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BVB:Tuchel kritisiert Hummels zum Abschied

Bayern München - Borussia Dortmund

Schwer enttäuscht nach München: Mats Hummels.

(Foto: dpa)

In seinem letzten Spiel für Borussia Dortmund muss Mats Hummels vorzeitig vom Platz. Darüber ist er selbst enttäuscht - vor allem aber sein Trainer.

Als zwei Minuten vor Spielbeginn die Nationalhymne gespielt wurde, stand Mats Hummels ganz rechts in der Mannschaftsaufstellung. Dortmunds scheidender Kapitän blickte ernst und entschlossen, malträtierte mit den Zähnen einen Kaugummi und wird sich sehnlichst gewünscht haben, dass es endlich los geht. Der Weltmeister stand unter besonderer Beobachtung, seit seine Wechselpläne veröffentlicht und dann finalisiert worden waren. Zu den Bayern wird der Manndecker ziehen - ausgerechnet zum Rivalen aus dem Süden, dem sie im Ruhrgebiet in inniger Abneigung zugetan sind.

Entsprechend harsch waren die Reaktionen der Fans, doch nach der ersten großen Aufregung haben sie es in Dortmund geschafft, die Gemüter zu beruhigen. Die Dissonanzen, die mit einem Transfer von solcher Tragweite einhergehen, haben sie beim BVB souverän moderiert aus der Überzeugung heraus, dass ein Pokalsieg gegen den Branchenführer nur dann machbar erschien, wenn der Betriebsfrieden nicht nachhaltig gestört ist und alle Kräfte gebündelt werden.

BVB in der Einzelkritik

"Scheiß-Ende" für Hummels

Nach 78 Minuten ist die letzte schwarzgelbe Schicht für ihn beendet

Dortmund verhinderte gegen die Offensivmacht der Bayern 120 Minuten lang das Tor, scheiterte dann aber im Elfmeterschießen. Hummels war da schon lange nicht mehr auf dem Rasen. Nach 78 Minuten war die letzte Schicht im Dortmunder Trikot frühzeitig beendet, die 50 folgenden Minuten und das Elfmeterschießen fanden ohne den Nationalspieler statt. Körperlich ausgelaugt, angeschlagen, mit seinen Kräften am Ende.

Nach 70 Minuten musste der Manndecker bereits mit Krämpfen behandelt werden, danach ging es nicht mehr. Bis zu seinem Ausscheiden hatte Hummels alles ins Spiel gebracht, zu dem er an diesem Abend in der Lage war. "Ich hatte immer mal wieder Krämpfe zwischendurch. In der einen Szene hab ich mir das Sprunggelenk unglücklich verdreht, da hat alles zugemacht, da kannste auf dem Niveau nicht mehr mitspielen", sagte der Verteidiger. Sein kurzes Fazit: "Alles scheiße!"

DFB-Pokalfinale

Wie Borussia Dortmund trauert

Seine Mannschaft habe "aufopferungsvoll, giftig und leidenschaftlich verteidigt", sagte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel. Dennoch hat der 27-Jährige in seinen achteinhalb Dortmunder Jahren schon weitaus beeindruckendere Auftritte hingelegt als beim letzten Vorhang. Auf den Spieler im Fokus angesprochen, reagierte Tuchel reichlich schmallippig, indem er sein Wirken in vier Worten zusammenfasste: "Er kann es besser."

Tuchel mochte seine Enttäuschung kaum verbergen, er hätte sich gewünscht, dass sein Kapitän bei diesem Abnutzungskampf wesentlich mutiger voranschreitet. Hummels habe darum gebeten, ausgewechselt zu werden, "weil er nicht mehr konnte".