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Champions League:Eindhoven feiert Mario Götze

In der Quali zur Königsklasse zeigt der Deutsche gegen Galatasaray ein großes Spiel. Chemnitzer FC erteilt Neonazis Hausverbot. Die Darts-WM ist vor vollen Rängen geplant.

Meldungen im Überblick

Fußball, Niederlande: Die Anhänger in der voll besetzten Fankurve huldigten ihrem Helden schon kurz vor dem Abpfiff. "Mariooo Göööötze, schalalalalala", hallte es aus Tausenden Kehlen durch das Philips-Stadion. Kurz zuvor hatte der Weltmeister von 2014 einen Doppelpack für den PSV Eindhoven auf dem Weg in die Königsklasse besorgt. Götze präsentierte sich beim spektakulären 5:1 (2:1) in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League gegen den türkischen Vizemeister Galatasaray in Topform. Als Spielmacher und Torschütze (52. und 89.) verhalf der 29-Jährige seinem Team zu einer exzellenten Ausgangsposition. "Was für ein Abend - was für eine Mannschaft", twitterte Götze, der zuletzt Abwanderungsgerüchte dementiert hatte, am Donnerstag: "Tore auf der großen Bühne fühlen sich immer besonders an, besonders mit Fans im Rücken. Ich bin sehr glücklich über meine beiden Treffer - und Eran Zahavi hat auch nicht so schlecht gespielt..."

Tatsächlich war der israelische Stürmer Zahavi mit drei Toren (7./35./84.) der Co-Star im Team des deutschen Trainers Roger Schmidt, der auch Nationalspieler Philipp Max und den Ex-Mainzer Philipp Mwene auf das Feld geschickt hatte. Der nicht für die EM nominierte Max bereitete das zweite Tor Götzes vor. "Es war das erste Pflichtspiel mit Fans seit anderthalb Jahren, also wollten wir ihnen ein gute Vorstellung zeigen", sagte Schmidt: "Die Energie von den Rängen hat sich auf die Mannschaft übertragen. Wir waren voll da und haben bei den Chancen die Effektivität gezeigt, die uns in der vergangenen Saison oft gefehlt hat."

Darts, WM: Die Weltmeisterschaft 2022 soll vor vollen Rängen ausgetragen werden. Dies teilten die Organisatoren des Weltverbandes PDC mit Blick auf das größte Darts-Turnier der Welt im Londoner Alexandra Palace mit. Insgesamt sind 28 Sessions vor jeweils mehr als 3000 Zuschauern geplant. Das Turnier soll am 15. Dezember beginnen und am 3. Januar mit dem Finale enden. Die PDC hält an der traditionellen Weihnachtspause fest, von 24. bis 26. Dezember wird nicht gespielt. Die Viertelfinals finden am Neujahrsabend statt, bevor am 2. Januar das Halbfinale ausgespielt wird. Insgesamt 96 Spieler werden um ein Preisgeld von 2,5 Millionen Pfund (2,9 Millionen Euro) kämpfen. Titelverteidiger ist der Waliser Gerwyn Price.

Regionalliga, Chemnitzer FC: Der Viertligist hat nach den rechtsradikalen Vorfällen im Rahmen des Testspiels gegen den tschechischen Klub FK Banik Most-Sous erste Maßnahmen ergriffen. Wie der Verein mitteilte, wurde gegen zehn Personen ein unbefristetes Hausverbot für das Stadion, das Trainingsgelände sowie die Geschäftsstelle des CFC ausgesprochen. Die Gruppe war im Rahmen des Testspiels rechte Parolen grölend durch ein Wohngebiet in Most marschiert, im Nachgang tauchte Videomaterial der entsprechenden Szenen auf. "Wir wollen diese Leute ganz deutlich vom Chemnitzer FC abgrenzen", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Siegfried Rümmler: "Das Gedankengut, das die identifizierten Personen offenbar in sich tragen, ist befremdlich und passt nicht zu unserem Chemnitzer FC." Die identifizierten zehn Personen seien keine Vereinsmitglieder, teilten die Sachsen weiter mit.

Der Klub werde die Einhaltung der Hausverbote strikt kontrollieren und Zuwiderhandlungen bestrafen. Generell seien die Ermittlungen auch noch nicht abgeschlossen. Es gehe nun darum, "weitere Täter dingfest machen zu können", führte Rümmler weiter aus. Auch die Ultras 99 Chemnitz distanzierten sich deutlich von den rechtsradikalen Äußerungen. "Die Spiele des Chemnitzer FC dürfen nie wieder als Bühne für rechtsextreme Äußerungen und anderer Scheißhausparolen missbraucht werden", schrieb die Fangruppierung: "Extremismus, Rassismus und Diskriminierung hat in unserem Stadion nichts zu suchen!"

Eishockey, Homosexualität: Nächster Meilenstein im US-Sport: Eishockey-Profi Luke Prokop hat sich als erster Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga NHL offen zu seiner Homosexualität bekannt. Dies teilte der 19-Jährige, der bei den Nashville Predators unter Vertrag steht und in der vergangenen Saison für die Calgary Hitmen in der unterklassigen WHL spielte, bei Instagram mit. "Es war eine ganz schöne Reise, aber ich könnte jetzt nicht glücklicher sein mit meiner Entscheidung, mich zu outen. Ich habe keine Angst mehr, zu zeigen, wer ich bin", schrieb Prokop: "Ich habe seit meiner Kindheit davon geträumt, ein NHL-Spieler zu werden. Wenn ich mein Leben authentisch lebe und mich nicht mehr verstelle, glaube ich, dass ich meinen Träumen näher komme."

NHL-Commissioner Gary Bettman gratulierte Prokop in einem Telefonat zu diesem Schritt. "Jeder, der mit der NHL zu tun hat, egal ob im Büro, als Trainer oder als Spieler - wir möchten allen sagen: Ganz gleich, wer ihr seid - ihr alle habt einen Platz in unserer Familie", sagte Bettman: "Ich habe ihm gesagt, dass sein Schritt mutig war - und ich habe ihm meine Nummer gegeben. Wann immer er Probleme oder Sorgen hat, soll er sich gerne melden." Zuletzt hatte sich Ende Juni Football-Profi Carl Nassib geoutet und mit einem vermeintlichen Tabu gebrochen. Nassib, der für die Las Vegas Raiders spielt, erhielt für seine Entscheidung, öffentlich über seine Homosexualität zu sprechen, viel Zuspruch und Anerkennung.

© SZ/sid/dpa/bek
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