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RB Leipzig:Im Favoritenfußball die Außenseiter

Bundesliga - RB Leipzig v Borussia Moenchengladbach

Zusammenprallen auf hohem Niveau: Leipzigs Marcel Halstenberg in einem für das 2:2 gegen Gladbach durchaus charakteristischen Zweikampf mit Denis Zakaria.

(Foto: Matthias Rietschel/Reuters)

Die ersten Eindrücke der Rückrunde legen nahe, dass sich der Machtwechsel in der Bundesliga nochmal verschieben könnte.

Das sogenannte Topspiel jedes Bundesligaspieltags heißt bekanntlich so, damit die Menschen den Fernseher einschalten und dafür Geld bezahlen. Das 2:2 zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach am Samstagabend bot allerdings tatsächlich sehr vieles, was die Beschreibung "top" rechtfertigt. Spannung bis zum Schluss zum Beispiel, schnellen Fußball, ideenreiche taktische Züge, schöne Tore, herausragende Protagonisten wie Christopher Nkunku auf der einen und Florian Neuhaus auf der anderen Seite. Was das Spiel zwischen dem bisherigen Tabellenführer und dessen Vorgänger allerdings eher nicht bot, war der Beleg, den sich viele Fernseh-Zuschauer (und natürlich die Vermarkter) gewünscht hatten: Dass der Kampf um die Meisterschaft in dieser Saison so spannend bleibt wie bislang.

Schaut man auf die Tabelle, dann trennen den FC Bayern auf Platz eins und Borussia Mönchengladbach auf Platz vier hinter Leipzig und Borussia Dortmund nur drei Punkte. Schaut man allerdings auf die Formkurve, dann sind es vor allem die Bayern und der BVB, die seit Beginn der Rückrunde überzeugen; sie gewannen jeweils dreimal souverän. Das Aufeinandertreffen der anderen beiden Spitzenteams hatte dagegen bisweilen etwas Wildes anstatt den Anschein von Souveränität: Da fiel auch schon mal ein Tor, weil Gladbachs Torwart Yann Sommer den Ball fallen lässt; da misslang auch schon mal eine ganze erste Halbzeit lang die Leipziger Spieleröffnung. Da fiel der Ausgleich durch einen Fernschuss in der 89. Minute. Da sah Gladbachs Alassane Plea zwei gelbe Karten wegen zweimal Meckern hintereinander.

Am kommenden Sonntag werden die nächsten Indizien für den Saisonausgang gesammelt

Bewertet man die ersten Eindrücke seit Beginn der Rückrunde, könnte sich der Machtwechsel im deutschen Fußball, von dem in der Winterpause ausführlich die Rede war, vielleicht doch noch einmal verschieben. Der BVB scheint tatsächlich die so dringend benötigte Zuspitzung im eigenen Spiel durch den Zugang Erling Haaland hinzuzugewinnen. Den Bayern reichen inzwischen auch mal wieder knapp 30 starke Minuten für einen ungefährdeten Sieg wie am Samstag in Mainz.

Borussia Mönchengladbach spielt eine Saison nahe am Maximum der Möglichkeiten des starken Kaders, doch das könnte auf mancher Position über eine Saison gesehen vielleicht doch nicht für die absolute Spitze reichen. Und Leipzig hat in Duellen mit starken Konkurrenten in dieser Saison fast immer Probleme - und merkt gerade, wie es ist, auf hohem Niveau Favoritenfußball spielen zu müssen. Das Spiel von Gladbach und Leipzig ist flexibler als das aus Dortmund und München, womöglich taktisch anspruchsvoller. Damit wird es aber auch etwas komplexer, konstant auf hohem Niveau zu bleiben.

Am kommenden Sonntagabend werden aber schon die nächsten starken Indizien für den Ausgang der Saison gesammelt, dann kann alles wieder anders sein, dann trifft der FC Bayern auf Leipzig. Wer ein Top-Spiel sehen will, ein ähnlich wildes wie an diesem Wochenende, sollte aber besser auf ein paar Fehler des deutschen Meisters hoffen. Sonst wird das eher nichts.

© SZ vom 02.02.2020/chge
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