Der BVB entschied das Spiel ohne nominellen Mittelstürmer. Und wie ungemein wichtig ein Spieler wie Paco Alcácer für die Statik des Dortmunder Spiels ist, war der Mannschaft in den vergangenen Wochen schmerzhaft vor Augen geführt worden. Null Tore in Mailand, null beim Revierderby auf Schalke und auch beim 2:1 im Pokalspiel gegen Mönchengladbach: 80 Minuten Harmlosigkeit. Gerade einmal fünf Schüsse auf das gegnerische Tor bei den Gastauftritten in Mailand und Gelsenkirchen waren viel zu wenig für einen Verein mit den Ansprüchen des BVB, zu wenig auch für die Qualität des Kaders.
Doch begabte Spieler wie Reus, Hazard, Götze, Jadon Sancho, Julian Brandt und Achraf Hakimi agieren lieber hinter den Spitzen oder ziehen von der Außenbahn nach innen. Ihre Stärken kommen nur dann richtig zum Tragen, wenn in der vordersten Linie ein Kollege Räume schafft, in die sie hineinstoßen können.
Diese Präsenz in der Spitze garantiert bei der Borussia nur Alcácer, er ist die einzige sogenannte echte Neun im Kader. Auch die drei Treffer gegen Wolfsburg konnten das Manko der fehlenden Präsenz in der Box nicht vollständig verdecken. Favre und die Dortmunder Planer müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, zwar mehr als 100 Millionen Euro in ihren Kader investiert zu haben, es dabei jedoch vor der Saison versäumt zu haben, einen Backup für Alcácer zu verpflichten. Dabei gilt der 26-Jährige als verletzungsanfällig. Zuletzt verpasste er aufgrund einer Achillessehnenreizung fünf Partien.
Nun kam er gegen Wolfsburg kurz vor dem Abpfiff in die Partie. Für Dortmund bedeutete das die nächste gute Nachricht. Und vielleicht sieht Sportdirektor Michael Zorc die Mannschaft auch deshalb im Soll, obwohl es im Spiel des BVB weiterhin in vielen Phasen des Spiels knirschte: "Wir schauen positiv in die Zukunft. Das Glas bei uns ist halb voll", sagte Zorc. Die nahe Zukunft, das sind ja immerhin Spiele gegen Inter Mailand und den FC Bayern.