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BVB in der Bundesliga:Champagner dank Piszczek

Werder Bremen v Borussia Dortmund - Bundesliga

Die Szene, die das Spiel entscheidet: Dortmund Lukas Piszczek überlupft Bremens Torwart Wiedwald zum 2:1.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Von Christopher Gerards

Pierre-Emerick Aubameyang hatte mal wieder alles geahnt. Er hatte den üblichen Laufweg gewählt, und am Ende dieses üblichen Laufwegs schoss er sein noch üblicheres Tor. Vier Minuten war das Spiel von Borussia Dortmund bei Werder Bremen gerade alt. Lukas Piszczek hatte eingeworfen, Marco Reus konnte den Ball nicht stoppen, aber Bremens Serge Gnabry war so nett, den Ball etwas zu halbherzig Richtung eigenes Tor zu spielen. Also lief Aubameyang los, er wusste ja, was kommt. Er schnappte sich den Ball, umkurvte Torwart Jaroslav Drobny, und am Ende schoss Aubameyang halt sein vorschriftsgemäßes 1:0.

Wobei: Aubameyang sah ein bisschen seltsam aus an diesem Samstagnachmittag. Er wirkte kleiner als sonst, ein bisschen dünner, und seine Frisur war auch viel zu gewöhnlich. Man musste nochmal genauer hinschauen, und dann war die Sache klar: Der Mann, der ein Tor schoss wie Pierre-Emerick Aubameyang und damit den 2:1-Sieg des BVB einleitete, dieser Mann hieß: André Schürrle.

Auf so eine Pointe muss ein Bundesligaspiel auch erst mal kommen. Da ist also dieser Angreifer André Schürrle, im Sommer zum BVB gewechselt, seither aber ohne Tor in der Bundesliga. Und da ist sein Trainer Thomas Tuchel, der demselben Schürrle in der Winterpause nahelegte, in der Rückrunde doch gern etwas auffälliger zu spielen. "Sie müssen weiter so hart arbeiten, wie sie es bisher getan haben. Dann bin ich überzeugt, dass der Knoten platzt", hatte Tuchel über Schürrle und seinen Mitspieler Mario Götze gesagt. Und sicherheitshalber hatte er noch angefügt: "Der muss auch platzen, damit sie auf das nächste Level kommen." Und was machte Schürrle? Er schoss, als Vertreter von Aubameyang (beim Afrika-Cup), nach vier Minuten sein erstes Saisontor.

Es war also, alles in allem, ein guter Tag für André Schürrle. Aber ob es auch ein guter Tag für Thomas Tuchel war?

"Wir haben 18 Spiele Zeit, die Aufholjagd zu starten und fühlen uns dazu bereit. Aber beweisen müssen wir das im Stadion" - diese Sätze hatte Tuchel vor dem Spiel gesagt. Es war dann zwar so, dass der BVB sein Duell gewann. Aber es war nicht so, dass die versammelte Konkurrenz dieses Spiel als besonders einschüchternd empfunden haben wird, weder in München noch in Leipzig - und vielleicht auch nicht in Frankfurt, Hoffenheim und Berlin.

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