Bundesliga Der Marktwert von Thomas Müller

Thomas Müller hat eine recht wechselhafte Saison gespielt beim FC Bayern. Wie hat sich sein Marktwert entwickelt in der vergangenen Saison?

Die Hinrunde der letzten Saison war schwierig für Thomas Müller - bis Weihnachten hatte er nur ein einziges Ligator und weniger Einsatzzeiten als üblich auf seinem Konto. In der Rückrunde hat er dann bis auf zwei Verletzungspausen durchgespielt und sehr viele Torvorlagen geliefert. In der Marktwertverlaufskurve sieht man schön, wie sich dies auf seinen Marktwert ausgewirkt hat.

Die Y-Achse beschreibt den Marktwert, die X-Achse die Spieltage.

(Foto: SZ-Grafik)

Lassen Sie uns ein paar weitere Beispiele anschauen. Was ist mit André Schürrle, der im vergangenen Sommer für 30 Millionen Euro zum BVB ging? Oder mit Serge Gnabry, den der FC Bayern geholt hat?

André Schürrle hat letzte Saison lediglich 745 Minuten gespielt und nur zwei Tore erzielt. Das hat sich natürlich negativ auf seinen Marktwert ausgewirkt - sowohl auf transfermarkt.de (20.000.000 Euro) als auch in unserem Modell (13.270.728 Euro). Bayern hat Serge Gnabry für eine Ablöse von 8 Millionen Euro verpflichtet - diese Summe entspricht ziemlich genau unserer Marktwertberechnung (8.385.319 Euro). Er hat eine sehr gute Saison für Werder Bremen gespielt. Man darf aber nicht vergessen, dass Serge Gnabry noch recht jung ist und in den davorliegenden drei Jahren in der Premier League kaum Einsatzzeiten erhalten und insgesamt nur ein Tor erzielt hat. Entsprechend liegt unsere Berechnung deutlich unter der Schätzung auf transfermarkt.de (15.000.000 Euro).

Wenn Sie transfermarkt.de und Ihre Ergebnisse vergleichen mit den letztlich gezahlten Summen - wer ist genauer?

Wir haben unsere Modellschätzungen sowie die transfermarkt.de-Schätzungen mit über 800 Transfersummen verglichen. Unser Modell liefert bei Transfersummen von bis zu 18 Millionen Euro insgesamt exaktere Schätzungen als transfermarkt.de - was immerhin etwa 90 Prozent aller berücksichtigten Transfers entspricht. Bei höheren Transfersummen waren die Schätzungen auf transfermarkt.de jedoch häufig akkurater. Dies kann einerseits bedeuten, dass unser Modell zukünftig noch um weitere Indikatoren erweitert werden muss. Zum Beispiel wird die Kaufkraft der Clubs nicht berücksichtigt - der Transfer von Anthony Modeste liefert hier ja ein aktuelles Beispiel. Außerdem: Gibt es nur wenige Weltklassespieler auf einer bestimmten Position, erhöht dies beispielsweise auch den Marktwert. Auch dies kann unser Modell - im Vergleich zur Crowd - noch nicht berücksichtigen. Andererseits kann man sich angesichts dieser Ergebnisse aber auch fragen, ob einige der Transfers im oberen zweistelligen Millionenbereich noch vernünftig sind. Vor diesem Hintergrund verstehen wir unser Modell auch nicht unbedingt als Alternative, sondern auch als Ergänzung zu bestehenden Schätzverfahren.

Was machen Sie nun mit Ihrem Modell?

Wir überlegen, in unseren zukünftigen Studien weitere Daten zu verwenden und alternative Ansätze zu testen. Insbesondere eine Analyse von Spielern in weniger bekannten Ligen erscheint vielversprechend - denn dann könnten wir überprüfen, inwiefern sich unser Ansatz zum Scouting eignet. Natürlich sind solche Modellempfehlungen kritisch zu prüfen - unser Modell kann den gesunden Menschenverstand nicht ersetzen.

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