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Doping:"Fußball ist für Anti-Doping-Kämpfer ein rotes Tuch"

Der langjährige Kontrolleur Sven Laforce berichtet, Fußballer würden bei Tests bevorzugt behandelt. Michael Preetz verlängert bei Hertha und Russland spricht einem gedopten Bobfahrer seine Medaillen wieder zu.

Anti-Doping-Kontrolleur: Das Kontrollsystem im deutschen Anti-Doping-Kampf ist in die Kritik gerückt. Der langjährige Doping-Kontrolleur Sven Laforce berichtet nach seinem Ausstieg von verheerenden Missständen. Die Bezahlung sei schlecht, die Top-Athleten tricksten mit immer neuen Ausweichmanövern, Fußballer würden bevorzugt behandelt. "Fußball ist für uns Anti-Doping-Kämpfer ein rotes Tuch", sagte Laforce der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). "Da läuft nicht alles so wie es sollte." Man habe den Eindruck, dass für die Kontrollen dort immer dieselben Personen zuständig seien. "Ich bezweifle, dass die Resultate zuerst der NADA gemeldet werden", sagte Laforce, der nach 21 Jahren seinen Job bei der schwedischen Kontrollfirma IDTM gekündigt hat.

Zu harmlos seien auch die Sanktionen bei Missed Tests, wenn Athleten Kontrollen verpassen. "Wir haben viele Athleten nicht angetroffen. Einige von ihnen dreimal. Sie hätten sofort gesperrt werden müssen, aber wir haben dann im Fernsehen gesehen oder in der Zeitung gelesen, dass sie trotzdem gestartet sind", sagte Laforce. Generell seien die Tests zu selten intelligent und effektiv. "Der Verband und der Athlet kennen das Muster, nach dem die NADA kontrolliert. Das heißt, die Kontrollen sind erwartbar und damit nutzlos."

Hertha BSC Berlin, Preetz: Michael Preetz bleibt bis 2022 Geschäftsführer Sport beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC Berlin. Preetz habe seinen bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag für mindestens drei Jahre verlängert, teilte der Verein am Donnerstag mit. "Somit kann die positive Entwicklung der vergangenen Jahre von Hertha BSC mit Kontinuität fortgeführt werden", kommentierte Vereins-Präsident Werner Gegenbauer den Vertragsabschluss. Preetz hatte im Juni 2009 die Nachfolge von Dieter Hoeneß angetreten. Zuvor war er zwischen 1996 und 2003 als Torjäger für die Berliner aktiv gewesen und ist bis heute noch Rekordtorschütze des Klubs. "Hertha BSC ist mein Verein. Hier habe ich in 22 Jahren alle Höhen und Tiefen erlebt", sagte Preetz, der neben Europapokal-Teilnahmen auch zwei Abstiege zu verantworten hat.

CAS-Urteil: Der russische Ex-Bobpilot Alexander Subkow darf nach dem Urteil eines Moskauer Gerichts seine zwei Goldmedaillen der Winterspiele von Sotschi 2014 behalten, die wegen Dopings aberkannt worden waren. Subkow sei in Russland nicht verpflichtet, eine anderslautende Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) zu erfüllen. Das urteilte das Moskauer Stadtgericht am Mittwochabend. Der Richterspruch könnte einen neuen Konflikt zwischen Russland und den Weltsportorganisationen bedeuten, nachdem der Streit über staatsgelenktes Doping gerade erst notdürftig beigelegt worden ist.

Subkow (44) ist mittlerweile Präsident des russischen Bobverbands. Er bestreitet Doping. Er hatte auch deshalb geklagt, weil mit der Aberkennung der Siege seine lebenslange russische Rente als Olympiasieger entfallen war. Das Gericht sprach ihm die Rente wieder zu. Wegen Zweifeln an seinen Dopingproben aus Sotschi hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) dem Bobpiloten im November 2017 die Siege aberkannt und ihn lebenslang gesperrt. Das CAS milderte die Sperre, gab Subkow die Siege aber nicht zurück. Er und andere russische Sportler stehen eigentlich in der Pflicht, ihre Sotschi-Medaillen dem IOC zurückzugeben.

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