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Gladbachs Embolo:"Das ist jetzt wirklich ein Thema für Breels Anwälte"

Wirkt angespannt beim Thema Embolo: Mönchengladbachs Trainer Marco Rose.

(Foto: Ina Fassbender/AFP)

Der Fall Embolo sorgt bei Gladbach weiter für Unruhe. Trainer Rose appelliert an die Ehrlichkeit des Spielers.

Von Ulrich Hartmann

Marco Rose wirkte ungewohnt nervös, aber das lag eher nicht an der Qualität des nächsten Gegners Borussia Dortmund. Bevor Borussia Mönchengladbach an diesem Freitag (20.30 Uhr, ZDF) die Bundesliga-Rückrunde mit einem Topspiel eröffnen darf, musste der Gladbacher Trainer andere Fragen beantworten. Natürlich auch wieder zum kolportierten Dortmunder Interesse an seiner Person, aber dieses Thema umschiffte er professionell ("möchte mich nicht zu Spekulationen äußern").

Die brisanteren Fragen kamen allerdings zum Fall Breel Embolo. Das ist jener Spieler von Rose, der in der Nacht zum vergangenen Sonntag am Rande einer Party in Essen von der Polizei erwischt worden war - und seinem Klub berichtete, er habe dort nicht mitgefeiert, sondern lediglich in einer benachbarten Wohnung mit zwei Freunden Basketball geschaut.

Dass die Essener Polizei diese Version mittlerweile als Notlüge entlarvt haben will, ist auch an Rose nicht spurlos vorbeigegangen. Der 44-Jährige hatte noch am Dienstag betont, er vertraue Embolo und dessen Aussagen. Für das Dortmund-Spiel will er den Schweizer zwar in den Kader berufen, Aussagen des Trainers deuteten jedoch darauf hin, dass Embolos Verhalten durchaus Auswirkungen auf ihr Verhältnis haben könnte.

Alle häppchenweise aufgetischten Details beunruhigen Rose

Erst betonte Rose: "Breel hat diese Situation zu verantworten." Dann sagte er über mögliche Konsequenzen: "Vertrauen ist ein ganz wichtiger Faktor in der täglichen Zusammenarbeit, und jeder Vertrauensbruch bedeutet Auswirkungen auf das Miteinander." Konkreter wollte er aber nicht werden und schloss mit dem Hinweis: "Das ist jetzt wirklich ein Thema für Breels Anwälte, es macht total Sinn, sich in dieser Sache vertreten zu lassen und die Dinge sauber und ehrlich zu klären."

Der Verweis auf Ehrlichkeit könnte auch so verstanden werden, dass Embolo, einer von drei Gladbacher Mannschaftskapitänen, intern womöglich immer nur das eingestanden hat, was nach Polizei-Äußerungen nicht mehr zu leugnen war. Auch die Worte seines Mitspielers Christoph Kramer ließen offen, ob Embolo die wahre Geschichte seiner Teilnahme an einer Party mit acht Männern und 15 Frauen im "Café Extrablatt" am Baldeneysee bei seinem Arbeitgeber vielleicht nicht umfänglich zugegeben hat: "Wenn er sagt, er war nicht da, dann ist das so, da stehe ich hinter", sagte am Dienstag der stets authentische Kramer.

Mittlerweile stellt sich die Geschichte nach Auskünften der Polizei allerdings so dar, dass Embolo nachts um halb Drei, als Beamte anrückten, von der Party im Obergeschoss durch ein Fenster aufs Dach gestiegen, über das Dach geflohen und am anderen Ende durch ein Fenster in eine anliegende Wohnung geklettert sei. In dieser soll er auf das Klingeln der seine Flucht beobachtenden Polizisten hin nicht geöffnet, sondern sich im Badezimmer versteckt haben, nachdem die Beamten sich Zugang zur Wohnung verschafft hatten.

Am Donnerstag bestätigte zudem eine Sprecherin der Stadt Essen, dass eine Person aus Embolos Umfeld versucht habe, die Sache mit einer karitativen Spende aus der Welt zu schaffen. Dazu habe man vergeblich um einen Kontakt zum Oberbürgermeister gebeten. Alle häppchenweise aufgetischten Details beunruhigen Rose: "Das ist nicht gut, weil wir uns auf Fußball konzentrieren wollen." Sportdirektor Max Eberl kann derweil nicht vor Ort moderieren, er befindet sich weiter in seiner Januar-Auszeit. Rose sagte, er rechne nicht mit Eberls vorzeitiger Rückkehr.

© SZ/mok
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