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Handball:Kap Verde zieht sich von WM zurück

Der deutsche Gruppengegner verlässt das Turnier vorzeitig. Saarländischer Ministerpräsident fordert kritische Debatte über Fortsetzung der Bundesliga.

Corona-Meldungen im Überblick

Handball, WM: Der coronageplagte Turnierdebütant Kap Verde hat seinen Rückzug von der Handball-WM erklärt. Der deutsche Vorrundengegner schaffte es nicht rechtzeitig, gesunde Spieler nach Ägypten einfliegen zu lassen. Das für Dienstag geplante abschließende Vorrundenspiel gegen Uruguay wertete der Weltverband IHF mit 10:0 Toren und 2:0 Punkten für die Südamerikaner, die damit in der Hauptrunde stehen. "Die IHF hat den Rückzug akzeptiert, was die Gesundheit aller an der Weltmeisterschaft beteiligten Akteure schützt", teilte der Weltverband am Montag mit. Bereits am Sonntag war die Partie Kap Verdes gegen Deutschland ausgefallen, weil der Außenseiter coronabedingt nicht die im Reglement vorgeschriebenen zehn spielfähigen Akteure aufbieten konnte.

Der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) wurde am Grünen Tisch der Sieg zugesprochen, dieser war gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Einzug in die nächste Turnierphase. Bei Kap Verde waren am Samstagnachmittag zwei neue positive Befunde aufgetreten. Schon vor der Anreise nach Ägypten hatte der Inselstaat zahlreiche positive Befunde zu beklagen, das Nationalteam war stark ersatzgeschwächt zur WM gereist. Zunächst hatte der Turnierneuling geplant, für das Gruppenfinale gegen Uruguay weitere Spieler nachzunominieren. Dieser Versuch scheiterte. Nach IHF-Angaben werden nun die "notwendigen Vorkehrungen getroffen, damit das Team nach Kap Verde zurückkehren kann".

Bundesliga, Fortsetzung: Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans fordert beim Polit-Gipfel der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag eine kritische Corona-Debatte über den Profifußball. Es gebe viele Ungereimtheiten, über die man bei der Konferenz reden müsse, sagte der CDU-Politiker am Montag dem Saarländischen Rundfunk. Zugleich kritisierte der 42-Jährige die Privilegien für den Profifußball, der den Spielbetrieb trotz des Lockdowns in Deutschland bisher aufrechthalten darf. "Kinder dürfen nicht Fußball spielen, während man in der Bundesliga so weitermacht, als wäre nichts gewesen - auch mit der Mutation, die jetzt im Spiel ist", sagte Hans.

Angela Merkel und die Länderchefs beraten am Dienstag über mögliche Nachschärfungen der Corona-Regeln und eine weitere Verlängerung des Lockdowns. Hauptgrund ist die Sorge, dass sich auch hierzulande hochansteckende Virus-Mutationen ausbreiten könnten. Zuletzt hatten Bundesregierung und Ministerpräsidenten bei der Verschärfung der Corona-Regeln von weiteren Eingriffen in den Profisport abgesehen. Die Fußball-Profiligen dürfen wie auch die Top-Spielklassen im Handball, Eishockey oder Basketball mit Hygienekonzepten und ohne Zuschauer ihren Betrieb fortsetzen. Im ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr hatte der Profisport noch seine Wettbewerbe mindestens für einige Wochen unterbrochen.

Fußball, EM: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet nicht damit, dass die für den Sommer (11. Juni bis 11. Juli) geplante paneuropäische Fußball-EM stattfindet. "Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute", sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal t-online. Geplant ist bislang, dass das Turnier in insgesamt zwölf Ländern gespielt wird. Bereits seit Wochen gibt es Gerüchte, dass die Austragung in diesem Format nicht gehalten werden kann. Zuletzt gab es offenbar Überlegungen, die EM in nur einem Land zu spielen. Bis zum 5. März soll die endgültige Entscheidung feststehen, wie die EURO ausgetragen wird.

