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Corona-Krise:Wie Sportler helfen

Die einen gehen für Risikopatienten einkaufen, andere helfen bei der Tafel - oder protestieren gegen Hamsterkäufe. Wie sich der Sport in der Corona-Krise engagiert. Eine Auswahl.

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Müller befürwortet Verlegung der Fußball-EM ins kommende Jahr

Quelle: Sven Hoppe/dpa

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Thomas Müller ist ein heimatverbundener Mensch: Nicht umsonst spielt der Münchner schon sein ganzes Profileben lang beim FC Bayern. Seine Unterstützung in der Corona-Krise fällt da typisch aus: Er spendiert Mahlzeiten in seiner Heimatregion. Personen, die mit ihrer Arbeit "das öffentliche Leben im Landkreis Weilheim hochhalten", können sich von zwei ausgewählten Gaststätten mit warmen Gerichten beliefern lassen. Auf der Speisekarte: Schweinebraten und Schnitzel. Typisch Bayerisch eben.

Ilkay Gündogan von Manchester City spendete dagegen für einen Einkaufsservice und Dankeschön-Pakete für Pflegepersonal in dem von Corona besonders betroffenen Landkreis Heinsberg. Er verfolge die Nachrichtenlage und wolle helfen, sagte der Nationalspieler. Gündogan rief die Aktion in Zusammenarbeit mit dem Fußball-Verband Mittelrhein, dem Kreis Heinsberg, dem Amateurverein SVG Birgden-Langbroich- Schierwaldenrath und einem Supermarkt in Birgden ins Leben.

SG Flensburg-Handewitt - Rhein-Neckar Löwen

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

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Mit gutem Beispiel voran gehen wollten die Handballer aus Flensburg: Trainer Maik Machulla und ein Teil der Mannschaft riefen zum Blutspenden auf - und ließen sich gleich selber anzapfen, wie die Bilder auf ihrem Twitterkanal belegen. Der deutsche Handball-Meister folgt damit einem Hilferuf des Robert-Koch-Instituts: In der Corona-Krise ist die Zahl der Blutspender bereits erheblich zurückgegangen.

FC Bayern Basketball v Rasta Vechta - Play Offs Semi Final Game 3

Quelle: Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images

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Körbe, Körbe, Körbe: Die Berufung der Basketballer vom FC Bayern kennt ganz klar ein Objekt der Begierde, doch Körbe werfen geht gerade ja nur auf dem heimischen Hof. Deswegen zog die Mannschaft los und unterstützte die Münchner Tafel. Paul Zipser und Danilo Barthel (re.) halfen unter anderem bei der Ausgabe von Lebensmitteln, auch bei der Tafel waren zuletzt freiwillige Helfer weggebrochen. Zudem spendete der Klub 10 000 Euro. Bayern-Präsident Herbert Hainer übergab den Scheck persönlich. Bayern-Fußballer Javi Martinez half dem Roten Kreuz beim Einkaufen.

DEL; Duesseldorfer EG - Krefeld Pinguine; 06.03.2020 Leon Niederberger ( 17, Duesseldorfer EG), DEL, Duesseldorfer EG -; Leon Niederberger

Quelle: imago images/Beautiful Sports

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Was ist Volkssport Nummer Eins in Zeiten von Corona? Richtig, das Hamstern. Leergeräuberte Regale regten Eishockey-Profi Leon Niederberger von der Düsseldorfer EG nun so sehr auf, dass er sich mit einem Protestschild in den Supermarkt stellte, Aufschrift: "Stop mit dem Hamstern". "Die Kassiererinnen haben sich alle bei mir bedankt", sagte Niederberger RP Online: "Ich würde es jederzeit wieder tun." Seelischer Beistand hat auch seinen Wert.

Bietigheim, Deutschland 21. Dezember 2019: Handball 2. BL - 19/20- SG BBM Bietigheim vs. TV Hüttenberg Torhueter Simon; TV Hüttenberg

Quelle: imago images/wolf-sportfoto

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In der Disziplin "Praktische Hilfe" sind die Handballer vom TV Hüttenberg allerdings weiter vorne dabei: Der Zweitligist hat einen Einkaufsservice für Menschen in Quarantäne und Risikopatienten eingerichtet, Hilfsbedürftige können sich mit Einkaufslisten beim Verein melden, der dann zwei verfügbare Spieler in den Supermarkt schickt. Natürlich wird darauf geachtet, dass sich kein Spieler einem Risiko aussetzt. "Einen Salat und ein paar Äpfel mehr einzukaufen und den Menschen in der Region vorbeizubringen, ist aber sicherlich nicht zu viel verlangt", sagt Trainer Frederick Griesbach. Eine ähnliche Aktion startete der 1. FC Nürnberg - da die Spieler aber in Quarantäne sind, erledigten Fans und Mitarbeiter die Einkäufe.

Joshua Kimmich und Leon Goretzka

Quelle: Marius Becker/dpa

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In Sachen Geldoffensive sind Leon Goretzka und Joshua Kimmich vorangestürmt: Die Fußballer des FC Bayern spendeten zusammen eine Million Euro und riefen damit gleichzeitig die Plattform "We kick corona" ins Leben, auf der Geld für karritative, soziale oder medizinische Zwecke gesammelt werden soll. Zahlreiche Spieler schlossen sich der Initative an. Zuvor hatten bereits Fußballer der deutschen Nationalmannschaft 2,5 Millionen Euro gespendet, dazu fiel Bayern-Stürmer Robert Lewandowski mit einer Spende von einer Million Euro auf.

In Spanien unterstützten Pep Guardiola (eine Million) und Lionel Messi (500 000 Euro) medizinische Einrichtungen, dazu gab Cristiano Ronaldo nach eigenen Angaben Millionen für Krankenhäuser in Portugal. Immer mehr Profifußballer sind mittlerweile im Kampf gegen Corona dabei. Auch die beiden Tennis-Größen Novak Djokovic und Roger Federer spendeten eine Million Euro.

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Quelle: Ben Stansall/AFP

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In England scheint der Spendentrend mitunter ein anderer zu sein: Wilfried Zaha von Premier-League-Klub Crystal Palace ist zwar erst 27, besitzt aber rund 50 Immobilien in London - einen Teil davon stellt er medizinischem Personal kostenfrei zur Verfügung. Auch Roman Abramowitsch, Besitzer des FC Chelsea, spendet Platz in 72 Zimmern des klubeigenen Hotels direkt neben dem Stadion an der Stamford Bridge.

© SZ.de/ska

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