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Düsseldorf mit Remis:"Mein Motto war schon immer: Selbst ist der Mann!"

Fortuna Düsseldorf - FC Augsburg

Weiterhin unter Spannung: Düsseldorfs Torschütze Rouwen Hennings (li.) und Valon Berisha.

(Foto: dpa)

Fortuna Düsseldorf hält sich im Abstiegskampf alles offen. Dass gegen Augsburg nicht noch ein Sieg gelingt, interpretieren die Spieler sogar als Vorteil.

Von Ulrich Hartmann, Düsseldorf

Nach dem Spiel trugen die Augsburger Schwarz, doch nicht etwa der Trauer wegen. Der Eindruck täuschte. Auf den schwarzen T-Shirts prangte ein großes weißes X, und wer der römischen Zahlen nicht mächtig ist, der kann ja vielleicht Spanisch: "La Décima", stand auch noch auf dem T-Shirt, und wer weder römische Zahlen noch Spanisch beherrscht, für den sei erklärt: Der FC Augsburg hat mit einem 1:1 (1:1) bei Fortuna Düsseldorf seine zehnte Bundesliga-Saison vom kommenden September an gesichert. "Zehn Jahre Bundesliga - was will man mehr?", fragte Torwart Andreas Luthe, und auch dieser Spruch wäre eines T-Shirts würdig gewesen.

Nachdem die Augsburger durch Florian Niederlechner (13. Saisontor) in der 10. Minute in Führung gegangen waren und die Düsseldorfer in der 25. Minute durch Rouwen Hennings (15. Saisontor) ausgeglichen hatten, veränderte sich der Spielstand in den letzten 65 Minuten nicht mehr. Dabei hätte jeder Treffer in einem durchaus rasanten Spiel mit guten Chancen auf beiden Seiten noch einmal drastische Veränderungen zur Folge gehabt. Ein Augsburger Tor hätte den Bremern, die zeitgleich in Mainz verloren, noch etwas mehr Hoffnung im Kampf um den Klassenverbleib verschafft, und ein Düsseldorfer Tor hätte die Bremer bereits unwiderruflich in die zweite Liga befördert. So aber ist Bremen zwar noch nicht ganz weg, doch die Chancen am finalen Spieltag am kommenden Samstag sind nun eindeutig besser für die Düsseldorfer. Zwei Punkte und vier Treffer haben sie den Bremern voraus. Die Fortuna spielt bei Union Berlin, Werder empfängt den 1. FC Köln. Wie viel Schützenhilfe er sich vom Erzrivalen Köln nun erhoffe, ist Fortunas Trainer Uwe Rösler gefragt worden und antwortete grinsend: "Mein Motto war schon immer: Selbst ist der Mann!"

Düsseldorf hat es selbst in der Hand, schon ein Unentschieden in Berlin könnte genügen, aber ein Sieg reicht ihnen auf jeden Fall, um die Relegation zu erreichen. Im Hinspiel (2. Juli) hätten die Düsseldorfer dann Heimrecht gegen den Drittplatzierten der zweiten Liga, vier Tage später gastierte man auswärts zum Rückspiel. Die 16 Fortuna-Spieler, deren Verträge zwei Tage zuvor am 30. Juni auslaufen, werden dem Vernehmen nach auch dann für die Fortuna auflaufen können. Entsprechende Verabredungen scheinen mit den Spielern oder den Vereinen der ausgeliehenen Spieler bereits getroffen worden zu sein.

"Ein paar Bier sollten es schon werden", fordert Torschütze Niederlechner

"Mehr hätten wir heute nicht verdient gehabt", sagte Düsseldorfs Abwehrmann Kaan Ayhan über eine eher maue zweite Halbzeit seiner Mannschaft, fand aber Positives darin, dass man am nächsten Samstag bei Union Berlin noch einmal Vollgas geben muss: "Vielleicht ist es mit Blick auf die Relegation sogar besser, dass wir die Spannung hochhalten müssen." Torschütze Hennings empfindet ähnlich: "So bleibt der Fokus scharf fürs nächste Spiel." Nur bedingt beklagten die Düsseldorfer, dass ihnen das frühe 1:0 gegen Augsburg durch Hennings wieder zurückgenommen worden war, weil Ayhaan den Ball zuvor mit der Hand touchiert hatte.

"Ein Bierchen", gestattete derweil der erleichterte Trainer Heiko Herrlich seinen Augsburgern nach dem gesicherten Klassenverbleib, aber der Torjäger Niederlechner goutierte weder die Verniedlichungsform noch den Singular. "Ein paar Bier sollten es schon werden", sagte er und freut sich bereit auf die kommende Saison, wenn man wieder mit den Fans zusammen feiern dürfe. Dass dieser Klassenerhalt in Corona-Zeiten in Augsburg alle weiter zusammenschweiße, hob auch der Torwart Luthe hervor. Er sieht in diesem Erfolg bereits perspektivische Vorteile für die kommende Saison, wenn man mindestens den elften Klassenerhalt anstrebt. Vielleicht geht sogar mehr, das weiß man beim FC Augsburg ja nie so genau.

© SZ vom 21.06.2020/tbr

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