DFB-Pokal FC Bayern zittert, der VfB ist raus

Hartes Stück Arbeit: Thiago und der FC Bayern tun sich in Drochtersen schwer.

(Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)
  • Der FC Bayern tut sich beim Viertligisten Drochtersen lange sehr schwer, bis Robert Lewandowski trifft.
  • Der VfB Stuttgart scheitert überraschend bei Hansa Rostock. Hoffenheim und Bremen erreichen souverän die nächste Runde.
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Rekordsieger Bayern München hat einen Zittersstart in die neue Pokalsaison hingelegt: Die Weltklassespieler von Trainer Niko Kovac setzten sich beim Dorfklub SV Drochtersen/Assel nur mit großer Mühe 1:0 (0:0) durch und zogen glanzlos in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Robert Lewandowski (81.) sorgte vor 8000 Zuschauern im provisorisch ausgebauten Kehdinger Stadion letztlich für den Pflichtsieg.

In den ersten 45 Minuten enttäuschten die Bayern - die mit der vermeintlich besten Mannschaft angetreten sind - auf ganzer Linie. Bis auf Torannäherungen von Thomas Müller (6.) und zweimal Javi Martinez (8., 27.) war Drochtersens Torhüter Patrick Siefkes selten gefordert. Auf der anderen Seite musste Bayern-Torhüter Manuel Neuer in der 33. Spielminute gegen den sträflich freigelassenen Florian Nagel retten.

Der VfB Stuttgart ist dagegen überraschend in der ersten Runde ausgeschieden. Die Schwaben unterlagen am Samstagabend beim Drittligisten Hansa Rostock mit 0:2 (0:1). Cebio Soukou brachte den Außenseiter bereits früh in Führung (8. Minute), Mirnes Pepic machte gegen die über weite Strecken zu einfallslose Mannschaft von Tayfun Korkut kurz vor Schluss alles klar (84.). Für den Bundesligisten war es im vierten Pokal-Duell mit Rostock die vierte Niederlage. Bereits 1992, 1999 und 2005 waren die Stuttgarter an Hansa gescheitert. Vergangene Saison war der VfB im Pokal-Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 ausgeschieden.

Hoffenheim und Bremen kommen problemlos weiter

Die TSG Hoffenheim hat sich für den Bundesliga-Auftakt am Freitag beim Meister Bayern München warmgeschossen. Der Champions-League-Starter feierte trotz zahlreicher Ausfälle einen 6:1 (3:1)-Sieg beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Dreierpacker Joelinton (6. 22. und 53.), Nico Schulz (13.), Pavel Kaderabek (51.) und Joshua Brenet (63.) trafen für die Hoffenheimer. Lukas Spalvis (33.) war für den FCK erfolgreich.

Auch Werder Bremen hat seine Pflichtaufgabe ohne Mühe erfüllt. Beim Regionalligisten Wormatia Worms gewann Werder souverän mit 6:1 (5:1). Zugang Yuya Osako (9.), Florian Kainz (21.), Philipp Bargfrede (31.), Kapitän Max Kruse (41./Foulelfmeter), Maximilian Eggestein (45.+1) und Johannes Eggestein (79.) trafen für das Team von Trainer Florian Kohfeldt. Cedric Mimbala erzielte das zwischenzeitliche 1:4 (44.).

Leverkusen und Wolfsburg mit Mühe, HSV spielt kurios

Bayer Leverkusen siegte glanzlos mit 1:0 (1:0) beim tapfer kämpfenden baden-württembergischen Oberligisten 1. CfR Pforzheim. Lucas Alario erzielte per Foulelfmeter (27.) den entscheidenden Treffer für den Europa-League-Teilnehmer.

Auch der VfL Wolfsburg hat sich mit viel Mühe in die zweite Runde geschleppt. Beim Viertligisten SV Elversberg gewann der Cupsieger von 2015 mit 1:0 (0:0). Zugang Daniel Ginczek (76.) erlöste die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia mit seinem späten Treffer.

Der 1. FC Nürnberg ist indes nur knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt. Der Club kam beim Fünftligisten SV Linx nach einer schwachen Vorstellung nur zu einem mühevollen und glücklichen 2:1 (1:1). Mikael Ishak brachte den neunmaligen deutschen Meister und viermaligen Pokalsieger in der 15. Minute in Führung. Marco Rubio gelang für den südbadischen Oberligisten aus dem 1200-Einwohner-Dorf mit einem fragwürdigen Foulelfmeter (20.) der Ausgleich. Erneut Ishak sorgte spät für die Entscheidung (88.).

Pierre-Michel Lasogga hat den Hamburger SV indes vor einem weiteren peinlichen Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals bewahrt. Der in der 62. Minute eingewechselte Angreifer steuerte zwei Treffer zum mühseligen 5:3 (2:1) des Fußball-Zweitligisten über den Fünftligisten TuS Erndtebrück bei. Ein Jahr nach der Auftaktschlappe in Osnabrück tat sich der HSV erneut schwer und verspielte vor 13 588 Zuschauern im Siegener Leimbachstadion nach Toren von Lewis Holtby (7. Minute/Foulelfmeter) und Fiete Arp (10.) sogar eine frühe 2:0-Führung. Für den forschen Außenseiter aus Erndtebrück trafen Tatsuya Yamazaki (42.), Niklas Hunold (48.) und Till Hilchenbach (71.). Den Schlusspunkt setzte Orel Mangala (90.) zum 5:3.

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