Lauterbach gab zu bedenken, dass aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie im März eine Situation entstehen könnte, "in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen". Zweifel an einer Austragung im geplanten Format hat auch DFL-Chef Christian Seifert. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung betonte er zwar, dass "die Europameisterschaft funktionieren kann". Allerdings äußerte er auch, er könne sich vorstellen, dass "die Organisatoren Abstand davon nehmen könnten, diese EM in allzu vielen Städten zu spielen."

Fußball, 2.Liga: Die Anwesenheit von etwa 30 Zuschauern beim Heimspiel von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue gegen Fortuna Düsseldorf hat für Irritationen gesorgt. Die Personen hatten die 0:3-Niederlage der Sachsen am Samstag auf der Gegengeraden des Erzgebirgsstadions verfolgt und in der zweiten Hälfte mehrmals lautstark Sprechchöre angestimmt. Auf Fotos ist zu sehen, wie der Mindestabstand nicht eingehalten wurde. Einige Personen trugen zudem keine Mund-Nasen-Bedeckung, was gegen das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) verstößt. Laut Aues Geschäftsführer Michael Voigt hatten die Zuschauer im Vorfeld der Partie mitgeholfen, den Platz vom Schnee zu befreien. "Die Personen standen während des Spiels auf Abruf bereit, um bei weiteren Schneefällen mitzuhelfen, den Platz umgehend zu beräumen", sagte Voigt.

Handball, WM: Das zweite WM-Spiel der deutschen Handballer gegen Kap Verde droht aufgrund von zwei weiteren Corona-Fällen im Team der Afrikaner auszufallen. Wie der Weltverband IHF einen Tag vor der Partie am Sonntag (18 Uhr/ARD) mitteilte, wurden erneut zwei Spieler von Kap Verde positiv getestet. Die beiden Akteure wurden umgehend isoliert. Da den Afrikanern dadurch nicht mehr die laut IHF-Regularien mindestens benötigten zehn Spieler zur Verfügung stehen, steht die Partie gegen die DHB-Auswahl vor der Absage. In diesem Fall würde das Spiel mit 10:0 für die deutsche Mannschaft gewertet.

Allerdings könnten die Afrikaner, denen aktuell nur noch neun negativ getestete Spieler zur Verfügung stehen, theoretisch noch weitere Akteure aus ihrem erweiterten WM-Kader nachnominieren und nach Ägypten reisen lassen. "Momentan ist es eine klare Empfehlung an die Mannschaft, dass sie jetzt nicht irgendwelche Versuche machen sollten, die noch fehlenden Personen aus dem erweiterten Kader hierher zu holen", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. "Das Spiel gegen uns ist kaum zu verwirklichen."

Obwohl bereits im Vorfeld des Turniers in Ägypten zahlreiche Corona-Fälle in der Mannschaft von Kap Verde aufgetreten waren, hatte das Team am Freitagabend gegen Ungarn (27:34) sein erstes WM-Spiel bestritten.

Tennis, Australian Open: Drei positive Coronatests bei der Anreise zu den Australian Open haben die Vorbereitung auf das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres schwer gestört. Wie die Veranstalter am Samstag mitteilten, befinden sich insgesamt 47 Tennisprofis in strikter Quarantäne und dürfen damit 14 Tage ihr Hotelzimmer nicht verlassen. Ursprünglich war geplant, dass die Sportler während dieser Zeit für maximal fünf Stunden am Tag trainieren dürfen, um sich auf den Start in Melbourne (ab 8. Februar) vorzubereiten.

Die Namen der unter Quarantäne stehenden Spieler nannten die Organisatoren nicht. Daher war zunächst auch offen, ob deutsche Profis zur Gruppe der isolierten Sportler gehören. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber war am Freitag in Melbourne angekommen. Betroffen waren bei der Anreise nach Angaben der Veranstalter zwei Charterflüge. Auf einem Flug aus den USA wurden zwei Personen bei Ankunft positiv getestet. Bei den Betroffenen handele es sich um ein Mitglied der Besatzung sowie "einen Passagier, der kein Spieler ist". Beide hätten im Vorfeld des Fluges einen negativen Test abgegeben, insgesamt befanden sich 79 Personen, darunter 24 Spieler an Bord.

