürfe der US-Anti-Doping-Agentur Usada wehren. Er verzichtet auf eine Anhörung, was einem Eingeständnis gleichkommt. Jetzt soll Armstrong alle seine Titel verlieren und mit einer lebenslangen Sperre belegt werden.

Der frühere US-Radprofi Lance Armstrong gibt den jahrlangen Kampf gegen Doping-Vorwürfe auf. Der Texaner kündigte am Donnerstagabend überraschend an, auf eine Anhörung vor der US-Anti-Doping-Agentur Usada zu verzichten. Zuvor hatte ein Gericht in Austin die geplante Anhörung für rechtens erklärt.

Armstrongs Verzicht kommt einem Eingeständnis des Dopings gleich. Er vermeidet damit zwar eine öffentliche Befragung und Darlegung seiner offenkundigen Doping-Praxis. Dafür muss er aber nun mit der Aberkennung seiner sieben Gewinner-Titel der Tour de France und einer lebenslangen Sperre rechnen. Entsprechende Schritte kündigte die Usada umgehend an.

"Im Leben eines jeden Mannes kommt irgendwann der Punkt, an dem er sagen muss 'genug ist genug'", schreibt Armstrong in einer Erklärung auf seiner Homepage. Er sei nun an diesem Punkt angelangt. Das gesamte Verfahren habe einen "zu hohen Zoll" von ihm und seiner Familie gefordert, begründete er seinen Entschluss.

Wenn er eine Chance gesehen hätte, in einer fairen Umgebung die Vorwürfe widerlegen zu können, hätte er "die Chance wahrgenommen": "Aber ich weigere mich, in einem einseitigen und unfairen Prozess mitzumachen." Der 40-jährige Radprofi wird seit Jahren mit Doping-Vorwürfen konfrontiert, ist aber nie positiv getestet worden. Ehemalige Teamkameraden und Helfer hatten ihre Verwicklungen in entsprechende Praktiken gestanden und Armstrong schwer belastet.

"Das ist ein trauriger Tag für alle von uns, die den Sport und unsere Athleten-Helden lieben", teilte Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur Usada, in einem Schreiben mit. Der Fall sein "ein Herzen brechendes Beispiel" wie die Kultur des "Siegens um jeden Preis" einen sauberen und fairen Sport verhindere, so Tygart.

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