Leitwölfe der Bundesliga – Harald Schumacher

Harald "Toni" Schumacher (im roten Trikot) ist der bislang einzige Leitwolf, der eine mittelschwere Staatskrise zwischen zwei Ländern ausgelöst hat. Im WM-Halbfinale 1982 in Spanien lief die 57. Minute, Schumacher stürmte aus seinem Tor, um eine lange Flanke vor dem Franzosen Patrick Battiston abzufangen. Doch Schumacher sprang früh ab, der Franzose war vor ihm am Ball, Schumacher traf ihn aus vollem Lauf mit dem rechten Ellenbogen und der Hüfte. Battiston verlor zwei Zähne und brach sich einen Halswirbel.

Die Franzosen rannten schockiert zu ihrem regungslosen Mitspieler, Schumacher hingegen stand ungerührt neben seinem Pfosten und kaute Kaugummi. L´Equipe schrieb später: "Toni Schumacher, Beruf Unmensch". Weil alte Abneigungen gegenüber Deutschland wieder hervorkamen, gaben Frankreichs damaliger Präsident Francois Mitterand und Bundeskanzler Helmut Schmidt gar eine gemeinsame Presseerklärung heraus, um die Wogen zu glätten. Schumacher war es egal: Im Elfmeterschießen hielt er die entscheidenden beiden Elfmeter und sagte danach über Battiston: "Wenn es nur die Jacketkronen sind, die bezahle ich ihm gerne."

Bild: imago sportfotodienst 22. August 2011, 14:092011-08-22 14:09:40 © sueddeutsche.de/thob/ebc