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Chelsea-Sieg gegen PSG:Schürrle trifft Paris ins Herz

Chelsea FC Paris St. Germain André Schürrle

Traf umgehend nach seiner Einwechslung: André Schürrle

(Foto: AFP)

Kleines Wunder an der Stamford Bridge: Ein 2:0 über Paris Saint-Germain befördert den FC Chelsea nach der Niederlage im Hinspiel doch noch ins Champions-League-Halbfinale. André Schürrle wird unerwartet eingewechselt - und nutzt seine Chance sofort.

50 Millionen Pfund, schätzt José Mourinho, sollte er im Sommer auf dem Transfermarkt ausgeben dürfen. Was heißt hier dürfen: Weniger als 50 Millionen Pfund sollten es nach Meinung des Portugiesen einfach nicht sein, um die in seinen Augen bedürftige Offensive des FC Chelsea zu verstärken. So ließ es der Trainer des Londoner Klubs am vergangenen Freitag die englischen Medien und damit auch Klubeigner Roman Abramowitsch wissen. Vielleicht war es dieser Wunsch nach mehr Durchschlagskraft, der seiner Mannschaft an diesem Abend Beine machte: Mit einem 2:0 (1:0) im Viertelfinal-Rückspiel warfen die Londoner das favorisierte Paris Saint-Germain aus der Champions League.

Nach dem 1:3 im Hinspiel musste Chelsea an diesem Abend an der heimischen Stamford Bridge tun, was es in dieser Spielzeit nur ungern macht: Die Londoner konnten nicht lauern und durften nicht abwarten, sondern mussten von Beginn an in die Offensive gehen, um den Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen.

Es war dem 33-jährigen Samuel Eto'o vorbehalten, trotz gerade erst überstandenen Achillessehnenproblemen die oft kritisierte Qualitätslücke im Angriff von Chelsea zu füllen. Der Spanier Fernando Torres, 33, der bei Mourinho keinen guten Stand hat, musste wie der frühere Hoffenheimer Demba Ba, 28, auf die Bank. Dort saß beim Anpfiff auch André Schürrle, aber der deutsche Nationalspieler kam überraschend schnell doch noch zum Einsatz.

Schon nach 18 Minuten durfte er für Eden Hazard ins Spiel: Der umworbene Belgier, der vor dem Rückspiel öffentlich darüber nachgedacht hatte, zu PSG zu wechseln, musste offenbar verletzt vom Feld. Keine Viertelstunde später durfte Schürrle über den ersten Champions-League-Treffer seiner Karriere jubeln: David Luiz verlängerte einen Einwurf mit dem Hinterkopf in Richtung der Elfmetermarke, dort lauerte Schürrle und traf Paris mit seinem 1:0 mitten ins Herz (32.).

PSG reagierte auf den Rückstand - erstaunlicherweise nicht so recht. Seltsam strukturlos bewegte sich die Mannschaft von Trainer Laurent Blanc über den Platz. Vielleicht fehlte Paris sein Fixstern Zlatan Ibrahimovic mehr, als sich die Franzosen eingestehen mochten: Der Schwede konnte nach einer Oberschenkelverletzung aus dem Hinspiel nur vom Spielfeldrand aus zusehen, wie seine Kollegen sich gegen zunehmend mutige Londoner mühten.

Die Leichtigkeit und das Kombinationsspiel fehlten PSG komplett an diesem Abend, den mehr und mehr Chelsea bestimmte: Nach der Pause setzte erst Schürrle den Ball aus gut 18 Metern an die Querlatte (52.), nur zwei Minuten später war es bei einem Schuss von Oscar erneut das Aluminium, das die Franzosen im Spiel hielt (54.).

PSG wankte jetzt, doch Chelsea konnte einfach keine weitere seiner Chancen nutzen. Mourinho warf nun Ba und Torres zusätzlich zum blassen Eto'o in die Offensive. Mehr geht nicht bei Chelsea, und in der Summe genügte es an diesem Abend doch: Nach Bas 2:0 sprintete Mourinho bis zur Eckfahne, um mit seinen Spielern zu jubeln (87.). Noch nie hat Mourinho ein Viertelfinalduell in der Champions League verloren. Wie viel er nun im Sommer wirklich ausgeben darf, hängt auch vom weiteren Fortkommen ab.

© SZ vom 09.04.2014/jkn

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