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Chinese beim VfL Wolfsburg:Der Weggang von Dost ist im Winter denkbar

Der Däne Bendtner, 26, hat ein legendäres Selbstvertrauen, auch wie ein Superheld. Sein Problem: Er spielt selten wie einer. Im Wolfsburger Kombinationsspiel wirkt der Sommer-Zugang oft verloren, am Sonntag kam er nur am Schluss zum Einsatz. Es habe keinen Grund gegeben, ihn früher einzuwechseln, sagte Allofs: "Wir wollten keine hohen Bälle nach vorne schlagen."

Und dann ist da noch der Niederländer Dost, 25, der am Sonntag 85 Minuten lang spielte. Dann wurde er für Bendtner ausgewechselt, trat zuerst nach einer Tasche, dann nach einer Getränkeflasche und war ziemlich wütend. Er hatte ein Tor geschossen, das ihm Schiedsrichter Manuel Gräfe wegen eines vermeintlichen Foulspiels aberkannte. Er hätte allerdings mindestens zwei weitere schießen müssen, doch war am Paderborner Torhüter Lukas Kruse gescheitert. "Das ist einfach schlecht", sagte Dos später. Allofs und Hecking lobten ihn zwar für seine aufopferungsvolle Leistung. Sein Weggang im Winter, oder der von Bendtner, ist dennoch denkbar.

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Das hätte besser laufen können: Im Sechzehntel-Finale der Europa League trifft Borussia Mönchengladbach auf Titelverteidiger FC Sevilla. Dem VfL Wolfsburg ergeht es nur geringfügig besser.

Manager Allofs wollte über Transfers am Sonntag nicht sprechen, er hatte nämlich ein anderes Problemchen ausfindig gemacht: das Wolfsburger Stadion, genauer die Wirkung, die es angeblich auf Schiedsrichter hat. "Klares Foul", sagte er über eine strittige Szene in der zweiten Halbzeit, in der Dost im Paderborner Strafraum zu Boden gegangen war, und zürnte: In der Arena des FC Bayern würde Gräfe bestimmt anders pfeifen.

"Er soll mal reinschnuppern"

Xizhe Zhang hat es am Sonntag trotzdem gefallen im Wolfsburger Stadion. Er lächelte, klatschte, fotografierte mit seinem Smartphone. Tore wird allerdings auch er demnächst wohl noch nicht schießen. "Er soll mal reinschnuppern", sagte Hecking über die Rolle des Zugangs. Das Schnuppern lässt sich der VfL kolportierte 750 000 Euro kosten, die sich aber schnell rechnen werden: Bereits am Sonntag sahen knapp 20 Millionen Chinesen am Fernseher zu.

Dass der Transfer dem VfL Wolfsburg in China zu einem rasanten Imagegewinn verhilft? Sehr wahrscheinlich. Dass er in Deutschland, wo zuletzt argwöhnisch kommentiert wurde, dass die Uefa nachforscht, ob VW und VfL womöglich gegen Financial Fairplay verstoßen, zu einem Imageverlust führen könnte? Wahrscheinlich Pustekuchen.