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Bundesliga:FC Bayern kuschelt mit China

Press Conference - FC Bayern Football School In China

Der FC Bayern will in China zur globalen Marke aufsteigen.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Nächster Schritt zur globalen Marke: Der FC Bayern stellt in München seine Fußballschule in China vor.
  • In der Millionen-Metropole Shenzhen sollen künftig chinesische Jugendliche ausgebildet werden.
  • Die Chinesen erhoffen sich "Technologie-Transfers", die Münchner 135 Millionen Fans.

Am Ende, da kam dann also zusammen, was zusammengehört, wenn man den Beteiligten glauben möchte. Das Bayern-Maskottchen Berni, die plüschgewordene Mia-san-mia-Verkörperung, kuschelte heftig mit den chinesischen Funktionären aus der Millionen-Metropole Shenzhen, die glücklich ein Klub-Trikot mit Unterschriften präsentierten. "Ein Schlüsselmoment", frohlockte Herr Guobin Hu, chinesischer Beamter der "Kommission zur Überwachung und Verwaltung des staatseigenen Vermögens". Bloß, für wen? Und der Schlüssel wozu?

Am Donnerstag hatte der FC Bayern München in den Bauch der Fröttmaninger Arena geladen, um seine "FC Bayern Football School Shenzhen" vorzustellen. Wenige Tage, nachdem der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in Schanghai ein neues Büro des Klubs eröffnet hatte. Drei Jahre, nachdem die Münchner als erster deutscher Verein im Ausland ein Büro eröffnet hatten, in New York. Ein weiterer Schritt auf den Weg hin zu etwas, was man im Marketing eine "Global Brand" nennt.

Wer in Shenzhen, tief im Süden Chinas, etwas über das ferne Europa und Deutschland erfahren will, der geht dort in den Vergnügungspark "Window of the World". Für 27 Euro kann man dort ein Selfie vor einer Schrumpf-Version des Louvre machen und sich an den schiefen Turm von Pisa lehnen, der neben dem Eiffelturm lümmelt. München spielt in dieser chinesischen Miniaturwelt keine Rolle. Aber von Shenzhen hört man im hiesigen Vergnügungspark, dem Oktoberfest, ja auch wenig. Woher also plötzlich diese jäh entflammte Leidenschaft füreinander?

Chinas Jugendliche werden zu Paradekickern geformt, so der Plan

Das erzählt Jörg Wacker, als Strategievorstand verantwortlich für die Internationalisierung des FC Bayern. Im September habe man sich getroffen und die Gäste in einen Biertempel geführt, denn bei der Kooperation gehe es auch um den kulturellen Austausch. Wacker redet begeistert von "dieser jungen Stadt", in der "alle Firmen vor Ort sind". Tatsächlich gilt Shenzhen als eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt, auch die Anwesenden konnten sich nicht einigen, wie groß diese inzwischen aus mehreren Städten bestehende Stadt mittlerweile sei. Seriöse Quellen gehen von zwölf Millionen Einwohnern aus. 1979 lebten noch 30 000 Menschen dort. Shenzen gilt als Technologie-Metropole am Perlflussdelta. Dort und in der Neun-Millionen-Stadt Qingdao im Osten Chinas betreiben die Münchner eine Fußballschule.

Künftig sollen in den Schulen die Trainer ausgebildet werden, die Chinas Jugendliche zu Paradekickern formen - so die Planvorgabe. Denn der chinesische Fußballverband will bis 2025 insgesamt 50 000 Fußballschulen für Nachwuchsspieler aufbauen. In jeder Schule sollen etwa tausend Talente ausgebildet werden. Schon 2011 hatte der heutige Staatspräsident Xi Jinping gefordert: China solle sich endlich wieder für eine Fußball-WM qualifizieren, das Turnier ausrichten und schließlich auch gewinnen.

"Brazzo war dort, als Legende", sagt Strategievorstand Wacker

Bei der Kooperation gehe es um "Technologie-Transfers" zwischen Deutschland und China, Übersteiger waren damit nicht gemeint. Welchen sportlichen Profit sich der FC Bayern München bei dieser Kooperation verspricht, das ist kein Thema an diesem Tag. Kein Wort zu Chinas Talenten oder zu Transfers. Dabei flutet das Land den internationalen Fußball gerade mit Geld. Stattdessen wird von 135 Millionen Fans geschwärmt, die der FC Bayern in China vermutet. Sechs Millionen wären es in Shenzhen, kokettieren die Vertreter der staatlichen Shenzhen Investment Holdings Company.

"Brazzo war dort, als Legende", sagt Wacker. Und Hasan Salihamidzic, Markenbotschafter des Vereins, erzählt, wie unglaublich er es in China fand, und dass er in Shenzhen einen berühmten chinesischen Basketballer getroffen habe, und einen berühmten Fußballer. Die Namen hatte er gerade nicht parat. Am Ende posierte er noch für ein Foto "mit meinen chinesischen Freunden", die für Salihamidzic feines Porzellangeschirr mit Tierkreissymbolen mitgebracht haben. Dann war alles wieder vorbei. Zeit für Nachfragen gab es nicht.

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