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DFB-Team in der Einzelkritik:Ginter überzeugt in ungewohnter Rolle

Der Gladbacher bildet mit Antonio Rüdiger ein aufsehenerregendes Offensiv-Duo, Leon Goretzka zeigt sich reaktionsschnell und die halbe Mannschaft feiert ein Fehlpassfestival. Das DFB-Team in der Einzelkritik

Von Christopher Gerards

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Manuel Neuer

Ukraine v Germany - UEFA Nations League

Quelle: Getty Images

Hatte zuletzt Mitte November 2019 im DFB-Tor gestanden, war zuletzt ja wie einige Münchner und Leipziger verhindert. Nun einer von fünf Bayern-Profis in der Startelf. Bewies früh eine Ruhe bei der Arbeit, die wohl nur von Toni Kroos annähernd erreicht wird: Sah nach einem zu kurz geratenem Rückspiel Gegenspieler auf sich zurennen und klärte per Außenrist. Wischte später noch einen Schuss weg. Und ein Elfmeter-Gegentor ist halt ein Elfmeter-Gegentor.

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Matthias Ginter

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Quelle: AFP

Spielte rechts in der Dreierkette, was bedeutete, dass er angesichts des tief stehenden Gegners viele Ballkontakte bekam. In der ersten Hälfte mit einiger Volatilität in seinen Aktionen: Stand einmal nicht gut, leistete sich ein anderes Mal einen gefährlichen Ballverlust. Entscheidender aber war sein Auftritt in unerwarteter Rolle: War nach einer Ecke vorne geblieben und drückte Rüdigers Flanke flach ins Tor.

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Niklas Süle

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Quelle: AP

Zentraler Spieler in der Dreierkette. War ebenfalls oft am Ball, traf dabei selten auf einen Gegner. Musste später aber ins Laufduell mit Yaremchuk und brachte eine Grätsche an, von der er wohl selbst wusste, was sie war: ziemlich unglücklich. Ein Elfmeter der sehr klaren Sorte, danach stand's 1:2.

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Antonio Rüdiger

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Quelle: AFP

Neben Julian Draxler der einzige Spieler in der Startelf, der auch gegen die Türkei mitgekickt hatte. Hinten solide, vorne mit wichtigem Beitrag: Brachte den Ball nach beherztem Sololauf flach in die Mitte, sodass Ginter zum 1:0 treffen konnte. Später mit Motivations- und/oder Jubel-Einlage nach robuster Grätsche an der Seitenlinie.

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Lukas Klostermann

Ukraine v Germany - UEFA Nations League

Quelle: Getty Images

Alte Weisheit des Fußballs: Wenn's in der Mitte eng ist, hilft das Spiel über außen. Spielte außen, musste sich aber erst warmflanken. Die erste ging daneben, die zweite sorgte unfreiwillig für einen der gefährlicheren Momente der ersten Viertelstunde (auch wenn sie wirklich nur ein bisschen gefährlich war). Die dritte kam dann ziemlich gut auf Gnabry. Die vierte kam nach einem Torwart-Patzer glücklich bei Leon Goretzka an - danach stand's 2:0. Ansonsten: Ja, auch er hatte Ballverluste in der ersten Hälfte.

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Joshua Kimmich

Ukraine v Germany - UEFA Nations League

Quelle: Getty Images

Hatte als Bayern-Profi eine spielfreie Wochenmitte bekommen. Beteiligte sich nun zunächst an den vielen deutschen Ballverlusten der ersten Hälfte. Steigerte sich aber; packte in seiner auffälligsten Aktion einen Schuss mit torwart-unfreundlicher Flugbahn aus.

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Toni Kroos

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Quelle: AFP

Hatte seine Muskelverletzung auskuriert. Tat, was er gern tut: Bewies eine ziemliche Coolheit in beruflichen Stresssituationen (wobei er manchmal etwas zu cool zu sein drohte). Zeigte zudem einen schönen Linksschuss und brachte ein taktisches Foul an, wo es angebracht war.

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Marcel Halstenberg

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Blieb lange ziemlich unauffällig, was angesichts der vielen Fehler bei allen anderen für ihn sprach. Leistete sich nach der Pause dann auch einen Fehlpass der Sorte "unglücklich" und reihte sich somit in die Mannschaftsleistung ein. Sein Lapsus blieb aber flogenlos.

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Leon Goretzka

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Quelle: AP

Startete mit einem Fehlpass der gefährlicheren Sorte. Später dann ohne größere Fehler und durch Kopfbälle auffällig. Bewies beim 2:0 Reaktionsschnelligkeit, als Ukraines Torwart der Ball aus den Hände flutschte und er noch einnickte. Das war kein Beitrag zum Wettbewerb um das Tor des Jahrzehnts, gab aber (zwischenzeitlich) Sicherheit auf dem Weg zu drei Punkten.

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Julian Draxler

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Quelle: AP

Traf unter der Woche gegen die Türkei, durfte auch diesmal von Anfang an ran. Auffällig war er in der zweiten Hälfte: Traf fast zum 3:0. Zeigte danach ein hübsches Dribbling bis zur Grundlinie und ließ dem eine ebenfalls hübsche Flanke auf Klostermann folgen - auch danach hätte es 3:0 stehen können. Ging nach 79 Minuten.

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Serge Gnabry

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Spiel der Marke: passt schon. Hatte Ballverluste im Spiel, für die ihm der Bundestrainer böse sein darf. Sorgte aber eben auch für Gefahr, sei es per Kopfball, sei es, als er Draxler vor dessen Chancen bediente, sei es, als Werner ihn in der Schlussphase bediente. Wird verkraften können, dass er seinen Schnitt von einem Tor pro Länderpiel nicht halten konnte.

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Einwechselspieler: Timo Werner, Emre Can und Kai Havertz

Ukraine v Germany - UEFA Nations League

Quelle: Getty Images

Timo Werner: War Anfang der Woche noch krank, kam diesmal in der Schlussphase für Draxler. Fast Vorbereiter eines dritten deutschen Tors.

Emre Can: Half ein paar Minuten dabei mit, dass am Ende der erste Sieg in einem Nations-League-Spiel rauskam. Hätte noch einen Elfmeter zugesprochen bekommen können beziehungsweise müssen.

Kai Havertz: Für gut eineinhalb Minuten beim 2:1-über-die-Zeit-Bringen dabei.

© SZ.de/sonn/schm

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