FC Augsburg Wo ist Kai-Uwe?

(Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts / Getty Images)
  • Beim FC Augsburg beschrieben Teamkollegen und Verantwortliche Caiuby immer als "super Typ".
  • In Augsburg wird er nun aber bereits seit drei Wochen für vermisst erklärt, was wiederum zur Folge hat, dass derzeit niemand mehr über ihn sprechen möchte.
  • Es ist inzwischen das dritte Mal, dass Caiuby seinen Urlaub eigenmächtig verlängert.
Von Thomas Hürner

Der Fußballtrainer Felix Magath ist in seinen vielen Bundesliga-Jahren eher für seinen kühlen Pragmatismus als für seine humoristische Wärme bekannt geworden, aber mindestens einmal soll er zwischen Bergläufen und seinen genauso kurzen wie deutlichen Ansprachen eine Ausnahme gemacht haben. Einfach nur zum Spaß, so zumindest die Legende, soll Magath einen jungen Brasilianer, der damals neu beim VfL Wolfsburg war, mit dem nicht sehr brasilianisch klingenden Namen "Kai-Uwe" zu sich beordert haben.

Dieser Brasilianer wurde eigentlich mal auf den klangvollen Namen "Caiuby Francisco da Silva" getauft, im Kreise der Mannschaft blieb es wegen des allgemeinen Amüsements über diesen unverhofften Scherz des Trainers aber bei "Kai-Uwe". Und obwohl sich "Kai-Uwe" unter der strengen Regentschaft des Disziplinfanatikers Magath nie besonders wohl fühlte, wollte er auf den neuen Spitznamen auch bei seinen nächsten Stationen in Deutschland nicht verzichten. Das wiederum hatte nichts mit Gründen der Einfachheit zu tun, denn sein in der Heimat bewährter Rufname Caiuby ist schließlich ähnlich einprägsam und auch für seine deutschen Mitspieler und Anhänger kein Zungenbrecher. Caiuby ist aber selbst ein ausgewiesener Spaßvogel, weshalb er sich in seinen Klubs immer großer Beliebtheit erfreuen durfte.

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Wenn man sich so bei seinem aktuellen Verein FC Augsburg umhörte, dann beschrieben Teamkollegen und Verantwortliche ihren Kai-Uwe immer als "super Typ", und auch auf Seiten des Publikums gehört er zu den ausgewiesenen Lieblingen.

In Augsburg wird Caiuby nun aber bereits seit drei Wochen für vermisst erklärt, was wiederum zur Folge hat, dass derzeit niemand mehr über ihn sprechen möchte. Es ist das inzwischen dritte Mal, dass Caiuby seinen Urlaub eigenmächtig verlängert, erst im Sommer hatte er das Trainingslager der Mannschaft komplett verpasst.

In Augsburg haben sie Caiuby bereits so einiges verziehen: Verspätungen zu regulären Trainingseinheiten, frisch gestochene Tattoos nur wenige Tage vor einem Bundesliga-Spieltag, einen mutmaßlichen Kopfstoß gegen einen Fan, eine Strafe wegen Schwarzfahrens in der Bahn, weil er nach einem Oktoberfest-Besuch betrunken eingeschlafen war, oder Berichte über nächtliche Partys in seiner Wohnung und laute Streits mit seinem Vermieter.

Und das verziehen sie ihm nicht nur wegen seines Charmes, sondern auch, "weil er sich für die Mannschaft immer reinhaut", wie FCA-Manager Stefan Reuter nach Caiubys Absenz im Sommer hervorgehoben hatte. Caiuby selbst hatte danach immerhin Besserung gelobt, er fehlt seiner Mannschaft nun aber natürlich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die Augsburger sind nach inzwischen neun sieglosen Spielen in Serie den Abstiegsrängen gefährlich nahe gekommen.