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Bundesliga:Hoffenheim klaut einen Punkt in Mainz

FSV Mainz 05 - 1899 Hoffenheim

Die Hoffenheimer bejubeln den Treffer von Ihlas Bebou.

(Foto: dpa)

Die TSG kommt in Mainz nach einem Rückstand zurück, beklagt aber eine rote Karte. Leverkusen verpasst den Sprung auf Platz zwei.

Der FSV Mainz 05 und die TSG Hoffenheim kommen nicht aus der unteren Tabellenhälfte der Fußball-Bundesliga. Zum Abschluss des 9. Spieltags trennten sich die beiden Vereine am Sonntag mit 1:1 (1:0). Mainz ist zwar nach der Pleitenserie zum Saisonstart seit drei Liga-Partien ungeschlagen, hätte aber gern mit einem weiteren Sieg einen großen Sprung aus dem Keller gemacht. Vor coronabedingt fast leeren Rängen erzielten Robin Quaison (33. Minute) und Ihlas Bebou (62.) in einer intensiven Partie die beiden Treffer. Hoffenheims Dennis Geiger (80.) sah nach einem Foul die rote Karte.

Während das Hoffenheimer Team von Trainer Sebastian Hoeneß international vier Siege aus vier Spielen eingefahren hat, gab es in der Bundesliga in sieben Partien seit dem furiosen 4:1 über Rekordmeister FC Bayern keinen Sieg mehr. Die Europa-League-Ränge sind schon früh in der Saison weit entfernt. Mainz bleibt in dieser Saison weiter ohne Heimsieg.

Der Mainzer Torjäger Jean-Philippe Mateta kam früh zur ersten Chance, doch sein platzierter Kopfball wurde von Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann stark pariert (8.). In der Folge ergaben sich weitere Hochkaräter für die Gastgeber, die in der druckvollen Anfangsphase stark kombinierten, den verdienten Lohn aber mehrmals verpassten. Erst nach 20 Minuten wurde das seit mehr als zwei Bundesliga-Monaten sieglose Hoffenheim stärker. Ein Kopfball von Stefan Posch und ein Kramaric-Schuss blieben aber ertraglos. Als Christoph Baumgartner (27.) nach einem Zweikampf mit Alexander Hack im Mainzer Strafraum zu Fall kam, ließ Referee Sascha Stegemann weiterspielen - und revidierte die Entscheidung auch nach einer Information aus dem Kölner Videokeller nicht. So sorgte auf der Gegenseite Quaison für die verdiente Führung der 05er.

Schon nach gut zehn Minuten Halbzeitpause schickte Hoeneß seine Spieler zurück aufs Feld - die TSG trat fortan deutlich offensiver auf. Zahlreiche Angriffe rollten auf das Tor der Mainzer zu, doch Endstation war zunächst immer wieder der diesmal starke Mainz-Keeper Robin Zentner, der die Mainzer lange mit Hand, Kopf und Fuß vor einem Ausgleich bewahrte. Dann spielte Ryan Sessegnon eine scharfe Hereingabe auf Bebou, der richtig stand und zum 1:1 vollendete. Mateta hätte das Spiel auf der Gegenseite entscheiden können, schoss nach tollem Solo (75.) aber an den Pfosten.

Leverkusen verpasst den Sprung auf Platz zwei

Bayer Leverkusen hat die große Chance verpasst, sich zum Bayern-Jäger Nummer eins aufzuschwingen. Nach zuvor fünf Siegen in Serie gab die Werkself beim ereignisarmen 0:0 am 9. Spieltag gegen Hertha BSC wieder Punkte ab und bleibt damit Dritter in der Fußball-Bundesliga. Nach der überraschenden 1:2-Heimniederlage von Borussia Dortmund am Samstag gegen den 1. FC Köln hätte Leverkusen mit einem Sieg Rang zwei mit einem Punkt Rückstand auf den FC Bayern erobern können.

Allerdings musste Bayer-Trainer Peter Bosz am Sonntag insgesamt neun namhafte Profis ersetzen. Gleich drei von ihnen meldeten sich kurzfristig am Spieltag ab. Die Hertha belegt eine Woche vor dem Derby mit dem aktuell enteilten Stadtrivalen 1. FC Union mit acht Punkten weiter einen enttäuschenden 13. Rang, bewies aber zumindest wieder ihre Auswärtsstärke. Sieben ihrer acht Punkte holte Berlin in der Fremde.

Die Berliner machten in den ersten 20 Minuten des mäßigen und wenig unterhaltsamen Spiels bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt den etwas besseren Eindruck. Die Gäste waren gut organisiert, im Offensivspiel aber ebenfalls harmlos. Die erste nennenswerte Torchance hatte aber Bayer, als Kerem Demirbay nach einem Ballverlust von Niklas Stark aus fast 30 Metern einfach draufhielt und Hertha-Torhüter Alexander Schwolow zu einer guten Parade zwang (33.).

Nach dem Wechsel übernahmen die Gastgeber noch mehr das Kommando. Die Hertha stand nun zu tief und verteidigte fast nur noch. Das allerdings weiterhin sehr solide. Es brauchte schon Freistöße für die Gastgeber, um erneut durch Demirbay wenigstens halbwegs gefährlich zu werden (55./67.). Die Hertha war bei den sich ergebenden Kontergelegenheiten unkonzentriert und blieb somit fast die gesamte zweite Halbzeit ohne echte Offensiv-Aktion. Bezeichnend: In der 70. Minute wechselte Labbadia beide Stürmer aus. In der Nachspielzeit verpasste Leverkusens Lars Bender mit einem Kopfball nach einem Freistoß knapp das Berliner Tor.

© SZ.de/dpa/ebc
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