BVB-Sieg gegen Gladbach:Dortmunder Publikum schon lange nicht mehr so früh aus dem Häuschen

Allerdings taten das seine Kollegen auf dem Feld auch. Favres Mut wurde nicht belohnt. Die Gladbacher spielten sehr verhalten, waren um Form bemüht und nicht um Gestaltung. Die Dortmunder nahmen diese Einladung gleich gerne an. Einem Tor von Mkhitaryan verweigerte der Schiedsrichter Tobias Stieler in der achten Minute wegen Abseits fälschlicherweise noch die Anerkennung, doch sieben Minuten später konnte es keine Zweifel mehr geben: Mats Hummels spielte aus der Abwehr scharf und flach ins Zentrum, wo Kagawa den Ball sehr schön und sehr präzise auf Reus weiterprallen ließ. Reus fackelte nicht lange und zog kurzerhand ab.

Die niederrheinische Lethargie wurde sechs Minuten später bereits wieder und nun schon vorentscheidend bestraft. Der aufgerückte Linksverteidiger Marcel Schmelzer durfte viel zu frei flanken, und Pierre-Emerick Aubameyang als Mittelstürmer viel zu frei köpfeln. Mit dem 2:0 in der 21. Minute war aus dem vermeintlichen Topspiel sehr früh schon ziemlich viel Luft raus, und als Mkhitaryan nach einem Konter auf Vorlage von Aubameyang bereits in der 33. Minute auf 3:0 erhöhte, war die Sache gelaufen und das Dortmunder Publikum so früh wie schon lange nicht mehr in einem Spiel bereits aus dem Häuschen.

Ein Kandidat für die vorderen drei Plätze

Zehn Tore hatte Gladbach in der Rückrunde der vergangenen Saison kassiert, und nun allein binnen der ersten 33 Saisonminuten gleich drei. Da wurde des Manager Eberls Forderung, man müsse so jungen Abwehrspielern dann auch mal einen Fehler zugestehen, gleich auf eine harte Probe gestellt. Gladbach hat in den nächsten Wochen und unbedingt vor Beginn der Champions League im September noch eine Menge aufzuholen.

Der BVB hingegen ist in dieser Verfassung, mit der neuen tuchelschen Ordnung, unbedingt wieder ein Kandidat für die vorderen drei Plätze - auch wenn nicht alle kommenden Gegner es ihnen so leicht machen werden wie die Gladbacher auch nach dem Seitenwechsel. Reus, mit viel Platz auf der rechten Seite, legte in der 50. Minute Mkhitaryan, mit viel Platz im Rücken der Abwehr, das 4:0 auf. Weigl spielte die Rolle als Ballverteiler auf der Sechs bereits erstaunlich stark. Beste Szenen hatten die Dortmunder offensiv über ihre Flügel Reus und Mkhitaryan. Bei den Gladbachern hatte in der Offensive gar nichts geklappt. Raffael und der neue Mittelstürmer Josip Drmic waren nie im Spiel.

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