"Wir kommunizieren mit jedem auf diesem Flug. Insbesondere der Gruppe von Spielern, um ihre Bedürfnisse so gut wie möglich zu berücksichtigen", sagte Turnierdirektor Craig Tiley. Die zweite betroffene Maschine startete aus Abu Dhabi und hatte insgesamt 23 Spieler an Bord, der positive Test soll auch hier keinen Athleten betreffen. Der Aufwand der australischen Organisatoren ist enorm, um das Turnier inmitten der Pandemie über die Bühne zu bringen. Spieler und Begleitpersonen werden derzeit mit insgesamt 18 Chartermaschinen eingeflogen. Über 25 Millionen Euro soll das strenge Bubble-Konzept kosten.

Biathlon, Oberhof: Beim Biathlon-Weltcup in Oberhof gibt es zwei weitere Coronafälle. Wie der Weltverband IBU mitteilte, wurden ein Athlet und ein Betreuer aus Slowenien positiv auf das Virus getestet. Beide Personen wurden isoliert und für zehn Tage in Quarantäne geschickt. Zwei als direkte Kontaktpersonen identifizierte Athleten müssen gemäß der lokalen Bestimmungen sogar für 14 Tage in Quarantäne.

Die drei betroffenen Sportler verpassen somit neben den verbleibenden Wettbewerben am Rennsteig auch die WM-Generalprobe in Antholz ab dem 21. Januar. In Oberhof waren 23 von über 2400 durchgeführten Coronatests positiv, damit gab es bereits fünf Coronafälle mehr als bei den ersten beiden Weltcup-Stationen zusammen.

Handball, WM: Kurz vor der Auftaktpartie von Titelverteidiger Dänemark bei der Handball-WM in Ägypten ist ein dänischer Nationalspieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handelt sich um WM-Debütant Emil Jakobsen, der bereits zuvor einmal mit dem Virus angesteckt gewesen ist. Er werde nun ebenso isoliert wie sein Zimmerkollege Morten Olsen, teilte der dänische Handballverband am Freitagvormittag mit. Das bedeutet, dass Jakobsen am Abend bei der Begegnung gegen Bahrain nicht auflaufen wird. Bei Olsen wird auf einen negativen Test im Laufe des Tages gehofft.

Fußball, Klub-WM: Die Klub-WM muss ohne den Ozeanien-Vertreter Auckland City planen. Der neuseeländische Klub teilte dem Weltverband Fifa am Freitag mit, dass er angesichts der Corona-Pandemie und der von den heimischen Behörden erlassenen Quarantänebestimmungen nicht teilnehmen könne. Ein Ersatz wurde von der Fifa nicht benannt.

Stattdessen wird der Titel beim Turnier in Katar (4. bis 11. Februar) unter nur noch sechs Teams ausgespielt. Auckland hätte am 1. Februar ein Ausscheidungsspiel gegen Al-Duhail SC bestreiten sollen. Der katarische Meister steht nun kampflos in der zweiten Runde. Der FC Bayern, der als Champions-League-Sieger qualifiziert ist, greift erst mit dem Halbfinale (8. Februar) ins Turniergeschehen ein.

Die Auslosung der Paarungen findet am 19. Januar (16 Uhr) in Zürich statt. Neben den Bayern und Al-Duhail stehen die Kontinentalmeister Al-Ahly aus Ägypten, Ulsan Hyundai (Südkorea) und Tigres UANL (Mexiko) als Teilnehmer fest. Dazu kommt der Sieger der südamerikanischen Copa Libertadores, der am 30. Januar im brasilianischen Final-Duell zwischen Santos und Palmeiras ermittelt wird.

© SZ.de/dpa/sid/schm/tbr
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