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Christoph Metzelder zur Champions League:"Das Gefälle ist einfach zu groß geworden"

Christoph Metzelder, Champions League, Real Madrid, Werder Bremen

Kennt sich mit deutsch-spanischen Duellen in der Champions League aus: Christoph Metzelder (re.), hier im Jahr 2007 gegen Bremens Diego

(Foto: dpa)

Was treibt Real Madrid auf dem Transfermarkt? Welche Chancen besitzen Schalke und Dortmund? Christoph Metzelder, der selbst mit allen drei Klubs in der Champions League antrat, spricht zum Start der Königsklasse über Favoriten, Chancengleichheit - und seine Schwäche für Hymnen.

Wenn an diesem Dienstagabend die Saison in der Champions League beginnt, spielen zwei ehemalige Vereine von Christoph Metzelder: Borussia Dortmund (20.45 Uhr gegen Arsenal London) und Real Madrid (gegen den FC Basel). Einen Tag später greift dann auch Metzelders dritter Ex-Klub, der FC Schalke 04, auswärts beim FC Chelsea in den Wettbewerb ein.

Den Titel traut der frühere Nationalverteidiger jedoch weder Dortmund noch Schalke, sondern nur den Spaniern zu. Erfolge einer Überraschungsmannschaft über die Gruppenphase hinaus hält er in der Königsklasse für ausgeschlossen. "Das Gefälle ist einfach zu groß geworden", sagt Metzelder im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Dienstagsausgabe).

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Das vom europäischen Verband Uefa als Lösung für Gerechtigkeit im Fußball propagierte Financial Fairplay hält der 33-Jährige für überschätzt. Gerechtigkeit im Fußball habe es ohnehin noch nie gegeben: "Einige Vereine waren immer schon besser ausgestattet als die anderen." Deshalb werde sich an der festgefahrenen Machtstruktur im europäischen Fußball in den kommenden zehn Jahren nichts ändern. Allerdings sieht er langfristig die deutschen Teams im Vorteil. "Sie wirtschaften solide und haben im Vergleich zu den Klubs in anderen Ländern eine breite Einnahmestruktur", sagt Metzelder.

In diesem Jahr werde es für Bayer Leverkusen und den FC Schalke jedoch bereits nach der Gruppenphase sehr schwer, für Borussia Dortmund ab dem Viertelfinale. Der BVB habe ihn allerdings zuletzt immer wieder überrascht, erklärt Metzelder: "Ich habe mich in den letzten Jahren oft bei dem Gedanken ertappt, dass die Dortmunder Entwicklung irgendwann mal stagnieren muss. Aber sie schaffen es immer wieder, sich zu verbessern."

Kritik an Reals Transferpolitik

Der 33-Jährige glaubt an die Stärke von Top-Favorit Real Madrid, trotz der momentanen Schwächephase in der spanischen Meisterschaft. Jedoch kritisierte Metzelder, der selbst im Sportmarketing arbeitet, erneut, dass die Madrilenen vor allem aufgrund der hohen Werbewirksamkeit jedes Jahr ihren Kader umkrempeln. Er könne sich an keinen Sommer erinnern, in dem Real nur punktuell den Kader ergänzt hätte. Bestes Beispiel sei der Transfer von Ángel Di María nach Manchester. "Di María ist nicht der Mann, mit dem man Foto-Shootings und Werbekampagnen macht. Überspitzt formuliert: Er ist ein phantastischer Fußballer - mehr nicht!"

Metzelder wird den Champions-League-Start als TV-Experte begleiten. Im Fußball aktiv ist er als erster Vorsitzender, sportlicher Leiter, Co-Trainer der A-Jugend und Edelfan bei seinem Jugendverein, dem Landesligisten TuS Haltern. Mit der Champions League habe der Fußball dort allerdings nur die Regeln gemein.

Er selbst erinnere sich noch gerne an seine aktive Zeit, an Abendspiele, das Abspielen der Champions-League-Hymne ("Ich habe eine Schwäche für Hymnen") und die besondere Europapokal-Atmosphäre: "Das ist die größte aller Bühnen, auch für die persönliche Präsentation."

Das komplette Interview lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung, auf dem iPad und Windows 8.