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Waldschmidt in der DFB-Elf:Waldschmidt verpasste Löws Anruf zunächst

Die Stürmerposition ist eine, über die in Deutschland besonders gerne debattiert wird, seit in Miroslav Klose 2014 der vorerst letzte Stammspieler als klassischer Mittelstürmer seine Karriere beendete. Während der U21-EM nannte die Gazzetta dello Sport Waldschmidt "il bomber", nach Gerd Müller, dem "Bomber der Nation". Doch der Freiburger ist kein Bomber mit dicken Oberschenkeln, laut DFB wiegt er bei einer Körpergröße von 1,77 Metern 61 Kilogramm. Er ist dementsprechend auch kein "Kopfballungeheuer" wie Horst Hrubesch, der zweiten ewigen Vergleichsgröße für deutsche Angreifer. "Einen Horst sehe ich bei uns nicht im Nachwuchs", sagte der U21-Trainer und frühere Stürmer Stefan Kuntz während des Turniers, "und wenn man den nicht hat, dann muss man anders spielen". Waldschmidt steht für diese Art, anders zu spielen. Er mag Antoine Griezmann, den Angreifer vom FC Barcelona. Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den beiden ist im Ansatz, etwas weniger Kraft mit mehr Spielintelligenz und Technik zu kompensieren, durchaus vorhanden.

Zwar lief er für die U21 als vorderster Stürmer auf, anders als in Freiburg, wo er zurückgezogen hinter Nils Petersen spielt. Doch auch als sogenannter Neuner trug er die Nummer zehn, was seine Rolle gut beschrieb. Wie ein Spielmacher ließ er sich oft fallen, initiierte Angriffe auch mal, wenn er sie nicht abschloss. Und er besetzte - auch dank seines starken Abschlusses sehr effektiv - eher die Räume im Rücken der Gegner als direkt vor dem Tor.

Im DFB-Kader heißen die etablierten Stürmer Timo Werner oder Serge Gnabry, der eigentlich gesetzte Leroy Sané fehlt mit gerissenem Kreuzband. Es fehlt auch weiterhin der Typ Horst. Waldschmidts Spielweise dürfte, mindestens als Ergänzung, recht gut zu jener seiner neuen Kollegen passen. "Er muss schon noch ein paar Dinge lernen", sagte Löw am Donnerstag, er solle "mal reinschnuppern".

In Freiburg hat man sich im Sommer etwas ängstlich die Geschichte von der Gemüsekiste erzählt, deren Lieferung der Veganer Waldschmidt angeblich abbestellt haben soll, was als Indiz für einen möglichen Wechsel gedeutet wurde. Und obwohl Waldschmidt oft gesagt hat, Freiburg vorerst nicht verlassen zu wollen, schreibt die portugiesische Sportzeitung A Bola weiter vom Interesse von Benfica Lissabon. Die Nachfrage wird durch die Nominierung zumindest erst mal nicht kleiner werden. Er habe Löws Anruf zunächst verpasst, sagte Waldschmidt am Donnerstag. Vielleicht hatte er tatsächlich nicht damit gerechnet.

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